Lokalsport | 18.11.2014

SV Rot Weiß Queckenberg - Kreisliga C, Staffel 1

Ferdis letzter Triumph

4:0 gegen SSV Plittersdorf 1922 II

Queckenberg. In den Achtzigern gab es mal einen Werbespot über eine legendäre Automarke. Darin hieß es: Der Käfer läuft und läuft und läuft und läuft und... Bezieht man diesen Slogan auf den RWQ, so müsste es in der Neuzeit heißen: Der Ferdi hält und hält und hält und hält! Doch damit soll nun für immer Schluss sein. So richtig kann man sich das noch gar nicht vorstellen, aber der Hexer vom Mount Queck will nach über 30 Jahren tatsächlich seine Torwarthandschuhe nie wieder anziehen. Gemeint ist Ferdinand Kolvenbach, Vorstandsvorsitzender des SV Rot Weiß Queckenberg, bisherige unumstößliche Nummer zwei zwischen den Pfosten und DAS Schwergewicht von der Madbach.

Die Abeling-Truppe wollte ihrem Chef einen würdigen Abschied im Heimspiel gegen den SSV Plittersdorf 2 bereiten. Man hatte jedoch über die gesamte Spielzeit das Gefühl, dass im Gästestrafraum sogar zwei Mannschaftsbusse geparkt waren, so schwer taten sich die Queckies, um Chancen zu kreieren. Denn trotz drückender spielerischer Überlegenheit fanden sie im ersten Durchgang kein Mittel, um den Abwehr-Beton der Gäste zu zerschlagen. Während man den SSV vergebens auch nur in der Nähe des sicher gehüteten Watty-Kastens suchte, spielte sich das Geschehen fast ausschließlich in deren Hälfte ab. Allein die zündende Idee blieb aus, um die aufgrund der deutlichen Feldvorteile hochverdiente Führung herauszuschießen.

Nach der torlosen ersten Halbzeit war dann jedoch recht bald Schluss mit lustig. Die ohnehin schon enorm laufstarken Außenpositionen erhöhten nochmals die Schlagzahl und in der 48. Minute zappelte das Leder endlich im SSV-Gehäuse. Geimer veredelte einen wunderschönen Spielzug über die Stationen I. Uygur, Mundorf und abermals I. Uygur zur hoch verdienten Führung. Auch danach walzte sich die rot-weiße Angriffsmaschine ohne Unterlass gen Plittersdorf-Gehäuse. Da jedoch Chancen für zwei Spiele vergeben wurden, hielt schließlich Rücker seine Jungs im Spiel, als er nach 55 Minuten das Leder von der Linie kratzte. Davon unbeeindruckt zogen die Voreifeler weiter das Tempo an, und es war nur eine Frage der Zeit, wann endlich die Vorentscheidung fallen sollte. Mit Dominik Declair blieb es dann einem der absoluten Vorkämpfer vergönnt, die Queckenberger Fanseele endlich zu befrieden. Der eigentliche Defensivspezialist bekam zehn Minuten vor Ultimo am Sechzehner die Pille mundgerecht serviert und jagte das Teil in die Maschen. Aber der eigentliche Höhepunkt dieser Partie sollte noch folgen. Als Watty seinen Arbeitsplatz zum (angeblich) letzten Male für Kolvenbach räumte, lag ein Hauch von Wehmut über der Madbach. Viele Schlachten durfte der Hexer schlagen und musste dabei auch so manch bitteren Rückschlag verdauen. Aber gerade deshalb verneigten sich an jenem Sonntag alle Anwesenden vor diesem unerschütterlichen Urgestein, blieb so manches Auge nicht trocken ob des vermeintlichen Abschieds. Doch die Mannschaft war noch gierig und wollte ihrem Boss unbedingt den letzten Gang versüßen. Und so glichen mit Kurek und I. Uygur zwei Akteure das Ergebnis etwas mehr dem tatsächlichen Spielverlauf an (88./90.).

Nach dem Abpfiff hätte eigentlich Trude Herrs Klassiker „Niemals geht man so ganz“ am Eichener Weg aufgelegt werden müssen, denn der RWQ ohne Kolvenbach ist wie Kölle ohne Dom: Unvorstellbar.

Aufstellung: Watty – Klemm, Declair, Winkel – Rücker, I. Uygur – Geimer, Mundorf, Kurek, Becker – D. Uygur. Verstärkung: Dupin, Nehring, Kolvenbach.

Vorschau

Am 30. November tritt der Verein erstmals ohne Kolvenbach zu einem Punktspiel an.

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