Fußball-Kreisliga C Bonn
Mount Queck weiterhin unbezwingbar
SV Rot-Weiß Queckenberg - TuRa Oberdrees 1:1
Queckenberg. Beim letzten Mal, als der SV Rot-Weiß Queckenberg und die TuRa aus Oberdrees in einem Punktspiel auf dem höchsten Fußballgipfel des Kreises Bonn die Derbyklingen wetzten, gab es für die Kerle von der Madbach nicht einmal einen mickrigen Blumentopf zu gewinnen. Mit einem fetten 0:5 wurde man im November 2016 regelrecht gedemütigt. Umso gieriger wartete der RWQ auf diese späte Möglichkeit der Revanche.
Für den bevorstehenden Derbytanz hatte der Verband umsichtigerweise keinen Geringeren als den erfahrenen Heinrich Harzem als Pfeifenmann angesetzt. Doch in den folgenden neunzig Minuten wurde der Referee nur selten vor wirkliche Probleme gestellt, gingen doch beide Vertretungen mit Respekt und sportlich in jeder Hinsicht fair miteinander um. Allerdings lag es wohl genau daran, dass die Döring-Bures-Buben nicht so richtig in Fahrt kamen. Zwar stimmten Leidenschaft und Einsatz in jeder Spielsekunde. Doch irgendwie schafften es die Queckies nicht, ihren unbedingten Siegeswillen zu nutzen, um ein kreatives und gefährliches Offensivfeuerwerk zu entfachen. So gab es nur wenige wirklich ernsthafte Tormöglichkeiten. Dabei lief sich A. Watty beinahe die Lunge aus dem Leib, holte bereits an der Mittellinie „seine Bälle“ ab, um sie brav an die Bures-Schaltzentrale zu verteilen und sofort wieder in die Spitze vorzustoßen. Doch der letzte tödliche Pass wollte einfach nicht gelingen. Die Dreeser Defensivabteilung erwies sich stets als gut sortierter und hellwacher Spielverderber, sodass der Schlussmann der Gäste fast keine Gelegenheit hatte, sich einmal auszuzeichnen. Noch ruhiger verlief allerdings der Arbeitstag von P. Watty. Da sich TuRa in der eigenen Hälfte einigelte und hauptsächlich verteidigte, zerstörte und lange Bälle ins Niemandsland schlug, hätte sich der Feuerkopf im ersten Durchgang getrost einen Liegestuhl ins Gehäuse stellen können. Da also die einen nicht so richtig konnten, die anderen jedoch noch viel weniger so richtig wollten, wurden mit einem unspektakulären 0:0 die Seiten getauscht.
Der zweite Abschnitt glich dem ersten fast aufs Haar. Der Rotbart in der Sturmspitze spulte Kilometer um Kilometer ab, pflasterte sich einen Reibekuchen nach dem anderen an die Oberschenkel und Waden, beide Knie glichen blutroten Springbrunnen. Doch der beste Rot-Weiße an diesem Tage wurde nicht belohnt für seine unermüdliche, schonungslose und selbstzerstörerische Drecksarbeit. Als er in der 91. Spielminute von Krämpfen geplagt vom Platz humpelte, stand es dann tatsächlich 1:1. Zunächst war die Otten-Truppe völlig überraschend in Führung gegangen. Bei dem allerersten Torschuss auf seinen Kasten war P. Watty völlig machtlos (75.). 180 Sekunden später blieb dem Altinternationalen Harzem keine andere Wahl, als nach einer etwas zu ungestümen Torwartattacke gegen Döring auf den ominösen Punkt zu zeigen. Hier zeigte einmal mehr „Cipi“ Cipera keine Nerven und stellte erbarmungslos auf 1:1. Danach neutralisierten sich beide Mannschaften weitgehend zwischen den Strafräumen.
Auch wenn man gern den zweiten Dreier in der noch jungen Saison eingefahren hätte, darf man zumindest zufrieden feststellen, dass der Mount Queck nunmehr seit 17 Monaten uneinnehmbar ist. Seit dem 22. April 2018 (damals 1:3 gegen Muffendorf) werden die vermeintlichen Gipfelstürmer ohne Sieg in ihre heimatlichen Gefilde zurückgeschickt. Diesen Nimbus möchten die rot-weißen auch am nächsten Spieltag verteidigen. Allerdings wartet da ab 15 Uhr mit dem TB 1906 Witterschlick ein echter Brocken auf die Voreifeler.
Aufstellung: P. Watty – Becker, Uygur, Breuer – Klemm, Coskun, Paffenholz, Sommer, S. Bures, D. Bures – A. Watty.
Verstärkung: Cipera, Rücker, Döring, Erol.
