Motorsport en miniature begeistert im Bad Breisiger Motodrom
MCC Rhein-Ahr nach reibungsloser Deutscher Meisterschaft sehr zufrieden
Titel gehen an Dominic Greiner aus Bayern und den Holländer Robbin Hertong - Jörg Baldes bester RC-Car-Pilot aus dem Ahrkreis
Bad Breisig. Abgekämpft und doch sichtlich zufrieden gönnte sich das Team des Modell-Car-Club (MCC) Rhein-Ahr am Abend des Finaltages ein gemeinsames Bier. Mit vereinten Kräften hatte der Verein überaus erfolgreich die Deutsche Meisterschaft der Modellrennfahrer in seinem Motodrom in Bad Breisig veranstaltet. 73 Teilnehmer aus dem In- und Ausland zeigten auf der 254 Meter langen Rennstrecke packenden Motorsport en miniature, wie man ihn sonst in der Region nur auf dem nahen Nürburgring erlebt. Die Titel in den beiden Leistungsklassen entführten Dominic Greiner nach Bayern und Robbin Hertong in die Niederlande, bester Fahrer aus dem Ahrkreis war Jörg Baldes aus Adenau.
170 Trainings-, Qualifikations- und Finalläufe
Bereits am Mittwoch waren die ersten Teilnehmer, teils mit Wohnwagen und Wohnmobilen, angereist, hatten im Fahrerlager an der Rennstrecke im Gewerbegebiet „Goldene Meile“ die letzten Vorbereitungen für die Titelkämpfe. Ab neun Uhr am Donnerstagmorgen setzte die nationale Elite der RC-Car-Piloten die anspruchsvolle Rennstrecke des MCC gehörig unter Dampf. Insgesamt 170 Trainings-, Qualifikations- und Finalläufe wurden über vier Tage ausgetragen, es ging Schlag auf Schlag. Die beiden Rennleiter Reinhard Treutler und Daniel P. Hoffmanns hatten das Geschehen ebenso unter Kontrolle wie Schiedsrichter Fredy Dietrich, die Zeitnehmer Hugo Keller und Max Johenneken sowie Torsten Förster mit seinem Team in der technischen Abnahme. Nur der Regen am Freitagnachmittag brachte den ausgeklügelten Zeitplan etwas durcheinander, ab dem späten Samstagvormittag lief der Wettbewerb dann wieder nach Plan.
Wie in der Formel 1 sind die Vorlieben der Fahrer unterschiedlich, aber der MCC-Kurs fand große Zustimmung, zumal er sich als wenig materialmordend und somit budgetschonend erwies. Der Anspruch auf der MCC-Strecke mit elf Kurven ist hoch, sodass alle Fahrer intensiv an der Feinabstimmung ihrer ferngesteuerten Rennwagen im Maßstab 1:8 tüftelten. Das Ergebnis konnten die zahlreichen Zuschauer vor allem Ende der Geraden sehen, wenn die kleinen LeMans-Prototypen ohne zu Bremsen mit Vollgas und über 100 km/h in die lang gezogene Linkskurve abbogen.
In der Qualifikation am Samstag hatten der frischgebackene Tourenwagen-Europameister Toni Gruber aus dem ostdeutschen Plauen und der Niederländer Robbin Hertong die Poleposition in den beiden Klassen erobert. Vom Viertelfinale über Halbfinale konnten sich die Fahrer vorkämpfen und sich einen der zehn Startplätze in den beiden Finalrennen sichern. In den beiden Hauptrennen, die jeweils über lange 45 Minuten gefahren wurden, war nicht nur höchste Konzentration und eine fehlerfreie Fahrt entscheidend, sondern speziell in der Top-Klasse zeigte sich, dass die richtige Strategie mit schnellen Tankstopps und perfekten Reifenwechseln entscheidend war.
Ergebnisse
Nach einem atemberaubenden Finalrennen war der Jubel bei Dominic Greiner vom MCC Türkheim am größten, der amtierende Tourenwagen-Weltmeister eroberte seinen ersten Deutschen Meistertitel in der Königsklasse des Modellrennsports. Mit seinem Serpent 988 Viper verwies der 25-jährige den vier Jahre jüngeren Tobi Gruber auf dem zweiten Platz, Dritter wurde Merlin Depta (26) vom AMC Hildesheim. Warm-up-Sieger Tobias Hepp (RMC Düren) landete nach einem zusätzlichen Boxenstopp auf Rang vier vor dem gebürtigen Krefelder Michael Salven, der als Titelverteidiger angetreten war. Der Belgier Steven Cuypers, der 2011 in Bad Breisig Deutscher Meister geworden war, musste sich mit Rang acht begnügen. In der zweiten Leistungsklasse fuhr Robbin Hertong allen davon und muss 2018 ebenso in die Top-Klasse aufsteigen wie der Zweitplatzierte Ingo Braun (RMC Düren) und Alex Dill (MCC Hof). Deutscher Jugend-Meister wurde David Kröger vom MRT Unna.
Für die vier Teilnehmer aus dem Kreis Ahrweiler lief nicht alles nach Plan. Die Brüder Jörg und Uwe Baldes (beide MSC Adenau) erzielten im Viertelfinale einen Doppelsieg und stiegen damit ins Halbfinale auf. Während Uwe Baldes (Müsch) bereits nach dem ersten Tankstopp in einer Kollision verwickelt wurde und letztlich den 19. Gesamtrang belegte, hatte Jörg Baldes (Adenau) zeitweise das Finalrennen im Visier, bis er durch Motorprobleme zurückgeworden wurde und letztlich als bester Ahrkreis-Pilot den 16. Gesamtrang in der Leistungsklasse 1 erzielte. Philipp Römer aus Schuld, 2016 noch im Finale, musste sich mit Rang 23 begnügen, in der Klasse 2 beendete Lokalmatador Jürgen Jungklaus (Bad Breisig) die Deutsche Meisterschaft auf dem 27. Schlussrang.
„Nach monatelangen Vorbereitungen sind wir froh und zufrieden, dass diese Deutsche Meisterschaft so gut gelaufen ist. Bis auf etwas Regen hat das Wetter gut mitgespielt, die Atmosphäre war durchweg prima“, zog MCC-Vorsitzender Reinhard Treutler (Sinzig) eine positive Bilanz. Vor allem das Küchen-Team des MCC hatte sich bei der Verpflegung der Teilnehmer, Mechaniker und mitgereisten Familien, die sich während der vier Tage vielfach auch die Sehenswürdigkeiten der Region anschauten, Höchstnoten verdient.
Heiße Renn-Action im Motodrom des MCC Rhein-Ahr in Bad Breisig in 170 Läufen.
Siegerehrung in der Klasse 1 mit dem neuen Deutschen Meister Dominic Greiner.
Konzentration und Teamwork: Piloten auf dem Fahrerstand, Mechaniker in der Boxengasse.
Beide unter den Top 20: Jörg (links) und Uwe Baldes vom MSC Adenau.
