WTM Ferrari triumphiert beim dritten VLN-Lauf
„Endlich mal gewonnen“
Adenau. Eine Woche nachdem der Nürburgring und die Nordschleife ihren 90. Geburtstag gefeiert haben, startete die legendäre Rennstrecke, mit dem dritten Lauf zur VLN Langstreckenmeisterschaft, in ihr neues motorsportliches Jahrzehnt. Im Gegensatz zum Eröffnungsjahr, als Rudolf Caracciola im Kompressor-Mercedes das erste große Automobilrennen auf dem Nürburgring gewonnen hat, ging mit dem Erfolg des Ferrari 488 GT3 der Sieg beim ersten Rennen in der neuen Zeitepoche, nicht an einen der deutschen Sportwagenhersteller. Verantwortlich für den Erfolg des Rennboliden aus der italienischen Sportwagenschmiede in Maranello, war das Wochenspiegel Team Monschau. Pilotiert wurde der siegreiche Ferrari 488 GT3 von Oliver Kainz (Mayen), Jochen Krumbach (Eschweiler) und Georg Weiss (Monschau). Bei Ihrem Erfolg konnte sich das Fahrertrio beim 59. ADAC ACAS H&R-Cup gegen insgesamt 144 weitere Teilnehmer, auf der 24,358 Kilometer langen Kombination aus Grand-Prix-Strecken-Kurzanbindung und Nordschleife, durchsetzen. Der Sieg des WTM-Boliden war erst der zweite eines Ferrari in der Geschichte der VLN Langstreckenmeisterschaft. Der erste Erfolg der italienischen Marke datierte auf den 14. Mai 2011. „Endlich mal gewonnen“, sagte Oliver Kainz, der sich über seinen dritten VLN-Sieg freuen durfte. Für seinen Teamkollegen Krumbach war es der vierte Gesamtsieg und Teameigner Georg Weiss machte sich selbst, mit seinem ersten Sieg, ein um zwei Tage verspätetes Geburtstagsgeschenk. „Ich war mir zu Beginn meines Stints nicht sicher, ob der Vorsprung auf den Manthey-Porsche reichen würde“, gestand Weiss. „Jetzt bin ich extrem glücklich, dass es nach zehn Jahren mit unserem Team endlich zum ersten Sieg gereicht hat.“
Zeitstrafe wirbelt Platzierungen durcheinander
Auf Rang zwei überquerte der Manthey Porsche 911 GT3 in der Besetzung Mathieu Jaminet (Frankreich), Otto Klohs (Ludwigshafen) und Lars Kern (Weissach) mit einem Rückstand von 52,755 Sekunden die Ziellinie. Als Dritter sah die Besatzung des Renault R.S.01 mit Dieter Schmidtmann (Mechernich), Heiko Hammel (Forchtenberg) und Michele di Martino (Eitorf) die Zielflagge. Allerdings musste das Team im Nachhinein eine Zeitersatzstrafe von 185 Sekunden wegen überhöhter Geschwindigkeit an einer Unfallstelle akzeptieren, was letztlich Position sieben bedeutete. Daraus resultierend komplettierten Jeffrey Schmidt (Schweiz) und Michael Ammermüller (Rotthalmünster) das Podium des dritten VLN Laufes. Auf Rang zwei liegend hatte die Besatzung des Audi R8 LMS von Land-Motorsport zuvor jedoch Pech. Beim letzten Boxenstopp warf ein technisches Problem das Siegerteam des 24-Stunden-Rennens bis auf den vierten Rang zurück. Der vierte Rang, in der nach der Strafzeit des Renault Teams korrigierten Endabrechnung, ging an Porsche-Werksfahrer Sven Müller (Bingen), Steve Smith (Schweiz) und Randy Walls (Rothenburg) in einem weiteren GT3 R von Manthey Racing. Müller hatte dem Trio im Zeittraining mit einer Zeit von 7:57,424 Minuten die Poleposition gesichert und das Rennen in den ersten acht Runden angeführt. Auf Platz fünf kam der Mercedes-AMG GT3 von Landgraf-Motorsport mit einem Rückstand von 4:14,737 Minuten auf die Spitze ins Ziel. Mit diesem Zieleinlauf gewannen Stefan Schmickler (Bad Neuenahr-Ahrweiler) und Kai Riemer (Filderstadt) zugleich die VLN Amateurwertung. Peter Posavac (Essen), Alex Lambertz (Heinsberg) und Claudia Hürtgen (Aschheim) fuhren im BMW Z4 GT3 von Walkenhorst Motorsport auf Position sechs. Dahinter auf Rang sieben die Besatzung des bereits erwähnten Renault R.S.01.
Regionale Teams: Erfolg für GetSpeed Performance
Neben dem zweiten Gesamtrang des Manthey Porsche 911 GT3 konnten von den regionalen Teams auch das Team von GetSpeed Performance (Meuspath) ein erfolgreiches Rennen für sich verbuchen. Mit den Positionen eins und drei in der CUP2 Klasse für Porschefahrzeuge des Typs 911, sowie einem zweiten Rang in der Porsche Cayman GT4 brachte man auf jeder Podiumsplatzierung ein Fahrzeug ins Ziel. Doch damit nicht genug auch in der SP7 sicherte sich das Team mit einem Porsche 911 GT3 den Sieg und kürte sich damit sicherlich bei diesem Rennen zum erfolgreichsten Team aus der Region. Nach den zwei Siegen im BMW M235i Racing Cup vom Team Scheid - Honert Motorsport in den ersten beiden VLN Läufen, blieb der Erfolg dem Eifelteam von Teamchef Johannes Scheid auch im dritten Rennen treu. Auch wenn den Piloten des Eifelblitz Thomas Jäger und Rudi Adams am Ende 26 Sekunden auf VLN Meister Michael Schrey fehlten, konnten sie mit dem zweiten Rang ihre dritte Podiumsplatzierung in Folge einfahren. In der neuen TCR-Klasse reichte es auch für Andreas Gülden und Benjamin Leuchter nach zwei Siegen in den Rennen zuvor, ebenfalls nicht für den Sprung auf die oberste Podiumsstufe. Die Besatzung belegte mit dem VW Golf GTI TCR am Ende die dritte Klassenposition.
Schwarzer Tag für Teichmann und Frikadelli
Einen schwarzen Tag erlebten dagegen die Teams von Teichmann und Frikadelli Racing. Frikadelli Racing hat im 90-minütigen Training die Reifen eines anderen Herstellers (Pirelli) ausprobiert und dabei erkannt, dass ein Start bei dem Vierstundenrennen in dieser Kombination keinen Sinn machte. Während das Profi-Auto von Alex Müller und Klaus Bachler im Training 28 Sekunden auf die Spitze verlor und in der Garage blieb, fuhren Sabine Schmitz, Klaus Abbelen sowie Andreas Ziegler aus der Boxengasse dem gestarteten Feld für einige Testrunden hinterher. „Wir haben etwas Neues ausprobiert, aber das hat leider nicht funktioniert“, erklärt Teambesitzer Abbelen. Beim dritten Lauf ging Teichmann Racing, noch euphorisiert vom Doppelsieg in der Cayman Klasse beim 24h Rennen, mit drei Fahrzeugen an den Start. Zwei Fahrzeuge wurden im Rennverlauf in Unfälle verwickelt, wobei eines auf Grund des daraus resultierenden Reparaturstopps ohne Aussicht auf einen Podiumsplatz zurückfiel. Beim Überrunden eines langsameren Teilnehmers kollidierte, das zu diesem Zeitpunkt in der Porsche Caymen Klasse führende Fahrzeug so stark, dass es ausschied. Der verbleibende dritte Bolide behauptete sich im Feld der eng umkämpfen Cayman Trophy und überfuhr am Ende auf Platz vier die Ziellinie. Das Team wurde später aber wegen eines strittigen Gelb-Vergehens auf Platz 6 sechs zurückgestuft. Im Teammanagement von Teichmann Racing ist man sich einig: „Das war leider nicht unser Wochenende. So ist das im Motorsport. Mal gewinnt man, mal verliert man.“
Beim Heimrennen des vom MSC Adenau ausgetragenen vierten Lauf zur VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring wartet bei der 48. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy aber bereits eine neue Chance auf das Team.
BURG
Beim Überrunden kollidierte der führende Teichmann Cayman so stark, dass er ausschied. Foto: Peter Burggraf / PeBuMedia
Der siegreiche Ferrari 488 GT3 gefolgt vom zweitplatzierten Manthey Porsche 911 GT3 und dem Renault R.S.01.Fotos: BURG Foto: Peter Burggraf / PeBuMedia
