Für das Schlusslicht der Fußball-Rheinlandliga ist die Lage nahezu hoffnungslos
Florian Stein: 13 Wunder müssen her
SG Eintracht Mendig/Bell - TSV Emmelshausen 1:3 (0:3)
Mendig. Ganze elf Punkte aus 23 Spielen, 16:56 Tore, bei nur noch 13 ausstehenden Partien zwölf Punkte Rückstand auf Platz 14, der den sicheren Klassenverbleib bedeuten würde: Nach dem deprimierenden 1:3 (0:3) gegen Aufsteiger TSV Emmelshausen ist die Lage beim Fußball-Rheinlandligisten SG Eintracht Mendig/Bell nahezu hoffnungslos. „Wir sind Schlusslicht der Rheinlandliga, uns gehen die Argumente aus“, zeigte sich Trainer Florian Stein völlig konsterniert. „Ob ein Wunder helfen kann? Nein, 13 Wunder müssen her.“
Wie schon gegen den SV Morbach lagen die Gastgeber nach gerade mal vier Minuten mit 0:1 zurück. Einen weiten Einwurf der Gäste konnte SG-Kapitän Florian Schlich nicht aus dem Strafraum befördern. Der Ball fiel Ufuk Kurt vor die Füße, der mit seinem linken Fuß ins rechte Eck vollstreckte. Nach einem der wenigen gelungenen Angriffe der Vulkanstädter suchte Lars Bohm in der Mitte vergeblich nach einem Abnehmer (11.), praktisch im Gegenzug war die Messe so gut wie gelesen: Tobias Lenz durfte einen hohen Ball in aller Seelenruhe annehmen und das Spielgerät mit der Pike ins Netz bugsieren (12.).
Schon zu diesem Zeitpunkt ließen die Mendiger jegliche Körpersprache vermissen. Die totale Verunsicherung nutzte Jonas Bersch nach einem blitzsauberen Konter zum 0:3 nach nur 37 Minuten. „Zum gefühlten siebten Mal in dieser Saison sind wir früh in Rückstand geraten. Jede Woche bricht ein anderer Spieler weg“, suchte Stein nach Erklärungen. „Wenn wir wüssten, wie wir es abstellen könnten, würden wir es tun. Mir fehlen die Worte, die Situation ist sehr ernüchternd.“
Der Traum von einer Aufholjagd nach Wiederanpfiff war schnell beendet. Nach einem schlimmen Fehlpass konnte SG-Torhüter Yannik Reinländer den Emmelshausener Arlind Aliqkaj nur noch mit einer Notbremse stoppen (47.). Schiedsrichter Markus Wozlawek blieb keine andere Wahl, als die Rote Karte zu zücken. Der Japaner Takeru Iino, gegen den TSV als linker Verteidiger in der Startformation, musste vom Feld, Ersatztorhüter Thorsten Bolz rückte zwischen die Pfosten.
Bolz hielt auch gleich den anschließenden Freistoß, musste danach aber nicht mehr eingreifen. Mendig konnte (in Unterzahl) nicht mehr, Emmelshausen wollte (im Gefühl des sicheren Sieges) nicht mehr. Die Hunsrücker verwalteten das Ergebnis souverän bis in die Nachspielzeit und kassierten erst dann den ersten und einzigen Gegentreffer - ausgerechnet gegen nur neun Mendiger, da Stephan Schikora zu diesem Zeitpunkt an der Seitenlinie behandelt werden musste. Nach einer Eckballvariante traf Niklas Heinemann mit einem Schlenzer ins lange Eck (90. + 1).
Nach Schlusspfiff verweilten Trainer Stein, der Sportliche Leiter Frank Schmitz und Vorsitzender Harald Heinemann minutenlang unter der überdachten Auswechselbank und suchten nach Lösungsansätzen.
Der einsetzende Schneeregen passte zur momentanen Situation an der Brauerstraße. „Die Spieler sind nicht in der Lage, das zu bringen, was sie können. Sie wirken total gehemmt“, ließ sich Schmitz entlocken. Die obligatorische Frage, ob es nun möglicherweise zu Kurzschlusshandlungen kommen könnte, verneinte Harald Heinemann rigoros: „Dafür sind wir nicht bekannt.“
Statistik
SG Eintracht Mendig/Bell: Reinländer, Berg, Schlich, Butte (64. Gimnig), Iino (49. Bolz), Strahl, N. Heinemann, Sauerborn (46. Wedemeyer), Schikora, Mrkalj, Bohm.
TSV Emmelshausen: Börsch, Kowalski-Haberek, Bast, Aliqkaj (65. Dörr), Christ, Lenz, Kurt (84. Henning), Retzmann, Bersch, Weber, Hachenthal.
Schiedsrichter: Markus Wozlawek (Bad Breisig).
Zuschauer: 190.
Torfolge: 0:1 Ufuk Kurt (4.), 0:2 Tobias Lenz (12.), 0:3 Jonas Bersch (37.), 1:3 Niklas Heinemann (90. + 1).
Besonderheit: Rote Karte gegen den Mendiger Torhüter Yannik Reinländer wegen einer Notbremse (47.).
Nächste Aufgabe für die SG Eintracht Mendig/Bell: am Samstag, 11. März, um 17.30 Uhr beim FSV Tarforst.
Nächste Aufgabe für den TSV Emmelshausen: am Sonntag, 12. März, um 14.30 Uhr gegen den SV Mehring.
Kaum einmal konnte der Mendiger Neuzugang Stephan Schikora (rechts) dem TSV-Kapitän Nils Bast entkommen.
42 Jahre hat er mittlerweile auf dem Buckel: Routinier Thorsten Bolz musste nach 49 Minuten zwischen die Pfosten, nachdem Torhüter Yannik Reinländer wegen einer Notbremse des Feldes verwiesen worden war. Damir Mrkalj kümmert sich derweil um einen verletzten Emmelshausener Spieler.
