Lokalsport | 09.05.2017

Fußball-Regionalliga Südwest

Für die TuS war in Offenbach mehr drin

Kurz vor der Pause hatte Kevin Lahn die größte Möglichkeit für die TuS Koblenz.TH

Koblenz. Die TuS Koblenz wurde in der Fußball-Regionalliga Südwest wurde als einer der ersten Abstiegskandidaten gehandelt. Nach 34 Spieltagen liest sich die Bilanz aber beeindruckend. Platz sechs, bester Aufsteiger, zweitbeste Abwehr, drittbeste Rückrundenmannschaft, dazu noch der Einzug ins Rheinlandpokalfinale. Der Tiefpunkt scheint mittlerweile überwunden. Beeindruckend waren auch die Vorstellungen in Karbach und in Offenbach. Und das trotz der 0:2-Niederlage bei den Hessen.

FC Karbach - TuS Koblenz 1:2 (0:1). Die TuS steht im Endspiel um den Rheinlandpokal. Zuletzt war dies 2011 der Fall. Gegner wird wie damals Eintracht Trier sein. Nach 95 Minuten beendete Schiedsrichter Benedikt Kempes vor 1325 Zuschauern eine spannende Partie. Beim Anpfiff standen elf Spieler der TuS Koblenz und sieben ehemalige TuS-Spieler (für Karbach) auf dem Platz. Den „Ehemaligen“ war anzumerken, dass sie dem Favoriten ein Bein stellen wollten. Engagiert und lauffreudig präsentierten sich die Gastgeber. Die besseren Gelegenheiten konnte allerdings die TuS vorweisen. Die größte Chance blieb Mitte der ersten Halbzeit ungenutzt, als Christoph Buchner eine Flanke von Andreas Glockner nur an die Latte setzte. Glockner war eine Viertelstunde später der Vorbereiter des Koblenzer Führungstreffers. Seinen Freistoß konnte Florian Bauer sieben Minuten vor der Pause nur abklatschen lassen. Den abprallenden Ball setzte Andre Marx locker in die Maschen.

In Halbzeit zwei änderte sich nicht viel. Die TuS hatte weiter die größeren Spielanteile, aber zumindest auch einmal das Glück auf ihrer Seite. Nach einer knappen Stunde schien sogar nach einer Hereingabe von Sören Klappert der Ausgleich möglich, doch der Ball rollte an Freund und Feind, aber auch am langen Pfosten vorbei ins Aus. Statt 1:1 stand es acht Minuten später plötzlich 0:2. Ein Freistoß von Glockner landete auf dem Kopf von Robert Stark, der den Ball aus sechs Metern in die Maschen wuchtete. Damit schien die Partie entschieden. Karbach blieb bemüht und kam zumindest noch zum Ehrentreffer. Oscar Feilberg traf zum 1:2 (86.) und sorgte so noch einmal für Spannung in der Schlussphase. Doch die Schängel überstanden die weiteren acht Minuten unbeschadet und feierten am Ende den Finaleinzug.

„Die TuS hat eben eine brutale Qualität bei Standards. Das war uns zwar bewusst, aber das kannst du eben nicht immer verhindern“, Karbachs Trainer Torsten Schmidt seine Defensivabteilung trotz des Ärgers ein wenig in Schutz. Petrik Sander war es am Ende egal: „Wir wollten ins Endspiel, das hat heute jeder gemerkt. Wie das bewerkstelligt wurde, ist unter dem Strich egal“, so der Trainer der TuS.

TuS Koblenz: Patzler, Antonaci, Marx, Buchner, Stark, Lahn, Stahl, Grupp, Popovitis (67. Schmidt), Bozic (83. von der Bracke), Glockner (85. Charrier).

Negativserie bleibt bestehen

Kickers Offenbach - TuS Koblenz 2:0 (0:0). Die Negativserie in Offenbach bleibt bestehen. Beim achten Auftritt gab es die sechste Niederlage, und alle ohne Torerfolg. Beide Trainer waren sich anschließend einig, dass die Zuschauer ein tolles Regionalligaspiel gesehen hatten. Nachdem sich in den ersten zehn Minuten die Begegnung meist im Mittelfeld abspielte, legten zunächst erst einmal die Kickers los. So marschierte nach elf Minuten Robin Scheu urplötzlich halblinks allein auf Sebastian Patzler zu. Doch der Torwart war einen Tick schneller am Ball und rettete erst einmal die Null. Es war der Startschuss einer richtig starken Phase der Hausherren. Von Minute zu Minute wurden die Hessen druckvoller und schnürten die TuS in und um den eigenen Strafraum ein. Allerdings ohne sich entscheidend durchzusetzen. So blieben in der Folgezeit Distanzschüsse das einzige Mittel, um das Spielgerät mal in Richtung Tor zu befördern. Doch dieser Elan war nach gut zehn Minuten verpufft. Die Sander-Schützlinge verlagerten die Begegnung wieder in Richtung Mittelfeld, starteten ihrerseits die ersten zaghaften Angriffe und kamen immer öfter in Tornähe. Mit dem Ergebnis, das sie plötzlich mit 5:2 führten, allerdings nur im Eckenverhältnis. Das Ergebnis blieb bis zur Pause beim 0:0. Nach Wiederanpfiff verflachte die Partie zunächst ein wenig. Offenbach blieb bemüht, wirkte aber in vielen Aktion einfach zu ideenlos und verunsichert. Bedingt auch durch das frühe Attackieren der Koblenzer Offensivkräfte.

Dass trotzdem den Gastgebern der Führungstreffer gelang, war einer Nachlässigkeit in der Koblenzer Abwehr geschuldet. Urplötzlich war Dren Hodja etwa 20 Meter vor dem Tor in Ballbesitz gekommen, ging noch zwei Schritte, zog ab und traf unhaltbar ins äußere linke Eck des Koblenzer Gehäuses. Wer nun dachte, dass die TuS einbrechen würde, wurde schnell eines Besseren belehrt. In Gegenteil: Sander brachte mit Dimitros Popovitis und Nico Charrier weitere Offensivkräfte, um auf dem Bieberer Berg die Wende herbeizuführen. Doch bis auf die Gelegenheit von Glockner nach Flanke von Stark sprang nichts heraus.

Lange auf der Kippe

Im Gegenteil: Die 6519 Zuschauer feierten am Ende einen glücklichen 2:0-Erfolg und somit auch drei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenverbleib. Der eingewechselte Christos Stollas (88.) vollendete einen Konter zum 2:0-Endstand. „Es war eine starke Partie, die lange auf der Kippe stand“, gestand Offenbachs Trainer Oliver Reck nach Spielende ein. Und Sander schob nach, dass dies eben auch ein Verdienst seiner Mannschaft gewesen sei. „Daher kann ich den Jungs auch keinen Vorwurf machen.“

TuS Koblenz: Patzler, von der Bracke, Buchner, Glockner, Lahn (64. Popovitis), Grupp, Marx (46. Stahl), Stark, Bozic (71. Charrier), Antonaci, Schmidt.

TH

Kurz vor der Pause hatte Kevin Lahn die größte Möglichkeit für die TuS Koblenz.Foto: TH

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