Ein Erlebnisbericht des TV Urbar
Gipfelsturm - Von der Hauptstadt Bayerns auf die Zugspitze
Vallendar. Langsam schwebt die Gondel der Zugspitz-Seilbahn durch die Wolken in Richtung Eibsee.
In der Gondel befinden sich außer den täglichen Gästen, die normalerweise aus aller Welt kommen auch ein paar Läufer. Unter ihnen Peter Schweda und Frank Hardt vom Lauftreff TV Urbar. Jeder, der hier Anwesenden, wird von seinem Tag auf der Zugspitze sicher etwas Spannendes zu erzählen haben. Die längste Strecke auf die Zugspitze haben allerdings die Läufer in der Seilbahn gewählt.
Es ist 20 Uhr, acht Ultraläufer starten am Isartor in München. Vor Ihnen liegen ca. 119 Kilometer, eine kurzweilige Nacht und am Ende das Ziel auf der Zugspitze. Auf den ersten 11 Kilometern ist das Tempo recht flott gewählt und die hochsommerlichen Temperaturen geben hier die Pace vor. Es geht entlang der Isar auf den Isar-Trails. Ein Blick auf die Kiesstrände deutet darauf hin, dass hier ganz München in der Abendsonne den Tag ausklingen lässt. Die Strecke führt über Wolfratshausen, Prenzenberg, Oberau und Garmisch in die Partnachklamm und weiter durch das Reintal auf die Zugspitze.
Nach 32 Kilometer erreichten wir gegen 23:30 Uhr Wofratshausen, wo wir uns verpflegten. In der Nacht kühlte es auch nicht so richtig ab, weshalb die Flüssigkeitszufuhr enorm wichtig war. Gelaufen wurde die Strecke nach GPS Daten die der Veranstalter zur Verfügung stellte. An der Spitze der Läufer hatte sich eine Fünfergruppe ein wenig von Peter und Frank abgesetzt. In der Stille der Nacht hallten nur noch die Schritte auf der Straße bis die Dämmerung den ersten Blick auf die Zugspitze freigab. Im Morgengrauen wurde nach ca. 74 Kilometer das Zwischenziel Ohlstadt erreicht. Hier gesellten sich noch weitere Läufer hinzu, die sich für die 46 Kilometer Distanz angemeldet hatten. Peter und Frank liefen bis Oberau ihr gleichmäßiges Tempo.
Hinter Oberau bei Kilometer 86 trennten sich Peter und Frank, um die letzten Kilometer vor Garmisch in ihrem eigenen Tempo zu absolvieren. Vor Partenkirchen liefen die Teilnehmer über den Philosophenweg. Die Uhr zeigte 9:30 Uhr und die Sonne brannte schon richtig vom Himmel als die Läufer sich Richtung Partnachklamm aufmachten. Jetzt lagen die letzten 20 Kilometer vor Ihnen. Doch auf diesem Teil der Strecke mussten auch noch 2.400 Höhenmeter überwunden werden. Durch den Andrang der Touristen am Eingang der Klamm wählten die Läufer den kleinen Umweg 160 HM über der Klamm. Bis zur Bockhütte war der Anstieg noch moderat. Der Weg führte weiter bis zur Reintalangerhütte. Am Himmel zeichneten sich die ersten Wolken rund um den Gipfel ab. Zu diesem Zeitpunkt war Peter ca. 20 min. vor Frank und im oberen Aufstieg zur Knorrhütte und hatte die anderen Teilnehmer überholt. Als Frank die Knorrhütte erreichte, zeigte ein Blick auf die Uhr, dass es für Ihn knapp werden könnte mit der Ankunft auf dem Gipfel, da die Zielzeit durch die letzte Talfahrt der Gondel gesetzt war. Mit 90 min. Restzeit kam Frank auf dem Zugspitzblatt Sonnalpin an. Normalerweise dauert es ab hier für gut trainierte Läufer 40 min bis auf den Gipfel. Es sieht aber anders aus, wenn man vorher schon 117 Kilometer in den Beinen hat. Frank entschied sich, die letzten 1,5 Kilometer mit der Gletscherbahn zum Gipfel zu fahren damit er die letzte Gondel zum Eibsee bekommen würde. Peter absolvierte währenddessen die letzten 400 m über den Grat bis zum Gipfel und absolvierte den Lauf mit Bravur. Bei Frank’s Ankunft war Deutschlands höchster Berg in Wolken gehüllt, ein Gewitter tobte und so endete dieser Lauf in einem ungewöhnlichen Szenario.
