Lokalsport | 21.08.2017

Vulkanstädter feierten in der Fußball-Rheinlandliga den zweiten Sieg hintereinander

„Meine Mannschaft hat geliefert“

SG Eintracht Mendig/Bell - SG 06 Betzdorf 3:0 (2:0)

Nach dieser Hereingabe von Sebastian Mintgen (rechts) musste Milan Rawert in der Mitte nur noch den Fuß hinhalten. Nach dem 2:0 gaben sich die Betzdorfer (links Christoph Lichtenfeld, in der Mitte Anil Berber) endgültig auf. SK

Mendig. Durch einen nie gefährdeten 3:0 (2:0)-Erfolg über eine in allen Bereichen enttäuschende SG 06 Betzdorf hat die SG Eintracht Mendig/Bell bei nunmehr sieben Punkten den Anschluss an die führenden Mannschaften der Fußball-Rheinlandliga hergestellt. Die Gäste hingegen müssen sich mit weiterhin nur vier Zählern vorerst nach unten orientieren. „Was soll ich sagen? Ich habe in 90 Minuten keine einzige Tormöglichkeit von uns gesehen. Der Gegner war äußerst robust und uns in allen Belangen überlegen“, zeigte sich der Betzdorfer Trainer Marco Weller nach der deutlichen Niederlage, die durchaus noch höher hätte ausfallen können, sehr deprimiert. „Unsere Leistung hat teilweise auch mit Qualität zu tun. Ich habe viele junge Spieler auf dem Platz, die nicht in der Lage sind, dauerhaft auf Rheinlandliga-Niveau zu agieren. Das mussten wir heute schmerzlich erfahren.“

In der Anfangsphase sahen die 190 Zuschauer auf dem Kunstrasenplatz an der Brauerstraße eine äußerst zerfahrene Partie. Immer wieder kam Hektik auf, viele kleine Fouls störten häufig den Spielfluss. Ab der 20. Minute wirkten die Gastgeber wesentlich strukturierter. Betzdorfs Torhüter Marvin Scherreiks verkürzte gegen den agilen Milan Rawert geschickt den Winkel und verhinderte zunächst den Führungstreffer (25.).

Neun Minuten später war er aber machtlos und musste den Ball zum ersten Mal aus dem Netz holen. Nach einem Freistoß von Sebastian Mintgen von der linken Seite verpasste Cem Celik zunächst das Spielgerät, doch der Mendiger Kapitän Florian Schlich stand weiter hinten goldrichtig und drosch den Ball aus zehn Metern mit perfekter Schusshaltung humorlos in die Maschen. Scherreiks bekam zwar noch die Fingerspitzen dran, konnte den Ball aber nicht mehr über die Latte lenken. Nach 41 Minuten war die Begegnung praktisch entschieden: Mintgen ging über die linke Seite auf die Reise, seine punktgenaue Hereingabe musste Rawert aus kurzer Distanz nur noch über die Linie drücken. „Es klingt zwar paradox, aber kurioserweise war ich mit der Einstellung meiner Mannschaft in den ersten 45 Minuten einigermaßen zufrieden“, so Weller. „Allerdings haben wir bei beiden Toren Geschenke verteilt, indem wir in der Vorwärtsbegegnung den Ball verloren haben.“ Sein Gegenüber Cornel Hirt hatte naturgemäß wenig zu meckern: „Wir hatten uns in Badem und zu Hause gegen Betzdorf etwas ausgerechnet, meine Mannschaft hat geliefert. Unser heutiger Gegner hatte vor der Saison einen großen Aderlass zu verkraften, verfügt in der Offensive mit Anil Berber, Ersel Sahin und Butrint Jashari aber über viel Potenzial. Wir haben heute Charakter gezeigt, dass muss ich meiner Mannschaft hoch anrechnen.“

Die zweite Halbzeit

Im zweiten Abschnitt ließen die Mendiger nicht nach. Nach einem gefühlvollen Pass von Mintgen machte Celik mit dem 3:0 nur fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff endgültig den Deckel drauf. Im weiteren Verlauf hielt allein Betzdorfs Schlussmann Scherreiks die Niederlage in Grenzen. In der 57. Minute parierte er gegen Jeset Akwapay ebenso groartig wie nach der anschließenden Ecke bei einem Kopfball von Mustafa Madanoglu.

Betzdorf schaffte es anschließend noch, sich selbst zu dezimieren. Acht Minuten vor dem Ende war Jasharis Frage „Wie kann jemand nur so blind sein?“ nicht nur in der angrenzenden Brauerei ziemlich deutlich zu hören, sondern auch vom 50 Meter entfernten Schiedsrichter Jens Bachmann. Folglich sah Jashari vom Unparteiischen die Rote Karte. „So etwas passt zu unserer momentanen Lage“, so ein zerknirschter Weller. „Als Trainer hoffst du noch auf Fingerspitzengefühl, aber wenn ich ehrlich bin, dann konnte der Schiedsrichter gar nicht anders entscheiden.“

Am Sonntag, 27. August, muss die Eintracht um 15 Uhr beim SV Morbach antreten. Ob der Trainer mit einem Unentschieden zufrieden ist? „Das lässt sich so nicht sagen und kommt auf den Spielverlauf an“, verdeutlicht Hirt. „Wenn du drei Elfmeter in diesem Spiel verschießt, kannst du natürlich nicht mit einem Punkt zufrieden sein.“

Die Aufstellung

SG Eintracht Mendig/Bell: Nett, Berg, Schlich, Jenke, Geisen, Strahl, Akwapay, Rawert, Madanoglu (67. Schmitz), Mintgen (84. Sumiishi), Celik (77. Bianco).

SG 06 Betzdorf: M. Scherreiks, Abdellaoui, Aydin, Lichtenfeld, Kasikci, Bayram, Berber (77. Weber), Semiz (59. Eleuch), Sahin, Jouni (59. Müller), Jashari.

Schiedsrichter: Jens Bachmann (Hilgert).

Zuschauer: 190.

Tore: 1:0 Florian Schlich (34.), 2:0 Milan Rawert (41.), 3:0 Cem Celik (50.).

Besonderheit: Rote Karte gegen Butrint Jashari (82., SG 06 Betzdorf) wegen Schiedsrichterbeleidigung.

Nächste Aufgabe für die SG Eintracht Mendig/Bell: am Sonntag, 27. August, um 15 Uhr beim SV Morbach.

Nächste Aufgabe für die SG 06 Betzdorf: am Samstag, 26. August, um 15.30 Uhr gegen den SV Mehrig.

Für die SG 06 Betzdorf (in der Mitte Emre Bayram) gab es bei der SG Eintracht Mendig/Bell (links Milan Rawert, rechts Tobias Schmitz) nichts zu holen.

Für die SG 06 Betzdorf (in der Mitte Emre Bayram) gab es bei der SG Eintracht Mendig/Bell (links Milan Rawert, rechts Tobias Schmitz) nichts zu holen.

Milan Rawert lässt sich nach seinem Treffer zum 2:0 von Mustafa Madanoglu (links) und von Matthias Strahl (Mitte) beglückwünschen.

Milan Rawert lässt sich nach seinem Treffer zum 2:0 von Mustafa Madanoglu (links) und von Matthias Strahl (Mitte) beglückwünschen.

Nach dieser Hereingabe von Sebastian Mintgen (rechts) musste Milan Rawert in der Mitte nur noch den Fuß hinhalten. Nach dem 2:0 gaben sich die Betzdorfer (links Christoph Lichtenfeld, in der Mitte Anil Berber) endgültig auf. Fotos: SK

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