Die Ettringerin Kerstin Brachtendorf ist UCI-Paracycling-Weltmeisterin
Die beste Fahrerin der ganzen Welt
Ettringer sind sehr stolz auf „ihre“ Sportlerin Kerstin Brachtendorf
Ettringen/Südafrika. Das Ettringer Mädel Kerstin Brachtendorf ist wahrlich eine Ausnahmeathletin. Das, was sie in ihrem sportlichen Leben geleistet hat, kann sich wahrlich sehen lassen. Doch nicht immer waren es Höhepunkte, sie hatte auch, wie bei allem, ihre Tiefen. Wenn man zum Beispiel an ihre Teilnahme an der Weltmeisterschaft für Menschen mit Behinderung in Mantane, im fernen Kanada denkt, kommt die Erinnerung. Alles lief bestens. Bis zu dem Zeitpunkt als dieser Fahrfehler, durch eine andere Teilnehmerin provoziert, zum Sturz von Kerstin Brachtendorf führte. Ein Drama, denn auch ihr Rad war total defekt. „Ich dachte, das war’s, jetzt ist alles aus“, so die Athletin damals zu „Blick aktuell“. Doch man brauchte die Kerstin unbedingt im Team, denn sie war eine derer, die man als eine Fahrerin der „Besten unter den Besten“ bezeichnen konnte. Die Erwartungshaltung war immens hoch. Nur WM-Teilnehmer mit Medaillenchancen waren gefragt. Doch dann die Erlösung: Das Team organisierte in einer Fahrradhandlung im Weltmeisterschafts-Austragungsort Baie Comeau ein Rad in der passenden Größe für die Ettringerin. Was dann passierte, darüber hat „Blick aktuell“ 2013 berichtet. Der „Wirbelwind“ Kerstin Brachtendorf schaffte als Einzige ihrer 14-köpfigen Mannschaft das schier Unmögliche. Sie wurde am 1. September 2013 World Champion, UCI-Paracycling-Weltmeisterin. Nun, das war ein „Einstieg zur Erinnerung“. Doch die Erfolge der jungen sympathischen Frau mit dem gewissen Lächeln, die sich mit viel Arbeit und Ausdauer für „ihren Sport“ einsetzt, kamen auch in diesem Jahre wieder. „Aber ich hatte einen großen Vorteil. Denn nachdem ich nach „Rio“ (4. Platz) schon alle Medaillenhoffnungen aufgegeben hatte, ging ich ohne Druck und ohne Erwartung in die Wettbewerbe der Weltmeisterschaft „UCI Paracycling“, verriet uns die 45-jährige Radsportlerin. Am Montag, den 28. August, flog sie mit vielen weiteren Sportlern der Deutschen Mannschaft von Frankfurt nach Johannesburg. Von dort fuhr man mit Autos zum Austragungsort Pietermaritzburg. Und da ging es am Freitag, den 1. September, beim Einzelzeitfahren über 24 Kilometer gleich zur Sache. Kerstin erlangte im Sprint die Bronzemedaille. „Ich war im Einzelfahren eigentlich nie so gut. Deshalb kam mir die Auszeichnung in Bronze wie ein Sieg vor, besonders auch weil ich mit nur drei Sekunden Rückstand knapp an Silber vorbeigeschrammt war“, so die Ettringerin. Und sonntags ging sie ganz entspannt in das Straßenrennen über 60 Kilometer. Durch mehreres Abfahren war sie in der Vorbereitung die Strecke taktisch angegangen. Und das zeigte sich als klug.
Brachtendorf ist über sich hinaus gewachsen
Nach dem Start ist die erfolgreiche Sportlerin quasi über sich hinaus gewachsen. Noch unter diesem Eindruck stehend erzählte sie uns: „Das Feld war sehr dicht beieinander, aber das ‚Kamerafinish‘ erbrachte die ersehnte Lösung: Ich war Weltmeisterin“, freute sich Kerstin Brachtendorf. Wenn man so will: Die beste Fahrerin der ganzen Welt. Ergreifend wenn man dann bei der Siegerehrung die Deutsche Nationalhymne hört. Die Weltenbummlerin übt ihren Sport jetzt ohne Trainer aus. „Ich weiß, was ich kann und weiß, was ich will“, erzählt sie „Blick aktuell“. Sie lebt und arbeitet zur Zeit im sonnigen Italien.
Übrigens: Bei der Weltmeisterschaft in Südafrika erreichte die Deutsche Mannschaft insgesamt 20 Medaillen, davon 10 goldene. Hierfür gab es bei der Nationen-Wertung den 1. Platz. Und dazu hat auch die UCI-Paracycling-Weltmeisterin Kerstin Brachtendorf aus Ettringen beigetragen. Klar, dass auch Ettringens Ortschef Werner Spitzley herzlich gratulierte. BS
Ettringens Bürgermeister Werner Spitzley freut sich mit Kerstin über den Erfolg und gratulierte der „frisch gebackenen“ Weltmeisterin.
