Fußball-Bezirksliga Mitte, SG Eintracht Mendig/Bell
„Irgendwie sind wir wie eine Wundertüte“
Mendig. So ganz ohne Nebengeräusche verlief die Vorbereitung auf die neue Saison in der Fußball-Bezirksliga Mitte für die SG Eintracht Mendig/Bell nicht. Nach dem 2:1 (0:0) zum Auftakt der Testspielreihe beim A-Ligisten SG Mosel Löf musste der Rheinlandliga-Absteiger die anschließenden Partien gegen die ehemaligen Klassenkonkurrenten SG 99 Andernach und FC Germania Metternich wegen Personalmangel absagen. Beim 2:1 (1:0) bei der SG Laufeld/Buchholz, gerade erst in die Bezirksliga West aufgestiegen, und in der abschließenden Freundschaftsbegegnung zu Hause gegen den VfB Linz, in der Spielzeit 2022/2023 als Tabellendritter der Bezirksliga Ost nur knapp am Aufstieg gescheitert, stimmten zumindest die Form und mit Abstrichen auch das Ergebnis.
„16 Feldspieler, zwei Torhüter: Der Kader könnte größer sein, aber so ist es nun mal bei uns“, bilanzierte Eintracht-Trainer Jörg Schäfer nach dem 2:2 (1:0) gegen den VfB Linz. Mit Kapitän Milan Rawert, Leistungsträger Niklas Heinemann und Neuzugang Lukas Binder weilten gleich drei Spieler in Urlaub. Bei den beiden Langzeitverletzten Pascal Zimmer (Knorpelschaden im Knie) und Finn Müller (angebrochenes Sprunggelenk und mehrere Innenbänder angerissen) ist vorerst noch keine Rückkehr abzusehen. Fast wäre eine weitere schwere Blessur hinzugekommen: SG-Stürmer Joachim Akwapay zog sich in der 23. Minute bei einem unglücklichen Zusammenprall mit dem Linzer Torhüter Jan Lück eine Schulterverletzung zu und musste mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus gebracht werden, das er glücklicherweise am Abend schon wieder verlassen konnte: Der pfeilschnelle Akwapay hatte sich das komplizierteste Gelenk des Körpers „nur“ ausgekugelt. Bezeichnenderweise wurde für Akwapay mit Alexander Court ein Akteur der zweiten Mannschaft eingewechselt.
Acht Minuten später erzielte Torjäger Brice Braquin vor 60 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz an der Brauerstraße das 1:0 für die Gastgeber. Leonor Tolaj (61.) und Manuel Rott (67.) konnten die Partie komplett drehen, doch Tim Montermann gelang 180 Sekunden vor Ende der Partie nach einem schön vorgetragenen Angriff der verdiente 2:2-Ausgleich. „Wir mussten zur Pause mit 3:0 führen und konnten in der zweiten Halbzeit durchaus auch sechs Tore kassieren“, meinte der Sportliche Leiter Frank Schmitz, der bei der Verletzung von Akwapay an André Marx denken musste, der vor einem Jahr bei einem Freundschaftsspiel gegen die SG Ettringen/St. Johann kurz vor Saisonbeginn einen Bandscheibenvorfall erlitten hatte.
Eine Prognose wollte Schmitz nicht geben. „Irgendwie sind wir wie eine Wundertüte. Wenn der dünne Kader von weiteren Verletzungen verschont bleibt, könnten wir eine gute Saison spielen“, so der Sportliche Leiter. „Wir dürfen die Bezirksliga Mitte aber nicht unterschätzen, auch dort wird guter Fußball gespielt.“ Ähnlich sah es SG-Übungsleiter Schäfer: „Wir sollten dafür sorgen, dass wir frühzeitig mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.“
Am kommenden Wochenende wird es für die SG Eintracht Mendig/Bell in der ersten Runde des Rheinlandpokals zum ersten Mal ernst. Die Mannschaft tritt am Sonntag, 6. August, beim C-Ligisten SC Vallendar II auf dem dortigen Kunstrasenplatz an. Einen Fingerzeig dürfte diese Partie, die um 14.30 Uhr angepfiffen wird, allerdings nicht geben. Dafür ist die Favoritenrolle zu eindeutig verteilt.
SG Eintracht Mendig/Bell: Robin Rohr, Jacob Groß, Damir Mrkalj, Nikolas Groß, Leonard Zerwas, Julian Groß, Florian Birnstock (65. Matthias Limbach), Johannes Limbach, Tim Montermann, Joachim Akwapay (23. Alexander Court), Brice Braquin.
