Lokalsport | 09.08.2021

2. Bundesliga Damen: Alles Wissenswerte zum Saisonauftakt über die Bäckermädchen

Die SG99 startet Sonntag gegen Bocholt in die neue Saison

Trainer Florian Stein hat aktuell bei seinem gut aufgelegten Team allen Grund zur Vorfreude auf die Saison.Foto: Roland Schäfges - www.myfoto24.eu

Andernach. Die in der letzten Saison so begeistert spielenden Bäckermädchen aus Andernach, starten am kommenden Sonntag gegen Borussia Bocholt, dem letztjährigen Tabellenvierten der Nordstaffel der 2. Frauen Bundesliga, in eine neue Meisterschaftsrunde. Grund genug, alles relevante rund um das Team von Isabelle Hawel und Florian Stein zusammenzufassen.

Die Kaderveränderungen

Das Gute zuerst: Der Kader der SG99 blieb weitgehend stabil. Nur Magdalena Lang und Laura Weinel verlassen das Team, was laut Trainer Stein „für den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft und für den Standort“ spricht.

Die 21-jährige Lang, wurde in der letzten Saison für ihre 138 Liga-Spielminuten neunmal eingewechselt und spielte einmal von beginn an. Sie wechselt zurück an die Ahr, zum Sportclub aus Bad Neuenahr, wo sie einst als Jugendspielerin aktiv war.

Die 25-jährige Laura Weinel, die 2018 aus Niederkirchen gekommen war, wechselt nach drei Saisons am Rhein zur Eintracht aus Frankfurt. Am Main soll Sie vorwiegend die zweite Mannschaft verstärken.

Gegenüber diesen Abgängen, stehen sechs Neuverpflichtungen. Hier war laut der sportlichen Führung das Ziel den Kader nicht nur adäquat zu verbessern, sondern auch in der Breite zu vergrößern. Dafür wurde unter anderem die 16-jährige U-Nationalspielerin Theresa Brück vom JFV Rhein-Hunsrück ins Team aufgenommen. Die Rechtsverteidigerin, welche noch in der B-Jugend aktiv sein könnte, steht genauso wie die beiden gleichaltrigen Zugänge aus Bad-Neuenahr Anga Bartzen, einer Offensivspielerin und Laetitia Theis, einsetzbar auf der „Sechs“ oder in der Innenverteidigung, für eine junge, hungrige Generation von Spielerinnen, welche über Andernach den Sprung in den professionellen Frauenfußball finden wollen.

Relative Erfahrung ins Team soll die 19-jährige Zoe Brückel bringen, welche vom FSV Hessen Wetzlar kommt. „Leider hat es letztes Jahr nicht geklappt, Zoe zu verpflichten. Jetzt zum Glück schon. Darüber sind wir sehr glücklich. Sie ist eine interessante Spielerin, welche wir in der Innenverteidigung oder auf der „sechs“ sehen“, so Trainer Stein. Italienischen Flair soll die 18-jährige Selina Garofalo bringen. Die Außenbahnspielerin war zuvor vier Jahre bei Bayer 04 Leverkusen.

Für das Trainerteam eine ideale Mischung. „Wir haben mit diesen Transfers wie gewollt unseren eher kleinen Kader nun optimal erweitert und vergrößert. Wir konnten Spielerinnen bekommen, mit großem Entwicklungspotenzial. Interessante Top-Talente aus dem Fußballverband Rheinland, die hier bei uns den nächsten Schritt gehen wollen. Wir haben bei der Zusammenstellung dieser fünf neuen Feldspielerinnen, aber auch auf charakterliche Züge geachtet. Daher denken wir, dass sich dadurch dieses fantastische Team nicht nur fußballerisch weiterentwickelt.“

Aufgrund der langwierigen Verletzung von Stammtorhüterin Jana Theisen, welche abermals operiert werden musste, konnte aus Aachen die im März 1998 geborene Laura van der Laan für Andernach begeistert werden. Die Spielerin war dem Trainerduo jedoch schon lange wohlbekannt. Arbeitete Stein in seiner Funktion als Trainer des FV Rheinland und Hawel in ihrer ersten Trainerstation als Jugendtrainerin in Neuenahr bereits mit der sympathischen Torhüterin, wodurch bereits über Jahre ein Kennenlernen stattfinden konnte.

Durch die Transfers muss man nicht mehr unbedingt auf die Nachwuchsteams zurückgreifen „Diese Spielerinnen, haben wir immer im Blick. Da aber unsere B-Jugend nun Bundesliga spielt, wollen wir das Team ungern schwächen. Wir verfolgen aber sehr genau die Entwicklung. Ähnliches gilt für die zweite Mannschaft. Da wollen wir um den Aufstieg spielen. Trotzdem wird es natürlich auch wieder in der Saison ein Fördertraining für diese Spielerinnen geben.

Testspiele verliefen wie gewünscht!

Im Bezug auf die Vorbereitungsspiele zieht das Trainerteam eine sehr gute Bilanz: „Wir hatten eine sehr, sehr gute Halbzeit gegen den 1. FC Köln. Auch gegen den belgischen Erstligisten Lüttich war es, trotz Niederlage, sehr gut. Wir waren förmlich in beiden Spielen, mit den höherklassigen Gegner ebenbürtig und konnten gut mithalten. Aber auch die Spiele gegen die Regionalligisten waren nicht nur vom Ergebnis sehr erfolgreich. Die Vorbereitung lief wie gewünscht, fast optimal. Unser Team hat sich gefunden, ungleich kein großer Umbruch passiert ist. Wir haben den Fokus auf Ballbesitz, Anlaufen und Taktik gelegt. Uns dort auch überall verbessert. Und das, obwohl wir eigentlich nie alle 22 Spielerinnen aus dem Kader mal zeitgleich im Training hatten.“

Ähnlich wie in der Vorsaison sind auch wieder viele Spielerinnen sehr torhungrig. Am 29. Juli besiegte man den SV Menden mit 3:1. Hier erzielten zwischen der 60. und 71. Minute Neuzugang Selina Garofalo, Julia Schermuly und Antonia Hornberg die Tore. Kathrin Günther musste nur in der 75. Minute einmal hinter sich greifen.

Bei der einzigen Testspiel-Niederlage zuhause gegen Standard Lüttich traf Natalie Poppe mit einem Distanzschuss zum Anschluss, nachdem die Belgierinnen einen sehr guten Start erwischt hatten und in der 13. Minute die Führung erzielten, welche direkt nach Wiederanpfiff ausgebaut werden konnte. Trotzdem blieb dieses Spiel für Trainer Stein das bestes Trainingsspiel, was er je als Trainer von Andernach erlebt habe. Und das gegen eine so professionelle Top-Mannschaft.

Bei schönem Sommerabendfußball besiegte die SG99 in Eschelbach den 1. FFC Montabaur gleich mit 1:5. Der etablierte Regionalligist mit Zweitliga-Historie hatte keine Chance. Die kosovarische Nationalspielerin Besarta Hisenay traf in der vierten und 60. Minute. Julia Schermuly in der 11. Minute. Was eine 2:0 Führung nach nicht mal einer Viertelstunde bedeutete. Abwehr-Kämpferin Karla Engels erzielte einer ihrer wenigen Tore und freute sich entsprechend. Tormaschine Toni Hornberg, die in dem Spiel wieder einige spektakuläre Stunts zeigte, traf in der 42. Minute. Erst als Trainer Stein gegen Ende des Spiels taktisch was ausprobierte, erzielte Marie Fischer einen Anschluss.

Beim letzten Testspiel zuhause, konnte man die Sporthochschule Köln mit 6:1 bezwingen. Der in der höhe verdiente Sieg sicherten fünf verschiedene Torschützinnen. Toni Horberg traf direkt nach drei Minuten. Jedoch erzielte Carla-Marie Werner in der sechsten Minute den Ausgleich. Das hielt aber nicht lange! Vanessa Zilligen traf in der 13. Minute. Nur drei Minuten später machte Besarta Hisenay schon das dritte Tor für die Bäckermädchen, ehe in der 35. Minute Toni-Tornado auf 4:0 erhöhte. Julia Schermuly machte ihren Treffer in der 47. Minute, Natalie Poppe in der 54. Minute. Womöglich hätte es noch mehr Tore gegeben. Aber ab der 60. Minute setzte heftiger Regen ein, welcher das Spiel sehr veränderte. Wichtig für Stein und Hawel war aber. Die Spielerinnen haben in allen Spielen wenig zugelassen und haben sich das nötige Selbstvertrauen für den Ligastart geholt.

Was auch wichtig war. Die schlimme Flutkatastrophe beschäftige sehr das Team. Auch weil direkt mehrere Mitglieder des Teams direkt betroffen sind. Aber auch in größter Not zeigte sich der Zusammenhalt. Mittlerweile sind über 40.000 Euro an Spenden angekommen.

Ausblick und Fazit

Das Team hatte nur drei Wochen wirklich frei. Jedoch war der Fitnesszustand der Spielerinnen bemerkenswert. Und das nach einer intensiven letzten Saison, welche vorwiegend im Frühling und Frühsommer dieses Jahres ausgetragen wurde.

Trainer Stein sagt insgesamt zur Saison: „Wir wollen den nächsten Schritt gehen, uns weiter professionalisieren! Ein intaktes Gefüge schaffen. Das Ziel ist weiterhin uns zu verbessern. Letztes Jahr sagten wir, dass wir nicht Absteigen wollen. Dieses Jahr sind unsere Ziele offensiver. Wir wollen einen einstelligen Tabellenplatz, was ja auch den Liga-Verbleib beinhaltet. Zusätzlich wollen wir uns aber auch spielerisch verbessern. Die Entwicklung weiter vorantreiben. Unsere Erfolgsstory hier weiter fortschreiben. Wir spielen als kleiner Verein, in so einer starken, ausgeglichenen Liga. Es wird eine sehr spannende Runde! Wir freuen uns darauf sehr.“

Speziell zum Spiel gegen Bocholt am Sonntag, ab 14 Uhr sagt der Sportpädagoge: „Wir wollen die ersten drei Punkte des Jahres in Andernach behalten. Aber Achtung! Der Gegner hat eine Top-Stürmerin aus Bielefeld bekommen, ist nicht zu unterschätzen. Daher ist der erste Spieltag spannend. Wir wollen erfolgreich beginnen. Letztes Jahr sind wir fulminant gestartet, haben die Gegner überrannt. Das wollen wir wiederholen.“ Nach dem Spiel im Stadion, wird es im Übrigen auch ein Saison-Opening geben.

Am 22. August muss man für die erste Runde im DFB-Pokal ins 450 Kilometer entfernte Ingolstadt im Rahmen einer Zwei-Tages-Tour reisen. „Das ist das schwierigste Los für uns. Da hätte es deutlich leichtere Gegner zum Auftakt gegeben“, spielt die Trainerin des Teams, welches letztes Jahr die Top 8 erreicht hat, auf das Los von Ziehungsfee Doris Fitschen an. Dabei relativiert Isabel Hawel: „Letztes Jahr hatten wir aber am Anfang keine großen Brocken vor der Brust. Daher wird dieses Spiel ein Maßstab! Wir schauen von Woche zu Woche.“

Das erste Auswärtsspiel in der Liga findet am 29. August gegen den SV07 Elversberg statt. Das Team aus dem Saarland, hörte noch bis Juni auf den Namen SV Göttelborn. Dort startete letztes Jahr mit einem 5:1 Sieg die erfolgreiche Reise durch den DFB Pokal.

Die Fakten liegen auf dem Tisch. Nun muss Andernach zeigen, was der geteilte zweite Platz der Vorsaison in einer eingleisigen Liga wert ist. Wer das Spiel am Sonntag sehen möchte, dem ist Soccerwatch ab 14 Uhr empfohlen.

Roland Schäfges

- www.myfoto24.eu

Trainer Florian Stein hat aktuell bei seinem gut aufgelegten Team allen Grund zur Vorfreude auf die Saison. Foto: Roland Schäfges - www.myfoto24.eu

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