Lokalsport | 18.09.2017

Fußball-Rheinlandliga - Achter Spieltag

Ganz ohne Zittern ging es nicht

SG Eintracht Mendig/Bell - SG 99 Andernach II 3:2 (1:0)

Zuweilen kopflos wirkte die Andernacher Offensive (hinter dem Ball Jan Hawel, li. daneben Kevin Kowalski). Die Abwehrspieler der SG Eintracht Mendig/Bell (re. Kapitän Florian Schlich, ganz li. Marcel Berg) hatten die Stürmer der Bäckerjungen zumeist gut im Griff.SK

Mendig. Die SG Eintracht Mendig/Bell hat das zweite Derby der Saison für sich entschieden: Nach der 1:2-Heimniederlage Anfang August gegen den TuS Mayen bezwang die Mannschaft von der Brauerstraße am achten Spieltag der Fußball-Rheinlandliga im Lokalduell die SG 99 Andernach verdientermaßen mit 3:2 (1:0) und liegt mit nunmehr zwölf Punkten auf Rang sieben nur noch einen Zähler hinter dem Tabellensechsten aus der Bäckerjungenstadt, der in Mendig bereits seine dritte Niederlage in Serie kassierte.

„Wir haben uns heute endlich einmal für unsere Leistung belohnt. Das war wichtig nach den für uns unglücklichen Spielverläufen in den vergangenen Wochen“, freute sich Eintracht-Trainer Cornel Hirt. „Mit den Spielen bei der TuS Koblenz II, gegen die SG 99 Andernach und beim FSV Trier-Tarforst hatten und haben wir drei schwierige Aufgaben vor der Brust. Jetzt haben wir aus den ersten beiden Spielen vier Punkte geholt, vielleicht geht nächste Woche ja auch in Trier noch was.“ Sein Gegenüber wollte erst gar nicht um den heißen Brei herumreden. „Mendig war über die ganze Dauer der Begegnung besser, wir haben nie zu unserem Spiel gefunden und viele unnötige Ballverluste gehabt“, urteilte der Andernacher Trainer Franz-Josef Kowalski. „Die Mendiger geben innerhalb einer Saison das Dreifache an Geld aus, was wir in fünf Jahren in unsere Mannschaft investieren. Das ist schon ein gewisser Vorteil, denn auch in der Rheinlandliga schießt Geld Tore.“ Auf den ersten Treffer mussten die 390 Zuschauer auf dem Mendiger Kunstrasenplatz allerdings bis zur 36. Minute warten. Nach einer schönen Ablage von Malte Wedemeyer ließ Sebastian Mintgen mit einem gefühlvollen Flachschuss dem Andernacher Torhüter Lukas Weis keine Abwehrchance. Auf der Gegenseite hatte sich der Mendiger Schlussmann Niklas Nett vier Minuten zuvor bei einem Schuss von Daniel Kossmann auf dem Posten gezeigt.

Kurz nach der Pause ließen die Gastgeber zwei riesige Möglichkeiten aus, um die Führung auszubauen. Jeset Akwapay fand in der Mitte keinen Abnehmer (46.), einen Schuss von John Rausch lenkte Weis mit den Fingerspitzen um den Pfosten (48.). Diese Großzügigkeit sollte sich in der 51. Minute rächen: Daniel Kossmann schlenzte einen Freistoß aus 20 Metern mit viel Gefühl über die Mauer genau in den Winkel. Die nächste Viertelstunde gehörte den Gästen. Daniel Kossmann machte viel Betrieb, musste nach 63 Minuten allerdings wegen Leistenbeschwerden vom Platz. Einen Kopfball von Jan Hawel fischte Nett mit einer Hand aus dem Winkel (65.), ein Schuss von Kim Kossmann wurde im letzten Moment abgeblockt (66.).

Mrkalj sorgte für die Entscheidung

Mit einem Doppelschlag sorgte Neuzugang Damir Mrkalj schließlich für die Entscheidung. Zunächst vollendete er eine herrliche Kombination über Marcel Berg und Cem Celik zum 2:1 (73.), anschließend profitierte er von einer eher unfreiwilligen Vorlage des agilen Mintgen und brachte den Ball aus wenigen Metern mit einem Schuss ins lange Eck in Abstaubermanier über die Linie (82.).

So ganz entspannt ging die ganze Angelegenheit für die Mendiger aber nicht über die Bühne. In der 86. Minute verkürzte der eingewechselte Max Hilt auf 3:2, doch die restlichen vier Minuten und die 120 Sekunden Nachspielzeit brachten die Gastgeber vergleichsweise souverän über die Runden.

„Wir haben auch in den vergangenen beiden Jahren immer mal wieder drei Spiele am Stück verloren. Wir kennen uns mit diesen Wellenbewegungen aus“, blieb Andernachs Trainer Kowalski nach der dritten Niederlage in Serie nach zuvor 13 Punkten aus fünf Spielen gewohnt ruhig. „Bei uns kommt im Moment alles zusammen. Genau die Spieler, von denen wir abhängig sind, präsentieren sich momentan außer Form oder sind angeschlagen. Die Folge ist, dass die Abwehr Schwerstarbeit verrichten muss. Da bleiben Gegentore nun mal nicht aus.“

Eintracht-Übungsleiter Hirt zeigte sich pragmatisch: „Mir stehen im Moment zwar nur 15 Spieler aus unserem 24-Mann-Kader zur Verfügung, aber die Trainingsbeteiligung ist hoch. Jetzt habe ich endlich mal die Gelegenheit, meine Spieler mit all ihren Stärken und Schwächen kennenzulernen. Das ist sehr wichtig für einen Trainer.“

SG Eintracht Mendig/Bell: Niklas Nett, Marcel Berg, Florian Schlich, Jörg Jenke, Magomed Ibragimov, Matthias Strahl, Jeset Akwapay, John Rausch (90. + 1 Daniel Bianco), Damir Mrkalj, Sebastian Mintgen (89. Tom Tiede), Malte Wedemeyer (70. Cem Celik).

Schiedsrichter: Sascha Nicolay (Cochem).

Zuschauer: 390.

Torfolge: 1:0 Sebastian Mintgen (36.), 1:1 Daniel Kossmann (51.), 2:1, 3:1 Damir Mrkalj (73., 82.), 3:2 Max Hilt (86.).

Nächste Aufgabe für die SG Eintracht Mendig/Bell: am Samstag, 23. September um 17.30 Uhr beim FSV Trier-Tarforst.

Wie Slalomstangen lässt der agile Sebastian Mintgen die beiden Andernacher Nico Urbatzka (re.) und Alexander Unruh (li. Alexander Unruh) stehen. Damir Mrkalj (ganz li.) macht sich davon.

Wie Slalomstangen lässt der agile Sebastian Mintgen die beiden Andernacher Nico Urbatzka (re.) und Alexander Unruh (li. Alexander Unruh) stehen. Damir Mrkalj (ganz li.) macht sich davon.

Alles im Griff: Magomed Ibragimov (li.) und Jeset Akwapay drängen den Andernacher Stürmer Kevin Kowalski aus der Gefahrenzone.

Alles im Griff: Magomed Ibragimov (li.) und Jeset Akwapay drängen den Andernacher Stürmer Kevin Kowalski aus der Gefahrenzone.

Zuweilen kopflos wirkte die Andernacher Offensive (hinter dem Ball Jan Hawel, li. daneben Kevin Kowalski). Die Abwehrspieler der SG Eintracht Mendig/Bell (re. Kapitän Florian Schlich, ganz li. Marcel Berg) hatten die Stürmer der Bäckerjungen zumeist gut im Griff.Fotos: SK

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