SG Hocheifel Reifferscheid, Fußball-Kreisliga A Rhein/Ahr
Erfolg in Remagen war teuer erkauft
Adenau. Die SG Hocheifel Reifferscheid ist mit einem überzeugenden 4:1 (1:0)-Sieg beim SV Remagen in das neue Kalenderjahr gestartet. Durch dieses Resultat konnte sich die Elf von Trainer Mario Etteldorf in der Tabelle verbessern und belegt aktuell den zweiten Platz.
Bei frühlingshaften Temperaturen auf dem direkt am Rhein gelegenen Remagener Kunstrasenplatz wurde in der Anfangsphase der Partie deutlich, dass beide Teams großen Respekt voreinander hatten und vor allem bemüht waren, nach der langen Winterpause wieder in den eigenen Spielrhythmus zu finden.
Gerade in der ersten Viertelstunde übten die Hausherren dabei einen enormen Druck aus und störten die Gäste beim Spielaufbau, wodurch es zwangsläufig zu vielen Fehlpässen und langen Bällen kam.
Das Spielniveau besserte sich aber rasch, da die SGH immer häufiger spielerische Lösungen fand und sich erste Abschlussgelegenheiten erarbeitete. Nachdem der sehr engagierte Flügelspieler Luca Dederichs mit einem guten Weitschuss noch denkbar knapp gescheitert war, besorgte Lukas Knelke mit einem überlegten Abschluss aus etwa zehn Metern die Führung für die Gäste vom Nürburgring (29.). Trotz des Tores gelang es der SG im weiteren Verlauf der ersten Hälfte nicht wirklich, die Spielkontrolle vollends an sich zu reißen.
Vielmehr blieb die Partie unruhig, wobei sich beide Mannschaften vor allem im Mittelfeld in intensiven Zweikämpfen gegenseitig aufrieben.
Vereinzelt kam es bis zum Pausenpfiff noch zu Torabschlüssen, jedoch führten diese auf beiden Seiten zu keinem Torerfolg mehr.
Nach Wiederanpfiff erwischte die SGH einen absoluten Traumstart: Ein langer Ball aus der Abwehr landete bei einem Remagener Innenverteidiger, der jedoch strauchelte und so den Weg für den durchstartenden Tom Wolff bereitete. Der Torjäger hatte keine große Mühe, den Ball überlegt am machtlosen Remagener Schlussmann vorbei ins Tor zu befördern. Durch diesen zweiten Treffer erlangten die Etteldorf-Schützlinge spürbar Sicherheit und kontrollierten in dieser Phase das Spiel eindeutig.
Nur fünf Minuten nach dem 2:0 wurde Knelke von seinem Gegenspieler im Strafraum von den Beinen geholt, wodurch der sehr souverän pfeifende Unparteiische richtigerweise auf Strafstoß für die SGH entschied. Der ansonsten fehlerlos agierende Innenverteidiger Tobias Weiler scheiterte mit seinem Versuch jedoch am glänzend reagierenden Remagener Torhüter.
Frühe Entscheidung
Trotz des Fehlschusses hielt das Team den Druck auf die Gastgeber aufrecht und konnte in der 55. Minute durch Tom Wolff für eine Entscheidung sorgen, als er in den Strafraum eindrang und aus zentraler Position zum 3:0 vollstreckte. Weitere sieben Minuten später verkürzten die Hausherren nach einer Standardsituation jedoch auf 1:3, als eine Freistoßflanke per Kopf verlängert wurde und ein Remagener Akteur den Ball aus kürzester Distanz über die Linie drückte.
Insgesamt blieben die Hausherren aber gerade in der Offensive zu harmlos und scheiterten häufig bereits in den Zweikämpfen gegen die sehr gut organisierte Viererkette, in der zunächst Frank Wiese, Sebastian Lauermann, Tobias Weiler und Simon Schmitz agierten. Da den tapfer mitspielenden Remagenern die Mittel für eine Schlussoffensive fehlten, kontrollierten die Gäste die Partie auch in der Schlussphase relativ souverän.
Für die endgültige Entscheidung sorgte in der 71. Spielminute dann wiederum Wolff, der mit seinem dritten Treffer des Tages auf 4:1 stellte.
Die SGH hätte in der Schlussphase durchaus noch drei bis vier Tore mehr erzielen können, jedoch wurden erstklassige Kontermöglichkeiten allzu fahrlässig vergeben.
Alles in allem ist der Auswärtssieg als absolut verdient einzustufen.
Das Team zeigte zwar keine perfekte, aber eine sehr engagierte und schwungvolle Vorstellung.
Wer bedenkt, dass der SV Remagen eine traditionell extrem heimstarke Mannschaft ist, bei der die SGH bis zu diesem Spiel noch nie gewinnen konnte, für den ist die Leistung des Teams umso höher einzustufen. Trotz allem ließ sich in einigen Bereichen auch noch Verbesserungspotenzial erkennen.
So fehlte gerade in der ersten Halbzeit beim Spiel gegen den Ball noch etwas die Abstimmung zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen.
Auch die Chancenverwertung muss in Zukunft wieder besser werden.
Wie sich am Sonntag herausstellte, hat die SGH den Erfolg in Remagen teuer bezahlen müssen: Bei Simon Schmitz, der während der Partie auf den Arm gefallen war und ausgewechselt werden musste, wurde eine Fraktur des Radiusköpfchens am Ellenbogen diagnostiziert.
Dies bedeutet, dass der Außenverteidiger für die nächsten sechs Wochen nicht zur Verfügung stehen wird und damit bereits zum zweiten Mal in dieser Saison langfristig ausfällt.
Außer dieser bitteren Nachricht ist die personelle Lage bei der SGH aber als sehr gut zu bezeichnen.
In Remagen fehlten dem Team zwar noch Anh Nguyen, Richard Schäfer und Daniel Gördes (alle private Termine), ansonsten waren aber alle Mann an Bord. Niklas Pauly laboriert aktuell an hartnäckigen Hüftproblemen, weshalb er von Etteldorf noch etwas geschont wird.
SG Hocheifel Reifferscheid: Lußem, Wiese (79. Baur), Lauermann, Weiler, Schmitz (63. Hoffmann), Dederichs, Pung, Hertel (60. Pauly), Schumacher, Knelke, Wolff.
Vorschau
Die SG Hocheifel trifft am Samstag, 18. März, zu Hause auf die SG Wehr. Das Spiel findet um 17 Uhr auf dem Adenauer Hartplatz statt.
