Lokalsport | 21.09.2016

SV Rot Weiß Queckenberg

Es müllert wieder auf dem Mount Queck

Beim 4:3 gegen den VfL Meckenheim II stand Uwe Müller nach 52 Monaten wieder für den RWQ auf dem Platz

Rheinbach. Zum zweiten Heimspiel der noch jungen Saison begrüßte der SV Rot Weiß Queckenberg den VfL Meckenheim II. Nach dem recht ernüchternden Auftakt mit Niederlagen gegen Pech (0:5) und bei Galicia Bonn (2:4) wollte die Lohaus-Truppe endlich den Bock umstoßen und den ersten Dreier einfahren.

Für dieses Unterfangen streiften sich mal wieder die Fußballopas Themel und Kurek das Trikot über. Doch auf der Ersatzbank nahm ein weiterer alter Weggefährte gemütlich Platz, der nach über vier Jahren tatsächlich den Weg zurück auf den Mount Queck gefunden hat: Uwe Müller stand nach einem kurzen Telefonat mit Lohaus sofort Gewehr bei Fuß und wollte mit seiner Erfahrung den jungen Wilden bei dem Unternehmen Heimsieg helfen.

Und irgendwie schien die Anwesenheit dieser in Ehren ergrauten Fußballeminenz die Leistung aller Queckies zu beflügeln. Die Marschrichtung des Trainers, aus allen Lagen den gegnerischen Kasten unter Beschuss zu legen, setzten die Voreifler bombastisch in die Tat um. Zunächst durchschnitt ein Geimer-Geschoss die herbstlich angehauchte Queckenberger Höhenluft und schweißte in unnachahmlicher Manier den Führungstreffer ein. Dem wollte Becker in nichts nachstehen und erhöhte aus 20 Metern auf 2:0. Dabei schmatzte das Leder unhaltbar vom rechten Innenpfosten in die Maschen (12./19.).

Nach starkem Auftakt in Lethargie verfallen

Wie so oft konnte der RWQ auch an jenem Tag nur schwer mit der Führung umgehen. Denn nach diesem beeindruckenden Auftakt überließ man den Gästen mehr und mehr das Spiel und verfiel in eine gewisse Lethargie, sodass es nur eine Frage der Zeit war, wann der Anschlusstreffer fallen würde.

Eine Standardsituation und die Glücksgöttin Fortuna halfen dem VfL bei dessen kuriosem 2:1 in der 38. Minute. Doch auch aus dem Spiel heraus tauchten die Gäste mehrmals recht gefährlich vor der Braun-Kiste auf. Die knappe Führung retteten die Madbach-Jungs in die Pause, nach deren Ende die Queckenberger Vereinshistorie um ein weiteres Highlight bereichert wurde. Der völlig erschöpfte Themel machte Platz für den Transfercoup des RWQ: 52 Monate nach seinem letzten Pflichtspiel kehrte Müller zurück auf die Alm und übernahm die Verantwortung in der Defensive. Nur drei Minuten nach Wiederanpfiff war er bereits gefordert und ließ mit einer fairen Grätsche den VfL-Stürmer erblassen und zauberte den Heimfans ein Schmunzeln auf die Lippen – er kann es halt immer noch.

Sand im Getriebe

Allerdings konnte auch er nicht den Sand aus dem RWQ-Getriebe pusten, vielmehr bereiteten die technisch gut aufgelegten Gäste den Einheimischen weiteres Kopfzerbrechen, und nach einer Viertelstunde musste Lohaus zerknirscht den Ausgleich registrieren. Doch wahrscheinlich brauchten die Queckies genau diesen Muntermacher. Denn jetzt wurde gekämpft und geackert, der komplette Ascheplatz umgegraben. Angetrieben von Declair und Rau wurde die Offensive immer wieder mit guten Bällen versorgt, und über Commer, Becker, Geimer oder Degirmen wurden beste Chancen herausgearbeitet. In der 64. Minute verstummte der heilige Berg für einen Moment: An der eigenen Eckfahne wurde der Ball erobert und über drei Stationen fast schon tänzerisch diagonal an die generische Strafraumgrenze befördert. Ein überlegter Pass von Geimer in den Rücken der VfL-Abwehr fand Klemm auf Höhe Elfmeterpunkt, der ließ sich nicht lange bitten und hämmerte die Kugel zur erneuten Führung ins Netz. Das war ein Fußballleckerbissen, wie ihn der am Spielfeldrand zuschauende Udo Klütsch während seiner aktiven Zeit des Öfteren zu spielen pflegte.

Nerven gehörig strapaziert

Damit war der VfL vorerst aus dem Spiel genommen. Neun Minuten später schnürte Geimer seinen ersten Doppelpack in dieser Spielzeit und profitierte dabei von einer mustergültigen Commer-Vorlage. Wer jetzt meinte, das Spiel sei gelaufen, der irrte gewaltig. Denn die Gastgeber wollten wohl die Nerven von Trainer, Betreuer und Fangemeinde nochmals gehörig strapazieren. Man verfiel unverständlicherweise in Hektik und Unordnung und machte damit den Gegner nochmals stark. Vier Minuten vor Ultimo durften denn die Gäste auch noch einmal jubeln, und es begann die Zeit des Leidens, Hoffens und Bangens. Als der allzeit souveräne „Schwarze Mann“ nach 94 Minuten endlich ein Einsehen mit der rot-weißen Fanseele hatte, konnte man den Siegesschrei wahrscheinlich noch im Rheinbacher Freizeitpark hören.

Damit ist der erste Dreier unter Dach und Fach. Am nächsten Sonntag reist der RWQ-Tross ans Pennenfeld in Bonn und wetzt ab 15 Uhr mit dem SC Muffendorf die Messer. Der SV Rot Weiß Queckenberg bedankt sich bei den Verantwortlichen des 1. FC Rheinbach für die unkomplizierte Freigabe für Uwe Müller.

Aufstellung: Braun – Rau, Declair, von Sturm, Themel – Geimer, Commer, Klemm, Becker, Czernik – Degirmen. Verstärkung: Müller, Steinberger, Kurek. Eiserne Reserve: Kappe, Mücklich.

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