VLN auf dem Nürburgring
Erster Gesamtsieg für Frikadelli Racing
Rennteam aus Barweiler konnte den ersten VLN Gesamtsieg in der Teamgeschichte verbuchen
Nürburg. Nur zwei Wochen nachdem Gastspiel der Formel 1 und eine Woche nach den Europameisterschaftsläufen der Renntrucks, zeigte sich das Fahrerlager des Nürburgrings am vergangenen Samstag wieder offen für die Fans der Langstreckenmeisterschaft. Nichts war mehr zu spüren von dem Glamour des Formel-1-Zirkuses oder den Dunstwolken der hubraumstarken Truck-Motoren.
Was geblieben war, war Motorsport auf höchstem Niveau und das hoch sommerliche Eifelwetter, wodurch das Rennen bei Cockpittemperaturen von 50 C° und mehr, für so manchen Akteur zu einer wahren Hitzeschlacht wurde.
Am besten mit den hohen Temperaturen kamen die Fahrer von Frikadelli Racing zurecht. Nach vier Stunden überquerten Klaus Abbelen (Barweiler), Patrick Huisman (Niederlande) und Patrick Pilet (Frankreich) im Porsche 911 GT3 R unter der Bewerbung des MSC Adenau als Erste die Ziellinie und sicherten damit dem Rennteam aus Barweiler den ersten VLN Gesamtsieg in der Teamgeschichte. „Das ist ein unbeschreibliches Gefühl, nach acht Jahren endlich den ersten Sieg einzufahren“, freute sich Fahrer und Teamchef Klaus Abbelen (Barweiler). „Unser Team hat wie immer einen perfekten Job gemacht und uns ein sehr gutes Auto bereitgestellt.“ Um so schmerzlicher dürfte nach diesem Erfolg Sabine Schmitz (Barweiler) ihre Knieverletzung gespürt haben, denn zum ersten Mal seit 50 Rennen, vereitelte diese Ihren Einsatz in dem Frikadelli Porsche. Rang zwei belegten Abdulaziz Al Faisal (Saudi Arabien), Max Sandritter (Raubling) und Dominik Baumann (Österreich) im BMW Z3 GT3 des PIXUM Team Schubert. Komplettiert wurde das Podium von der Besatzung des Porsche RSR vom Team Manthey mit Georg Weiss (Monschau), Oliver Kainz (Kottenheim), Jochen Krumbach (Eschweiler) und Michael Jacobs (Roetgen-Rott). Begünstigt wurden die Ränge zwei und drei durch das Pech vom Phoenix Racing. Knappe fünf Minuten vor dem Ende des Rennens war der, zu diesem Zeitpunkt auf Rang 2 positionierte Audi R8 LMS ultra von Frank Stippler (Bad Münstereifel), Ferdinand und Johannes Stuck (beide München), in einer Gelbphase von einem Konkurrenten am Heck getroffen und stark beschädigt worden. Zwar brachte Ferdinand Stuck den Boliden noch in langsamer Fahrt an die Box, büßte bei der Reparatur aber so viel Zeit ein, dass man auf die vierte Gesamtposition zurückfiel. Die gleichen fünf Minuten waren es auch, die das Team von Raceunion Teichmann Racing vom Sieg in der Porsche Cup Klasse trennten. Als führender in seiner Klasse hatte der Porsche des Adenauer Teams die letzte Runde in Angriff genommen, in deren Verlauf aber die Benzinpumpe ihren ordnungsgemäßen Dienst versagte und der Porsche nur noch ins Ziel rollen konnte. Aus der Traum vom Klassensieg. Am Ende reichte es noch für einen dritten Klassenrang und Platz 7 im Gesamtklassement. Mehr Grund zum Jubeln bescherte dem RTR Team die Besatzung des Opel Astra OPC, Michael Bohrer (Merzig) und Peter Kreuer (Pomster), die sich nach einer bravourösen Fahrt, den Klassensieg in der prestigeträchtigen Opel CUP-Klasse sicherten. Ein Sauna-Gang ist angenehmer als bei diesen Temperaturen im Rennauto zu sitzen“, sagte Michael Bohrer nach dem Rennen mit einem Lachen.
Den Saunatemperaturen trotzte auch Michael Mönch (Adenau), der gemeinsam mit Oliver Frisse (Rüthen) und Jan von Kiedrowski (Oldenburg) den BMW 325i als Dritte in der Klasse V4 ins Ziel pilotierten. Über die gleiche Platzierung in der Klasse V6 konnte sich auch das Fahrerduo Jörg Viebahn (Engelskirchen) und Ivan Jacoma (Schweiz) mit dem Porsche 911 von Pro Sport aus Herschbroich freuen.
Aber es herrschte nicht nur heiterer Sonnenschein an diesem Wochenende am VLN-Himmel, bereits am Freitagabend war mit dem Rückzug der beiden Mercedes SLS AMG GT3 von Seriensponsor ROWE ein dunkles Gewitter aufgezogen. Nach Meinung von Teaminhaber Michael Zehe werden die GT3-Fahrzeuge von Audi und Porsche nach der aktuell gültigen technischen Regelung so deutlich bevorteilt, sodass ein Start mit dem Mercedes SLS keinen Sinn ergeben würde. Nun hofft das Team auf eine Regeländerung bis zum 24. August, wo nach einer fünfwöchigen Sommerpause mit dem sechs Stunden ADAC Ruhr-Pokal-Rennen der Höhepunkt der Langstreckenmeisterschaft auf dem Programm steht.
-BURG-
