Lokalsport | 30.01.2017

TuS Fortuna Kottenheim

Interview mit Klaus Fischer

Die D-Jugendlichen der JSG Vulkaneifel freuen sich schon jetzt auf die Fußballschule mit Klaus Fischer. -SK-

Kottenheim. Als die D-Jugendlichen der JSG Vulkaneifel und die Gäste im Gasthaus „Zum Adler“ in Kottenheim mit ihrem Fragenkatalog starteten und „Mister Fallrückzieher“ förmlich löcherten, entpuppte sich Klaus Fischer als Mann klarer Worte. Und der 67-Jährige, der an zwei Weltmeisterschaften teilnahm und in 535 Bundesligaspielen 268 Tore erzielte, hatte natürlich auch noch einige Fußball-Weisheiten parat.

Sie standen 1982 in Spanien im Finale der Fußball-WM. 2026 werden erstmals 48 Mannschaften an der Weltmeisterschaft teilnehmen…

Fischer: Bei 16 Gruppen mit jeweils drei Mannschaften kann ein Land rein theoretisch mit einem einzigen Punkt in die K.-o.-Runde einziehen. Eine Farce. Und auch die WM-Qualifikation macht keinen Spaß, aus deutscher Sicht passiert da nichts. Du spielst ja nur gegen Holzfüßer.

In der deutschen Mannschaft fehlt seit dem Rücktritt von Miroslav Klose ein echter Mittelstürmer. Wen würden Sie Bundestrainer Joachim Löw empfehlen?

Fischer: Die Leute meinen mittlerweile schon, der Mittelstürmer sei eine ausgestorbene Spezies. Vielleicht hat der Bundestrainer während des Besuchs im Vatikan mit Papst Franziskus für eine neue Nummer neun gebetet. Ich würde Sandro Wagner von Hoffenheim nehmen, der ist kopfballstark, frech und hat Mumm. Und er ist besser als Mario Gomez.

Hatten Sie einen speziellen Trick?

Fischer: Ich hatte keinen Trick, das war der Trick. Schon damals war das Einfachste das Beste. Das Ding musste rein, mit dem Hintern, dem Kopf oder dem Fuß. Fallrückzieher habe ich nie extra trainiert.

Bei 80 Millionen Einwohnern stehen am Wochenende bei 18 Bundesliga-Mannschaften nur knapp 90 Deutsche in der Startformation…

Fischer: Die jungen Spieler müssen bereit sein, sich zu quälen. Das Geld liegt auf der Straße, manche wollen es nur nicht aufheben.

Wie sehen Sie die Explosion der Ablösesummen?

Fischer: Als ich von 1860 München nach Schalke gewechselt bin, habe ich 175.000 Mark gekostet. Bei meinem Wechsel 1981 zum 1. FC Köln war es schon eine Million Euro. Das war eine andere Zeit. Heute kostet ein Spieler, der rückwärts laufen und dabei stolpern kann, schon zehn Millionen Euro. Wahnsinn.

Ein Mann klarer Worte: Klaus Fischer.

Ein Mann klarer Worte: Klaus Fischer.

Die D-Jugendlichen der JSG Vulkaneifel freuen sich schon jetzt auf die Fußballschule mit Klaus Fischer. Fotos: -SK-

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