SV Rot Weiß Queckenberg kann ersten Saisonsieg verbuchen
Mount Queck brodelt wieder
3:2 gegen SV Lannesdorf 07
Rheinbach. Den Saisonauftakt hatte der SV Rot Weiß Queckenberg beim SV Swisttal leider vergeigt. Die vermeidbare 3:1-Niederlage war vor allem einer ersten Halbzeit zu verdanken, die der RWQ quasi im Wachkoma absolvierte. Doch zur Heimpremiere gegen die erste Vertretung des VfL Lannesdorf wurden alle Infusionsschläuche und Valiumtabletten hinter zehn Schlössern im Giftschrank verriegelt.
Unmittelbar nach Anpfiff des äußerst souveränen Michael Herschung schürten die Queckenberger um Neuzugang und Mittelfeldregisseur Bures das Angriffsfeuer und ließen mehrmals den Fußballberg bedenklich wackeln. Egal ob über rechts oder links und zuweilen auch ab durch die Mitte, warfen die Rot-Weißen ihre gefährlichen Giftpfeile gen VfL-Gehäuse. Allein der Gästekeeper stellte sich wacker und leider auch erfolgreich dem Feuersturm entgegen und vereitelte mehrmals den sicheren Einschlag der aus allen Rohren donnernden Angriffsmaschine. Zudem rettete zweimal der Pfosten gegen den rechten Hammer von Rückkehrer Uygur.
Doch dass zum Pausentee keine Treffer zu verzeichnen waren, war auch Watty im RWQ-Kasten zu verdanken. So blieb er bei drei blitzsauber vorgetragenen Kontern der Sieger gegen die urplötzlich einschussbereiten Gäste.
Lohaus setzte nun komplett auf Offensive. Und dieser Mut sollte endlich belohnt werden. Zunächst stand Klemm in der 48. Minute goldrichtig, staubte aus acht Metern ab und erzielte die hoch verdiente Führung. Auch danach hielten die Männer von der Madbach das Heft des Handelns fest in der eigenen Hand. Und als eine geschmacklose Uygur-Hereingabe unhaltbar in die VfL-Maschen abgefälscht wurde, meinte so mancher Zaungast bereits, das Spiel sei gelaufen. Doch der RWQ wollte Spektakel, wollte Spannung und Dramatik. So patzte man zunächst im Spielaufbau und pumpte den eigentlich bereits leblos scheinenden Randbonnern frisches Blut in deren Adern. Als kurz darauf auch noch ein berechtigter Strafstoß für den Gastgeber donnernd vom Lattenkreuz ins Toraus segelte, begann der Eine oder die Andere schon, den vielen vergebenen Einhundertprozentigen nachzutrauern.
Obwohl weiterhin unaufhörlich die Sturmflut mit rot-weißen Schaumkronen ans Lannesdorfer Tor anklatschte, zitterte man bis kurz vor Schluss. Doch dann schlug Dauerkämpfer Arlt eine besonders feine und raffinierte Klinge: Aus 15 Metern schnippelte er das Spielgerät per Außenrist über den herausgelaufenen Schlussmann zum umjubelten 3:1 ins Netz (89.). Zwar nutzte der Gegner 60 Sekunden später abermals einen unnötigen Ballverlust zum Anschluss. Jedoch war kurz darauf der erste Dreier geschnürt, und der eben noch Feuer und Lava spuckende Fußballolymp beruhigte sich allmählich wieder.
Mit diesem Erfolgserlebnis reist die Lohaus-Truppe am 10. September nach Beuel. Dort wartet ab 17 Uhr mit dem SV Beuel 06 IV ein Geheimfavorit auf den Staffelsieg.
Aufstellung: P. Watty – Breuer, Jentsch, von Sturm, Arlt – Leifer, Klemm – Uygur, Bures, T. Meixner – Kaya. Verstärkung: O. Degirmen, Kurek, Münch.
