Lokalsport | 17.03.2022

Eishockey Regionalliga West - EHC Neuwied - Die Eisbären

EHC spürt im Finale keinen Druck

Bären spielen gegen Duisburg um den Titel - Spiel zwei am Sonntag in Neuwied

Die Bären (rechts: Sven Schlicht) werden sich mit allem, was sie haben, reinwerfen, um dem Favoriten aus Duisburg Probleme zu bereiten. Foto:  EHC

Neuwied. Wer den Einzug in ein Meisterschaftsfinale erreicht hat, will in diesem natürlich auch den letzten Schritt gehen sich den Titel sichern. Das gilt für den EV Duisburg und den EHC „Die Bären“ 2016, die am Freitagabend ab 19.30 Uhr in Duisburg die Endspielserie der Regionalliga West eröffnen und diese mit Spiel zwei am Sonntag ab 19 Uhr im Icehouse fortsetzen, gleichermaßen. Trotzdem gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen Neuwied und den Füchsen. Bären-Manager Carsten Billigmann verdeutlicht: „Wir wollen die Serie natürlich für uns entscheiden, Duisburg befindet sich eigentlich in der Position des Müssens. Sie haben eine riesigen Kader mit enormer Tiefe.“

Zwei Niederlagen hat der ehemalige DEL-Ligist in der Hauptrunde kassiert, im Play-off-Halbfinale kam gegen die Ratinger Ice Aliens eine dritte hinzu. Angesichts dieser Bilanz kommt Billigmann zu einem klaren Ergebnis bei der Einschätzung des Kräfteverhältnisses: „Duisburg ist der klare Favorit. Daran ändern auch die Tatsachen nichts, dass wir gegen Dinslaken einen Halbfinal-Sweep hingelegt haben und ich unserem Team selbstverständlich alles zutraue.“

Ein Regionalliga-Finale mit Beteiligung des EHC – das stand schon vor zwei Jahren auf der Agenda, als Corona schließlich die Austragung des Endspiels gegen die EG Diez-Limburg verhinderte. Entsprechend heiß ist die Mannschaft, sich in der ersten Finalserie in der Historie des „neuen“ EHC so teuer wie möglich zu verkaufen und im Idealfall selbstredend die Überraschung zu schaffen. „Wir haben mit dem Sieg gegen Dinslaken Selbstvertrauen getankt, und mit unseren Fans im Rücken sind wir gerade zu Hause eine Nummer. Auf die Unterstützung unserer Anhänger setzen wir natürlich besonders“, so Billigmann.

Wie man Duisburg bezwingt, weiß ein Neuwieder ganz genau: Trainer Leos Sulak führte in der Saison 2014/15 den EHC Freiburg zur Oberliga-Meisterschaft – durch einen Endspielsieg gegen den EVD. Wenn Sulak, diesmal mit den Bären, eine weitere Überraschung schaffen würde, hätte die Neuwieder Eishockey-Familie nichts dagegen.

Und was beduetet der Meistertitel in der Regionalliga West im Hinblick auf die nächste Saison? In den vergangenen Jahren verschaffte sich die Eishockey-Oberliga den Ruf einer „Meldeliga“. Zunächst das Talent-Team des Krefelder EV, dann auf einen Schlag die EG Diez-Limburg, die Hammer Eisbären und der Herforder EV – gleich vier Teams gingen den Weg in die dritthöchste deutsche Spielklasse, ohne dafür eine sportliche Qualifikationshürde genommen zu haben. Das ändert sich in dieser Saison. Wie Oberliga-Leiter Markus Schubert erklärt, muss ein Oberliga-Neuling eine entsprechende Vorleistung erbringen, und dazu reicht es nicht, „nur“ das Finale der Eishockey-Regionalliga West erreicht zu haben. Selbst ein Finalsieg wäre noch nicht gleichbedeutend mit dem Aufstiegsrecht.

Geplant ist nämlich, sofern die Mannschaften die Bereitschaft dazu erklären, eine Runde der Regionalliga-Meister West, Nord und Ost im April auszuspielen, deren Sieger dann die Oberliga-Startberechtigung erhält. Der EV Duisburg soll kürzlich beim Verband nachgefragt haben, ob eine Finalniederlage unter Umständen dafür ausreichen könnte. Die Antwort: ein klares Nein. Inwieweit in den Staffeln Ost (hier sind die Schönheider Wölfe derzeit die Nummer eins) und Nord (die Harzer Falken dominieren nach Belieben die Hauptrunde und führen sie mit großem Vorsprung an) Oberliga-Ambitionen vorherrschen, ist nicht zuverlässig überliefert. Vor Wochen war die Rede davon, Braunlage könnte sich einen Gang nach oben vorstellen. Inzwischen gibt es anderslautende Gerüchte.

Und im Westen? Duisburg würde wohl auf jeden Fall die Oberliga-Rückkehr anstreben. „Für uns ist das in diesem Jahr kein Thema“, erklärt hingegen EHC-Manager Carsten Billigmann. Der EHC will weiterhin gesund wachsen und nichts überstürzen. Mit dieser Strategie fuhr der Verein in den vergangenen Jahren gut. „Im nächsten Jahr“, wirft Billigmann einen unverbindlichen Blick voraus, „können wir uns darüber eher unterhalten.“

Die Finaltermine im Überblick

Spiel 1: EV Duisburg - EHC „Die Bären“ 2016 (18. März, 19.30 Uhr)

Spiel 2: EHC „Die Bären“ 2016 - EV Duisburg (20. März, 19 Uhr)

Spiel 3: EV Duisburg - EHC „Die Bären“ 2016 (25. März, 19.30 Uhr)

Spiel 4: EHC „Die Bären“ 2016 - EV Duisburg (27. März, 19 Uhr, falls notwendig)

Spiel 5: EV Duisburg - EHC „Die Bären“ 2016 (1. April, 19.30 Uhr, falls notwendig)

Die Bären (rechts: Sven Schlicht) werden sich mit allem, was sie haben, reinwerfen, um dem Favoriten aus Duisburg Probleme zu bereiten. Foto: EHC

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