Lokalsport | 15.03.2019, 18:30 Uhr

Mitgliederversammlung des Tennisverbandes Rheinland

Eine Frau im Präsidium und mehr Geld für den Verband

Sandra Beyl aus Lahnstein zur Jugendwartin gewählt – Zustimmung zur Beitragserhöhung

Das neue Präsidium.Foto: privat
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Koblenz. Es wurde ja auch Zeit. „Endlich eine Frau“, war aus dem Kreis der Delegierten nach der Wahl von Sandra Beyl aus Lahnstein zur TVR-Jugendwartin zu hören. Ebenso einstimmig fiel das Votum für eine Erhöhung der Beiträge aus, zweiter Schwerpunkt der Mitgliederversammlung des Tennisverbandes Rheinland (TVR) auf der Koblenzer Karthause.

Zehn Jahre lang hatte Michael Montada „immer mit einem hohen Anspruch“, so der wiedergewählte TVR-Präsident Ulrich Klaus, das Amt des Jugendwartes mit Engagement und neuen Ideen ausgefüllt. Im Schlussabsatz seines Jahresberichtes 2018 kündigte Montada seinen Abschied an: „Meine persönliche Lebensgestaltung sieht etwas anders aus.“ Ulrich Klaus verwies in seiner Würdigung auf Montadas „beeindruckende sportliche Bilanz“ sowohl als Verbandstrainer (1995 – 2002) als auch als Jugendwart im Rheinland (2009 – 2019) wie zwei Jahre lang auf rheinland-pfälzischer Ebene. Ob er sich künftig einer anderen Sportart widmen wird, weiß man nicht, einen Golf-Gutschein gab es schon mal für Michael Montada, neben Urkunde und Silberner Ehrennadel, zum Dank für „hervorragende Zusammenarbeit mit altem und neuem Trainerteam“.

Nun wird also Sandra Beyl, acht Jahre lang Jugendwartin des TC Rhein-Lahn Lahnstein, dort auch Turnierleiterin, Oberschiedsrichterin und seit 40 Jahren aktive Spielerin, „die Herren des Präsidiums unterstützen“. Die wurden, wie Sandra Beyl, einstimmig (wieder-)gewählt: Präsident Klaus, Vize Carl Kipp, Schatzmeister Wolfgang Jung, Sportwart Hans Molitor „letztmalig für zwei Jahre“ sowie die Leiter Spielbetrieb (Andreas Germei) und Sportentwicklung (Alexander Specht).

Beitrag seit 1989 unverändert

Zuvor hatte das alte Präsidium, als letzte Amtshandlung, einen „schwierigen Tagesordnungspunkt“ zu bewältigen, mit dem man sich lange beschäftigt habe, wie Ulrich Klaus feststellte. Der seit 1989 unveränderte Beitrag der Vereine an den Tennisverband Rheinland sollte um 88 Cent pro Mitglied erhöht werden, von 1,52 Euro auf 2,40 Euro. „Man hätte das vielleicht in kleineren Schritten angleichen können“, gab der Präsident zu. Aber seine Argumentation war stichhaltig, die Zahl der Gründe lang und für jeden Vereinsvertreter – 40 Vereine (von 378) waren mit 127 Stimmen (von 842) in der Gymnasiums-Aula vertreten – einsichtig und nachvollziehbar. Reduzierung öffentlicher Fördermittel und Zuschüsse, weniger Sponsorengelder und Mitgliedsbeiträge, erschöpftes Einsparpotenzial bei stark gestiegenen Kosten, dadurch kein finanzieller Spielraum mehr für wichtige Zukunftsinvestitionen. Der Antrag wurde ohne Gegenstimme angenommen. Schatzmeister Jung durfte den Haushaltsvorschlag 2019 präsentieren, in den die Beitragserhöhung bereits eingearbeitet war, und erhielt einstimmige Zustimmung.

Probleme der Vereine diskutiert

Erheblichen Diskussionsbedarf hatte es zum Beginn der Versammlung, nach der Auszeichnung von Matthias Germei, Vorsitzender des TC Rheinböllen, mit der Silbernen und Ute Gilberg (Vorsitzende TC Eitelborn) mit der Bronzenen Ehrennadel, im Anschluss an das Referat von Verbands- und Landestrainer Sascha Müller gegeben. Sein Thema „Verzahnung von Leistungssport und Breitensport im Verein“ sprach in vielen Punkten Sorgen und Bedenken der Zuhörer/-innen an. Das zeigte sich schon beim Einstieg in Müllers Vortrag, einer „Analyse der Gesamtsituation verschiedener Vereine“.

Die Probleme: Es wird immer schwerer, Mitglieder zu gewinnen wie auch Trainer zu finden, der Nachwuchs wechselt nach kurzer Probierphase zu einer anderen Sportart, Lernfortschritte zeigen sich erst nach Jahren, Zusagen für Mannschaftsspiele werden nicht gehalten, Kosten für Training und Hallennutzung bereiten ebenso Probleme wie die Suche nach Ehrenamtlern. Dem Trainer kommt laut Müller eine immer wichtigere Bedeutung zu bei Maßnahmen wie Nutzung methodischer Konzepte, einem regelmäßigen Trainingsangebote (auch im Winter), der Integration in die Mannschaft, Information der Eltern und dem Kontakt zur Sportart Tennis mehrfach in der Woche.

Der Verbandstrainer gab Hinweise für den Umstieg von Breitensport zum leistungsorientierten Vereinstraining und schloss mit allgemeinen sowie tennisspezifischen Empfehlungen. Die anschließende lebhafte Diskussion bestätigte die Sorgen der Ehrenamtler und ihre intensiven Bemühungen. „Der Verein muss attraktiv sein, damit Tennis der zweitbeliebteste Sport bleibt“, lautete die Forderung von TVR-Präsident Ulrich Klaus, der sich der scheidende TVRP-Präsident Dieter Kirschenmann anschloss: „Die Sportentwicklung ist richtungsweisend.“

Thomas Wächtler

Das neue Präsidium.Foto: privat

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