Der Linzer Coach Paul Becker spricht über seine Arbeit beim VfB
„Es macht Spaß, mit der Mannschaft zu arbeiten“
Linz. Der Linzer Trainer Paul Becker hat mit seiner Mannschaft eine erfolgreiche Saison 2015/2016 hinter sich, die mit einem dritten Platz belohnt wurde. Nun steht der Start in die neue Spielzeit vor der Tür. BLICK aktuell unterhielt sich mit dem VfB-Coach.
BLICK aktuell: Herr Becker, Sie bestreiten jetzt Ihre zweite Saison beim VfB Linz. Was waren die Beweggründe weiterzumachen?
Paul Becker: Der VfB ist mein Heimatverein. Ich fühle mich in Linz sehr wohl, und die Zusammenarbeit innerhalb des Vereins ist sehr gut. Die Mannschaft steht am Anfang ihrer Entwicklung, und ich möchte natürlich das Angefangene auch zu Ende bringen. Es macht sehr viel Spaß, mit der Mannschaft zu arbeiten, sodass es überhaupt keinen Grund gab nicht weiterzumachen. Wir sind ja noch nicht am Ziel angekommen.
BLICK aktuell: Der dritte Platz in der letzten Spielzeit kam für viele überraschend. Für Sie auch?
Becker: Überraschend möchte ich nicht sagen. Ich wusste ja um die Qualität des Kaders. Man konnte jedoch nicht erwarten, dass sich die Mannschaft direkt so zusammenfindet. Aber ich hatte von Beginn an ein gutes Gefühl. Der gute Start mit den Erfolgen in Windhagen und dem Rheinlandpokalerfolg gegen Wirges erleichterten natürlich die Mannschaftsbildung ungemein.
BLICK aktuell: Das jugendliche Alter des VfB ist eine gefährliche Angelegenheit und kann aufgrund der Unerfahrenheit der Mannschaft leicht ins Auge gehen. Sind Sie sich der Gefahr bewusst?
Becker: Eine Gefahr besteht immer. Der Fußball ist nur bedingt planbar. Sicherlich fehlt es uns hier und da an Erfahrung, aber die jungen Spieler haben fast alle im höherklassigen Jugendbereich gespielt und sind technisch und taktisch gut ausgebildet. Was uns an Erfahrung fehlt, versuchen wir durch taktische Disziplin und hohe Laufbereitschaft zu kompensieren. Des Weiteren sind unsere Führungsspieler im besten Fußballalter. Ich bin davon überzeugt, dass die Mischung stimmt.
BLICK aktuell: Sie sind mutig. Sie wollen mit der Youngster-Truppe besser abschneiden als im Vorjahr. Sie haben mit Bernard einen absoluten Leistungsträger verloren und mehrere routinierte Stammkräfte an die zweite Mannschaft abgegeben. Setzen Sie die Mannschaft damit nicht mächtig unter Druck?
Becker: Es ist unser Ziel, die Leistungen der letzten Saison zu bestätigen. Das ist unser aller Anspruch, dem wir gerecht werden wollen. Das mittelfristige Ziel ist der Aufstieg in die Rheinlandliga. Dafür bin ich nach Linz gekommen. Dies wird auch innerhalb des Vereins und der Mannschaft offen kommuniziert. Es muss aber nicht in der anstehenden Saison sein. Wir haben nicht die Vorgabe der Vereinsführung, dass wir aufsteigen müssen. Ziel ist es, spätesten 2020 im Verbandsoberhaus zu sein, denn dann wird der VfB 100 Jahre alt. Somit hält sich der Druck in Grenzen. Wir geben den Spielern alle Zeit sich zu entwickeln.
BLICK aktuell: Wie würden Sie Ihren Führungsstil bezeichnen?
Becker: Da fragen Sie am besten meine Spieler. Ich denke, ich habe eine Mischung aus direktem und kooperativem Führungsstil. Ich gebe schon vieles vor, bin aber für Anregungen und Kritik offen. Die gilt für meinen Trainer- und Betreuerstamm, aber auch für die Spieler.
BLICK aktuell: Welche Spielweise bevorzugen Sie?
Becker: Wir sind eine offensiv ausgerichtete Mannschaft und versuchen das Spiel durch viel Ballbesitz zu kontrollieren.
BLICK aktuell: Der Spielplan der Bezirksliga steht. Wie stehen Sie zu dem Programm für den VfB?
Becker: Viele der angeblichen Favoriten treffen schon in der Anfangsphase der Saison aufeinander. Dies betrifft auch uns. Ein guter Saisonstart wäre natürlich von Vorteil, gerade für unsere junge Mannschaft, aber das trifft auf alle Mannschaften zu. Da wir dies nicht beeinflussen können, nehmen wir es so, wie es ist. Wir freuen uns auf den Start in Müschenbach.
BLICK aktuell: Wie stark schätzen Sie die Liga ein, und welche Mannschaften gehören Ihrer Ansicht nach zu den Meisterschaftsanwärtern?
Becker: Die Liga hatte bereits letztes Jahr ein gutes Niveau. Das erwarte ich auch in der kommenden Saison. Besonders gespannt bin ich auf Emmerichenhain. Der Aufsteiger hat seine Klasse als ungeschlagener Meister der Kreisliga A sowie als Rheinlandpokalfinalist mehrfach unter Beweis gestellt und ist für mich, neben der SG Ellingen, einer der großen Favoriten auf die Meisterschaft. Ebenfalls zu den Aufstiegsfavoriten zählen meiner Meinung nach Weitefeld und Wissen.
BLICK aktuell: Das sechswöchige Trainings- und Testspielprogramm ist beendet. Welche Schlüsse haben Sie daraus gezogen. Sind Sie für den Start am Freitagabend in Müschenbach gerüstet?
Becker: Mit dem Engagement der Mannschaft bin ich zufrieden. Wir haben ein neues Spielsystem einstudiert und einiges experimentiert. In den sechs Testspielen besaßen die Ergebnisse deshalb wenig Aussagekraft. Wir gehen allerdings stark gehandicapt ins Rennen. Mit Spielführer Michael Krupp (Kreuzbanddehnung) und Markus Wiemer (Adduktorenzerrung) fehlen uns zum Start zwei wertvolle Stammkräfte.
BLICK aktuell: Zum Schluss: Verraten Sie uns Ihr Saisonziel.
Becker: Ich will das wiederholen, was wir in der letzten Saison erreicht haben.
BLICK aktuell: Herr Becker, vielen Dank für das Gespräch. Wir wünschen Ihnen für die kommende Saison viel Erfolg. LS
