Lokalsport | 29.02.2016

LAF Sinzig, Abteilung Volleyball

Gäste vergaben zwei Matchbälle

Dritte Liga Süd: TuS Kriftel - LAF Sinzig 3:2 (27:25, 21:25, 21:25, 26:24, 16:14). Die Enttäuschung stand den Sinzigern ins Gesicht geschrieben. Nach 118 Minuten und fünf Sätzen hatten sie mehr Ballpunkte (113:111) erzielt als der Gegner, das Spiel aber mit 2:3 verloren. Doch statt sich über einen auswärts gewonnenen Punkt zu freuen, überwog das Gefühl, zwei Punkte vergeben zu haben.

Denn die Gäste aus dem Rheinland sahen in diesem Spiel schon wie der sichere Sieger aus. Bereits im ersten Satz zeigte sich, dass sich die in den vergangenen Spielen bemängelte Aufschlags- und Annahmequalität ganz erheblich verbessert hatte. Aus der sicheren Annahme um Libero Jan-Niklas Comes und Konstantin Skok konnten die Angreifer mit schnellen Pässen immer wieder in Szene gesetzt werden. Noch allerdings stand der Block der Hessen recht solide, so dass der Satz hart umkämpft blieb. Besonders die Schnellangriffe der Hausherren bereiteten den Sinzigern Probleme. Patrick Hehmann platzierte zwar anschließend lang gezogene und präzise Sprungaufgaben zur zwischenzeitlichen 24:23-Führung, doch der Gastgeber kämpfte sich seinerseits mit harten Sprungaufgaben wieder heran und behielt letztlich mit 27:25 die Oberhand.

Doch die Rheinländer zeigten sich nun keineswegs niedergeschlagen. Vielmehr gewannen die Gäste aus diesem unglücklich verlorenen ersten Satz die Sicherheit, an diesem Tag etwas reißen zu können. Die Sinziger Angreifer kamen im zweiten Durchgang immer wieder durch den zunehmend löchrig werdenden Block der Hausherren zum letztlich sicheren 25:21-Satzgewinn. Dieses Bild setzte sich im dritten Satz fort. Die Barbarossastädter lagen schnell mit 5:1 und 7:4 vorn und gaben diesen Vorsprung auch nicht wieder her. Beim Stand von 24:18 wackelte einmal kurz die Annahme. Doch das änderte am letztlich sicheren 25:21-Satzgewinn nichts mehr.

„Wir haben die Lehren aus den beiden enttäuschenden Heimspielen gegen Konstanz und Friedrichshafen gezogen“, bilanzierte ein durchaus zufriedener Trainer Gilbert Deurer nach dem Spiel. Doch wie so häufig nach einer 2:1-Führung ließ auch jetzt die Körperspannung und Konzentration bei den Gästen von der Ahr nach. Ohne erkennbaren Grund lag Kriftel von Satzbeginn an vorn. Allein die Angriffstaktik änderte sich: Mit zahlreichen gelegten Bällen offenbarten die Hessen die offenen Flanken in Sinzigs Abwehrriegel. Das war zwar schnell vom Gast erkannt worden, doch die Umstellung auf eine kürzere Sicherung ging im Kampf um jeden Punkt immer unter.

Zudem punktete Kriftel mit druckvollen Angriffen über die Position zwei, auf die sich das Block-Abwehrspiel der Rheinländer nicht einstellen konnte.

Die Zwischenstände 6:5 für Kriftel, 15:13 und 19:17 für Sinzig und 23:22 für Kriftel dokumentieren einen hart umkämpften Satz mit teils überlangen Spielzügen, den die Hausherren letztlich mit 26:24 denkbar knapp einfuhren. Also sollte der Tie-Break entscheiden. Und hier begannen die Rheinländer keineswegs niedergeschlagen. Beim Wechsel lagen sie mit 8:6 vorn und sahen beim Spielstand von 14:12 mit zwei Matchbällen schon wie der sichere Sieger aus. Bezeichnenderweise mit erneuten Angriffen über die Position zwei gelang den Hessen der Ausgleich, bevor erst ein Abstimmungsfehler im Angriff und ein direkter Angriffsfehler der Sinziger den Hausherren einen glücklichen Sieg brachten. „In der Leistungsspitze können wir mit jedem in der Liga mithalten, aber die Konstanz über die lange Strecke haben wir einfach noch nicht und können wir bei einem gemeinsamen Trainingspensum von im Schnitt unter zwei Einheiten die Woche auch nicht haben“, wies Deurer nach dem Spiel auf den Umstand hin, dass mit Patrick Hehmann und Thomas Schäfer zwei Stammkräfte studienbedingt allenfalls einmal wöchentlich zum Training kommen können. „Dann stimmt halt in entscheidenden Momenten die Feinabstimmung nicht. Und zwei Punkte im Satz können - wie wir heute gesehen haben - entscheiden.“ Doch im Ergebnis ist festzuhalten, dass sich die Sinziger nach den vergangenen Spielen deutlich verbessert gezeigt und den Vorsprung von vier Punkten auf den unmittelbaren Verfolger Friedrichshafen gehalten haben.

Für Sinzig spielten: Matthias Michno, Thomas Paul Schäfer, Patrick Hehmann, Stephan Durchholz, Serge Moor, Artur Wotzke, Manuel Michno, Merlin Hinsche, Konstantin Skok und Jan-Niklas Comes.

Frauen: SC Altenkirchen - LAF Sinzig 3:0 (25:7, 25:15, 25:11). Die erwartet deutliche Niederlage mussten die verletzungsbedingt mit nur sechs Spielerinnen angereisten Sinziger in Altenkirchen hinnehmen. Der Gegner zeigte sich an diesem Samstag in allen Belangen überlegen. „Was wir noch lernen müssen, ist, solche Spiele positiv anzugehen. Da haben wir vor allem im ersten Satz zu sehr mit uns gehadert“, so LAF-Trainer Merlin Hinsche. Zufrieden war der Trainer mit Jennifer Fuchs, die ihre Sache auf der Annahme-Außen-Position sehr gut machte und mit sechs Punkten Sinzigs erfolgreichste Angreiferin war.

Für die LAF spielten: Julia Corinth, Jennifer Fuchs, Larissa Pauly, Wioletta Soflinski, Viviane Welsch und Lena Schäfer.

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