Entspannte Sportler beim Silvesterlauf in Wehr
Familiäre Atmosphäre als großes Plus
330 Athleten aller Altersklassen waren bei der 40. Auflage am Start
Wehr. 330 Läuferinnen und Läufer aller Altersklassen gingen bei der 40. Auflage des Wehrer Silvesterlaufs an den Start. Die guten Wetterbedingungen trugen sicher zum großen Starterfeld bei, aber die wachsenden Teilnehmerzahlen zeigen vor allem, dass Vereine und Freizeitläufer der Region die Neuausrichtung des traditionsreichen Laufevents der Lauffreunde Brohltal angenommen haben. Denn der Silvesterlauf in Wehr steht im dritten Jahr ohne offizielle Anmeldung und Zeitmessung ganz unter dem Motto: entspannt den letzten Laufwettbewerb des Jahres angehen und gemeinsam mit der Lauffamilie entspannt den Jahresabschluss feiern.
Mit einem starken Team war die LG Laacher See um Klaus Jahnz auf der Heimstrecke am Start. Die vorderen Plätze im Hauptlauf über 10.600 Meter zum Laacher Kopf und zurück, der von der Wehrer Ortsbürgermeisterin Melanie Hilger gestartet wurde, gingen allerdings an Aktive aus Ahrweiler und Westum. Christian Schindlatz (LT SV Westum) ließ Vorjahressieger Leon Schenke (TuS Ahrweiler) mit einer Zeit von 41:45 Minuten keine Chance. Für Schenke zeigte die Uhr beim Zieleinlauf 42:14 Minuten an. Als Dritter erreichte Björn Glasner (Ahrweiler) das Ziel an der Alten Kellerei. Der ehemalige Radrennfahrer und Sportler des Jahres in Rheinland-Pfalz benötigte 43:33 Minuten für die Strecke mit dem anspruchsvollen Höhenprofil.
Bei allem erkennbaren sportlichen Ehrgeiz ging auch das Spitzentrio den letzten Wettbewerb des Jahres gelassener als andere Laufwettbewerbe an und genoss die schöne Aussicht auf den Laacher See, die Burg Olbrück und das Siebengebirge. So stand auch bei Schindlatz, der zum zehnten Mal in Wehr an den Start ging, nach eigenem Bekunden der Spaß am entspannten Jahresausklang mit Freunden im Vordergrund.
Schnellste Läuferin über 10.600 Meter war Franziska Schneider mit 47:30 Minuten, gefolgt von Sophie Kaufmann (48:10) und Dagmar Rasbach (48:31). Auch Schneider genoss bei ihrem ersten Start in Wehr nach längerer Abstinenz die gemütliche Atmosphäre dieses besonderen Laufs, bei dem der Wettbewerbsgedanke in den Hintergrund gerückt ist. Christoph Mintgen (LG Laacher See) beendete die 5000-Meter-Distanz als schnellster Teilnehmer in 24:05 Minuten.
Katharina Kaufmann erreichte das Ziel an der Alten Kellerei als erste Frau im Teilnehmerfeld auf der Distanz, schnellster Jugendlicher auf der Strecke war Leon Dziewior (VfR Waldbreitbach). Ein familienfreundliches Ergebnis gab es bei den Walking-Wettbewerben. Stephan Lurse finishte als erster Nordic Walker, Dani Lurse erreichte als schnellste Walkerin das Ziel.
Gerade fünf Jahre alt
Familienfreundlich ging es auch beim Bambini-Lauf zu. Die jüngsten im Starterfeld, gerade fünf Jahre alt, gingen trotz der spürbaren Aufregung ohne Fehlstart auf die kürzeste Strecke des Tages. Lautstarke Anfeuerungen der Zuschauer halfen auch nach einem Sturz schnell wieder auf die Beine. Von den insgesamt 30 Kindern waren die älteren 17 auch im Schülerlauf über 1000 Meter am Start.
Dass Dabeisein alles ist, wurde bei den Walking-Wettbewerben sichtbar. Eine elfköpfige Gruppe geistig behinderter Menschen ging, begleitet von freiwilligen Helfern, an den Start. Die Aktiven der Stiftung Scheuern aus Nassau, die von Diplom-Sportlehrer Günter Mesloh trainiert werden, meisterten die sportliche Herausforderung mit Bravour. Auch Lore Arnold, eine 84-jährige Walkerin, kam mit Unterstützung einer Helferin ins Ziel.
Während die letzten Teilnehmer und Teilnehmerinnen noch auf der Strecke waren, wurde in der Römerhalle schon längst gefeiert. Die Lauffreunde Brohltal, die schon an Start und Ziel heiße Getränke angeboten hatten, servierten ihre traditionell gehaltvolle Erbsensuppe und Kuchen. So konnten die Sportler ihre Energiespeicher schnell auffüllen. Auf eine Anmeldegebühr verzichtet der gastgebende Verein seit drei Jahren. Die teilnehmenden Läufer füllten stattdessen eine Spendenbox zugunsten des Vereins „Botzedresse – für Kinderherzen in Not“. Als Anerkennung für die Lauffreunde, die sich seit 40 Jahren als gute Ausrichter und Gastgeber zeigen, gab es eine Urkunde des Leichtathletikverbands Rheinland, die Lars Bersheim als Vorsitzender der Lauffreunde entgegennahm.
Dorfverein mit Erfahrung
LF-Pressewart Mario Schlesiger: „Unser großes Plus ist die familiäre Atmosphäre, die sogar Läufer aus München immer wieder herkommen lässt. Es war wieder eine rundum schöne Sache, organisatorisch hat unser Dorfverein ja auch die Erfahrung.“ Auch im Jahr 2020 dürfen sich Sportler im Brohltal wieder auf einen entspannten Silvesterlauf in der großen, aktiven Lauffamilie freuen.
Familiäre Atmosphäre beim 40. Silvesterlauf in Wehr.
Sie waren die Schnellsten auf der 10.600-Meter-Strecke (von links): Björn Glasner, Christian Schindlatz und Leon Schenke.
Sie sorgten für reibungslose Organisation an Start und Ziel
