Lokalsport | 21.07.2020

Schachvereins Remagen-Sinzig

Jahresversammlung

Remagen-Sinzig. Die Corona-Krise hat auch die Schachgemeinschaft nicht verschont. Nur unter strengen Sicherheitsvorkehrungen konnten die Mitglieder des Schachvereins Remagen-Sinzig zur ordentlichen Mitgliederversammlung im Haus der offenen Tür (HOT) in Sinzig zusammen kommen. Und bevor der 1. Vorsitzende Wolfgang Frömbgen in seinem Lagebericht wie üblich die Bilanz der vergangenen Spielsaison ziehen konnte, musste er auf die Folgen der unseligen Pandemie eingehen: Seit Mitte März steht der Spielbetrieb in den Ligen und im Verein vollkommen still. Die Vereinsräume im HOT und in der Aula der Integrierten Gesamtschule Remagen (wo die Ligaspiele der ersten 3 Mannschaften ausgetragen werden) sind zurzeit für den Verein gesperrt. Ob sie nach den Sommerferien wieder genutzt werden können, steht noch offen. Die Mannschaftsmeisterschaften konnten nicht alle beendet werden. Im Schachbezirk Rhein-Ahr-Mosel wurde die Saison Ende März für beendet erklärt. Ein Spiel in der Bezirksklasse und zwei Spiele in der B-Klasse konnten nicht mehr durchgeführt werden. Lediglich die Vereine der A-Klasse konnten alle Runden absolvieren. In der 2. Bundesliga-West stehen noch 2 Begegnungen aus und in der 2. Rheinland-Pfalz-Liga wurde der Spielbetrieb vor der letzten Runde abgebrochen. Nach Mitteilung der Turnierleiter sollten die noch ausstehenden Spiele, vermutlich im September, nachgeholt werden.

Die Einzige Veranstaltung des Vereins, die regulär durchgeführt werden konnte, war das Blitzturnier, das traditionell am Tag der Deutschen Einheit stattfindet. Unter 12 Spielern, davon einige starke Gäste aus anderen Vereinen der Region, gewann die meisten Punkte Valerie Karnaoukh, ansonsten das 1. Brett von Remagen-Sinzig III.

Die für Anfang April geplante Rheinlandmeisterschaft in Waldorf musste wegen der Corona-Krise ebenso abgesagt werden. Das war umso bedauerlicher, als dem Schachverein Remagen-Sinzig das erste Mal die Organisation dieser mehrtägigen Veranstaltung anvertraut wurde. Wie Frömbgen berichtete, konnte der finanzielle Schaden trotz weit fortgeschrittenen Vorbereitungen in Grenzen gehalten werden – allerdings sind durch den Ausfall dem Verein Erlöse von schätzungsweise 3000 Euro entgangen.

Dem Virus zum Opfer gefallen war auch der geplante Einsatz des ukrainischen Großmeisters Vassili Ivantschuk. Der ehemalige Weltranglistenzweite hätte Mitte März am 1. Brett für die 1. Mannschaft spielen sollen und bei dieser Gelegenheit auch die vom Verein aufgekauften Ausgaben seines Buches „100 Selected Games“ signieren. Das ist schade, denn es hätte eine gute Werbung fürs Schachspiel werden können. Die hat der Verein bitter nötig, denn - wie im weiteren Verlauf der Aussprache erörtert wurde – das Interesse für Schach ist in den letzten Jahren deutlich gesunken. Vor allem Jugendliche könne man schwer für den Beitritt zum Verein gewinnen. Eine Möglichkeit, dies zu ändern, sieht der 1. Vorsitzende Frömbgen, der erwartungsgemäß wiedergewählt wurde, in der Vorverlegung der Vereinsabende, die freitags im HOT Sinzig stattfinden, in die früheren Abendstunden. Darüber sollte eine Befragung unter den zurzeit 43 Vereinsmitgliedern durchgeführt werden.

Aus sportlicher Sicht jedoch war die Saison durchaus erfolgreich. Die international besetzte 1. Mannschaft stand 2 Runden vor dem Abbruch des Spielbetriebs mit 13:1 Punkten an der Tabellenspitze der 2. Bundesliga-West. Sie muss jedoch in den noch ausstehenden Begegnungen gegen die beiden unmittelbaren Verfolger antreten, und so ist es laut Mannschaftsführer Peter Noras noch alles möglich – vom 1. bis zum 3. Platz. Erfolgreichste Spieler waren Richard Polaczek mit 3,5 Punkten aus 5 Partien und Lukas Cyborowski mit 3/4 .

Die 2. Mannschaft ,nach den ersten 4 Runden noch in Führung, schwächelte im weiteren Verlauf der 2. Rheinland-Pfalz-Liga und rutschte nach 8 von 9 Begegnungen mit 8:8 Punkten auf den 4. Platz. Mit einem Sieg in der noch ausstehenden Begegnung könnte sie sich theoretisch noch verbessern, der erste Platz ist jedoch deutlich außerhalb der Reichweite. Die meisten Punkte sammelten Raimund Busch (5,5/8), Lennard den Boer (5/7) und Hans van Nieuwenhuizen (4,5/6).

Remagen-Sinzig III erreichte in der Bezirksklasse nach 4 Siegen, 2 Remis und 2 Niederlagen einen soliden 4 Platz. Die letzte Runde wurde nicht mehr durchgeführt. Als Punktesammler haben sich hervorgetan Janko Arzensek (5/6), Horst Endriss (4,5/6) und Thomas Müller (4/5).

Besondere Anerkennung verdient die 4. Mannschaft, die in der A-Klasse mit 7 Siegen in 7 Begegnungen souverän den Spitzenplatz eroberte. Am erfolgreichsten waren dabei Jörg Fabritius (5,5/6), Hans-Jürgen Trog (5/7) sowie Oleg Navruzov und Peter Scheuer (je 4,5/5). Angesichts der angespannten personellen Situation ist es jedoch fraglich, ob das Team um den Mannschaftsführer Trog ihre Berechtigung zum Aufstieg in die höhere Spielklasse wahrnehmen kann.

Dasselbe gilt für die 5. Mannschaft, die in der B-Klasse ebenso den 1. Platz belegte. Beim Abbruch 2 Runden vor dem Saisonschluss lag sie mit 10:4 Punkten an der Tabellenspitze. Spezielles Lob geht an Moritz Appel, dem ein seltenes Meisterstück gelang: mit 7 Siegen in 7 Partien verbuchte er ein 100-prozentiges Score und leistete somit, zusammen mit Norbert Schmitz (6/7), einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg der Mannschaft.

J.A., Juli 2020

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