Fußball-Rheinlandliga, SG Eintracht Mendig/Bell
Im Sommer kommt der große Umbruch
Kapitän Florian Schlich wird den Verein verlassen und sich dem A-Ligisten SG Ettringen/St. Johann anschließen
Mendig. Die Spatzen pfiffen es schon länger von den Dächern, nun ist es offiziell: Nach Mittelfeldspieler Manuel Oster, der mittlerweile in Gießen lebt und arbeitet, wird auch der langjährige Kapitän Florian Schlich den Fußball-Rheinlandligisten SG Eintracht Mendig/Bell nach Ende der Saison 2021/2022 verlassen. Der 33-jährige Innenverteidiger, der seit zehn Jahren das Eintracht-Trikot trägt, tritt nach seinem zweiten Bandscheibenvorfall kürzer und schließt sich dem A-Ligisten SG Ettringen/St. Johann an, wo auch sein Bruder Max Schlich aktiv ist.
„Ich habe bereits viele Jahre Kontakt zum Verein, zu einigen Spielern und zu den Trainern. Darüber hinaus wollte ich unbedingt noch mit meinem Bruder zusammenspielen“, begründete der selbstständige Schornsteinfegermeister seinen Wechsel, der allerdings kein großes Geheimnis mehr darstellt. „Ich möchte die Entwicklung der Mannschaft natürlich unterstützen und mit dem Team in der A-Klasse ganz oben mitspielen“, so Schlich, der aber auch einräumte, dass zehn Jahre Amateurfußball auf hohem Niveau mit fünf Einheiten plus Freundschaftsspiel in der Vorbereitungszeit sowie drei Trainingsabende plus eine Partie am Samstag oder Sonntag im regulären Meisterschaftsbetrieb ihren Tribut fordern. „Ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste.“
Schlich will aber auf jeden Fall noch mithelfen, dass die SG Eintracht Mendig/Bell auch in der Spielzeit 2022/2023 weiterhin in der Rheinlandliga vertreten ist. Nach seiner Verletzung wurde er beim 6:2 (2:1) in der Freundschaftsbegegnung gegen die Reserve der SG 2000 Mülheim-Kärlich vor gut einer Woche in der 70. Minute erstmals eingewechselt. Am vergangenen Sonntag fehlte er bei der Generalprobe, die mit einer 0:2 (0:1)-Niederlage beim Oberligisten FV Engers endete, aus privaten Gründen. Für die erste Partie nach der Winterpause dürfte Schlich aber noch keine Option für die Startformation sein. Pascal Zimmer hingegen schon: Eine erneute Fußverletzung entpuppte sich als nicht so schwerwiegend. Der Ex-Plaidter ist zwar erst seit einer Woche wieder im Training, wurde bei der Partie am Wasserturm aber nach der Pause eingewechselt und gab der Defensive enorme Stabilität. An einen Einsatz von Majdi Mahmud ist wegen einer hartnäckigen Schambeinentzündung weiter nicht zu denken.
Zum Auftakt nach der Winterpause, zumindest aus Eintracht-Sicht, stellt sich am kommenden Sonntag, 27. Februar, der Tabellendritte FSV Trier-Tarforst auf dem Kunstrasenplatz an der Brauerstraße vor. Durch die überraschende 0:1 (0:1)-Niederlage am vergangenen Samstag im Rahmen des 19. Spieltags gegen den abstiegsgefährdeten SV Mehring büßte das Team aus dem Trierer Höhenstadtteil Tarforst seine Spitzenposition ein. Die Partie wird um 14.30 Uhr im myprintshop-Stadion angepfiffen.
Offiziell nur noch als Zuschauer wird Bernd Brück, bisher neben Frank Schmitz als Sportlicher Leiter in Amt und Würden, diesem Duell beiwohnen. „Ich habe immer gesagt, dass für mich mit 60 Jahren Schluss ist. Und das ist seit Freitag, 11. Februar 2022, der Fall“, begründete Brück seine Entscheidung. „Ich will die Zeit, die mir bleibt, so nutzen, wie ich es will. Die vergangenen vier, fünf Jahre als Sportlicher Leiter waren sehr intensiv, jetzt müssen halt jüngere Leute ran.“
Bei der Kader-Zusammenstellung will er Schmitz allerdings weiter unterstützen. Was in der Zukunft keine leichte Aufgabe wird. „Uns steht zwar kein Mega-Umbruch bevor, aber ein großer Umbruch ist es schon. Der wirtschaftliche Faktor ist eine Katastrophe. Andernach, Mülheim-Kärlich, Engers, Mayen und wir buhlen um die gleichen Spieler, die Konkurrenz ist groß. Die Spieler treiben die Preise immer weiter nach oben“, so Brück. „Wir sind schon in der Rheinlandliga wirtschaftlich keine Macht und können und wollen diese Summen nicht aufrufen. In der Zukunft wollen wir in erster Linie unsere eigenen Jungs an die erste Mannschaft heranführen.“
