Das Audi-Team von Land Motorsport gewinnt die 45. Auflage des ADAC 24h-Rennens
Herzschlagfinale auf dem Nürburgring
Nürburg. Markus Winkelhock (Schorndorf), Christopher Mies (Heiligenhaus), Connor De Phillippi (USA) und Schlussfahrer Kelvin van der Linde (Südafrika) heißen die strahlenden Sieger des ADAC 24h Rennen in der Eifel. Dabei verwies die Besatzung des Audi-Teams den BMW mit Markus Palttala (Finnland), Nick Catsburg (Niederlande), Alexander Sims und Richard Westbrook (beide Großbritannien) auf Rang Zwei. René Rast (Minden), Nico Müller, Marcel Fässler (beide Schweiz) und Robin Frijns (Niederlande) komplettierten mit einem WTR Audi auf Rang Drei das Podium. Ein kurzer, aber heftiger Regenguss wirbelte am Ende des Langstreckenklassikers das Ergebnis noch einmal kräftig durcheinander. Dabei hatte die Wetterprognose zu Beginn der Woche die Hoffnungen genährt, dass die 205.000 Zuschauer, die über alle Veranstaltungstage in Summe ermittelt wurden, erstmals nach 2001 ein 24h Rennen ohne Regen erleben würden. Bis 20 Minuten vor Ende des Rennens hatten diese Hoffnungen für die Fans ebenso noch Bestand, wie für die Fahrer und Teams der insgesamt 159 gestarteten Fahrzeuge. In insgesamt 22 Klassen kämpften dabei die Besatzungen der Rennfahrzeuge um den Klassensieg. Die meisten davon in der GT3 Klasse aus der, wie in den letzten Jahren auch, in diesem Jahr das Siegerauto hervorging. Insgesamt rollten 34 Fahrzeuge in dieser Klasse an den Start. Nur die beiden Fahrzeuge, der Scuderia Cameron Glickenhaus, konnten die Vorherschaft der GT3 Boliden beenden und sich sogar mit der Startnummer 704 die Pole-Position sichern. In den ersten Runden des Rennens gelang es den Glickenhaus Piloten sogar, in Führung zu gehen und dies gegen die anhetzende Meute der Sportwagen von Audi, BMW, Mercedes und Porsche zu verteidigen. Doch nach zweieinhalb Stunden kam es zu einer Kollision zwischen einem Mercedes und dem Glickenhaus Fahrzeug, womit diesem jegliche Siegchance geraubt wurde. James Glickenhaus reagierte frustriert: „Frank hat wegen doppelter gelber Flagge gebremst, was laut Reglement vorgeschrieben ist. Der Typ hinter ihm ist ihm voll drauf gefahren. Das war einfach schlecht.“ In den letzten 15 Minuten vor dem Fallen der Zielflagge war das Duell um die Podiumsplatzierungen dann an Dramatik kaum noch zu überbieten. Kurz nachdem die ersten Regentropfen gemeldet wurden, kamen der führende WRT-Audi und der Land-Audi zum planmäßigen letztem Stop an die Box. Während man beim WRT-Auto weiter auf Slicks setzte, zog man beim auf Rang Drei positionierten Land Audi Regenreifen auf. Eine Entscheidung wie Teamchef Wolfgang Land erklärte, die nur gefällt wurde, weil das Auto aufgrund eines Fehlers während des Tankvorgangs, länger als vorgesehen an der Box stand.
Glück im Unglück
Die Entscheidung erwies sich als goldrichtig. Schlagartig standen Dreiviertel des 25,378 Kilometer langen Kurses unter Wasser. Sowohl der führende Audi, als auch der Zweitplatzierte Rowe-BMW krochen um die Nordschleife, wobei sie Kelvin van der Linde mit dem Land Audi überholen konnte. Eine Runde später steuerten auch der WRT-Audi und der Rowe-BMW die Box zum Wechsel auf Regenreifen an. Hinter dem Spitzentrio reihte sich mit Marco Wittmann (Fürth), Tom Blomqvist (Großbritannien), Martin Tomczyk (Kolbermoor) und Augusto Farfus (Monaco) mit dem BMW vom Team Schnitzer ein.
Auf der fünften Position folgte, mit dem Vorjahressiegerauto von Black Falcon, der erste Mercedes-AMG, der von Marc Engel (Monaco), Adam Christodoulou (Großbritannien), Yelmer Buurman (Niederlande) und Manuel Metzger (Frauenfeld) gesteuert wurde.
Der mit den Profirennfahren Michael Christensen, Klaus Bachler, Norbert Siedler (alle Österreich) und Lucas Luhr (Ermatingen) besetzte Frikadelli-Porsche mit der Startnummer 31 fuhr auf Position Sechs. Mit diesem Ergebnis fuhr das Team die beste Platzierung für die Zuffenhausener Marke ein. Das Team aus Barweiler setzte insgesamt zwei Fahrzeuge in der GT3 Klasse ein. Beide Wagen blieben über die 24-Stunden-Distanz von Zwischenfällen verschont. Und so erreichte die Besatzung Klaus Abbelen, Sabine Schmitz (beide Barweiler), Andreas Ziegler (Sinzig) und Alex Müller (Emmerich) im Schwesterauto mit der Startnummer 30 als zweitbester Porsche auf dem 17. Gesamtrang das Ziel.
Licht und Schatten bei regionalen Teams
Bemerkenswertes Ergebnis auch für den Wochenspiegel-Ferrari mit Georg Weiss (Monschau), Oliver Kainz (Mayen), Jochen Krumbach (Eschweiler) und Daniel Keilwitz (Villingen) mit Endrang sieben. Daniel Keilwitz fuhr mit 8:19.375 Minuten sogar die schnellste Rennrunde. Die Plätze Acht und Neun belegten der BMW M6 GT3 von Falken Motorsport und der Mercedes AMG GT von Haribo Racing. Ein weiterer Rowe BMW M6 GT3 komplettierte die Top Ten. Neben dem erfolgreichen Abschneiden von Frikadelli Racing gab es Licht und Schatten für die weiteren Teams aus der Region.
Mit eigenem Doppelsieg in der Klasse Cup3 beendete das Team von Teichmann Racing aus Adenau das Rennen, womit sie spätesten nach dieser Veranstaltung die ungekrönten Könige der Porsche Cayman GT4 CUP Trophy sind. Bereits 2016 konnte das Adenauer Team neben der Caymen GT4 Trophy in der VLN, ebenfalls das Husarenstück vollbringen und die beiden ersten Positionen dieser Klasse beim 24h Rennen für sich verbuchen. Der siegreiche Porsche wurde in diesem Jahr von Daniel Bohr (Luxemburg), Fabio Grosse (Siebenbach), „Maximilian“ (Witten) und Kim-Luis Schramm, (Wümbach) pilotiert.
Im zweitplatzierten Auto übernahmen Jürgen von Gartzen Jürgen (Wehrheim), Moritz Gusenbauer (Konstanz) sowie Markus und Moritz Oestreich (beide Petersberg) das Steuer. Wiederholungstäter in Sachen Klassensieg ist auch das Team von Mathilda Racing mit Andy Gülden (Reifferscheid) und Benjamin Leuchter (Duesburg), sowie Constantin Kletzer (Österreich) und Dennis Wüsthoff (Heiligenhaus). Das Quartett fuhr mit einem Golf GTI TCR des Kölner Rennstalles den Sieg in der TCR-Klasse ein. Erfolgreicher verlief das Rennen auch für Ralf Zensen (Barweiler), Ralph Beck (Herschbroich), Fabian Peizmeier (Hürth) und Fredrik Lestrup (Johanneshov) in der SP2T, die den BMW Mini JCW auf Position Zwei ins Ziel brachten.
Aufgrund von Unfallschäden musste die Mannschaft von Team Phoenix Racing (Meuspath) bereits früh ihre Podiumshoffnungen begraben. Bis auf Platz 79 war der Audi R8 LMS zurückgefallen. Nach einer Aufholjagd erreichten Dennis Busch (Bensheim ), Nicolaj Moller-Madsen (Dänemark), Mike Rockenfeller (Schweiz) und Frank Stippler (Bad Münstereifel) mit Position 19 noch ein Ergebnis unter den besten 20.
Vorzeitig aus dem Renngeschehen verabschiedeten sich mit ihren Autos die Teams von Scheid Honert Motorsport und Wölflick Racing ebenso, wie der unter anderem von Michael Mönch pilotierte BMW325i. Für Scheid Honert Motorsport kam das Aus schon nach zwei Stunden. Nach einer Kollision des BMW M235i Racing im Bereich „Brünchen“ war das Fahrzeug so stark beschädigt, dass eine Reparatur zu zeitaufwendig gewesen wäre.
Enttäuschung machte sich nach 89 gefahrenen Runden auch bei dem in Quiddelbach beheimateten Team von Wölflick-Racing breit, als man das Aus des Ford Mustang GT hinnehmen musste. Eine Zieldurchfahrt blieb auch den beiden Speerspitzen von Manthey Racing in der GT3 Klasse verwehrt. Kurz nach 20 Uhr musste Manthey die Startnummer 911 mit einem Schaden am Lenkgetriebe aus dem Rennen nehmen. Gegen 22:30 Uhr dann das Aus für den zweiten Manthey Boliden mit der Startnummer Zwölf. Schon in der ersten Runde hatte der 911er wegen Problemen einige Zeit in der Box gestanden. Das war im sprichwörtlichen Sinne ein heißes Rennwochenende. Unglaublich tolles Wetter, harte Positionskämpfe bis zur letzten Minute und Fans, die eine Riesenparty gefeiert haben: Das 24h-Rennen war ein echtes Motorsportfest“, resümierte Rennleiter Wolfgang Hornung das Rennen. BURG
Die Besatzung des Frikadelli Porsche mit der Start-Nr. 30, Klaus Abbelen, Sabine Schmitz und Andreas Ziegler (r.).
