Kreisliga D: SV Rot-Weiß Queckenberg besiegt Torefluch
Muske(l)tiere an der Madbach
SV RW Queckenberg - SV Adendorf II 3:1 (1:1)
Queckenberg. Der Fan des SV Rot Weiß Queckenberg ist zurzeit wahrlich nicht zu beneiden. Seit zwei Monaten wartet man auf einen Dreier, die letzten vier Begegnungen traf man lediglich einmal die Bude des Gegners und kassierte negativrekordverdächtige 16 Gegentore. Und trotzdem pilgerten auch zum letzten Heimspiel der Hinrunde wieder zahlreiche Anhänger der Lohaustruppe auf den berüchtigten Mount Queck, um die Ihren gegen das Schlusslicht SV Adendorf II zum sehnlichst herbeigewünschten Erfolgserlebnis zu brüllen. Dieses Unterfangen sollte sich umso schwieriger gestalten, als die Gäste gespickt mit zahlreichen Verstärkungen ihres C-Liga-Kaders auf der Queckenberger Alm aufwarteten. Doch davon schienen die Voreifler absolut unbeeindruckt; im Gegenteil warfen sie sich mutig, trotzig und mit zahlreichen, frisch gewetzten Messern zwischen den Zähnen in ihre letzte Heimschlacht 2016. Über die gewitzte und lauffreudige Flügelzange wurde immer wieder die rot-weiße Angriffsmaschine ins Rollen gebracht und das Sturmzentrum mit guten Bällen gefüttert. Doch während die Queckies wie schon so oft in dieser Saison ihre Abschlussschwäche einmal mehr unter Beweis stellten, klingelte es gleich beim ersten Torschuss der Töpferzunft aus Adendorf im diesmal von Weinand gehüteten Kasten (23.). Allerdings hätten die Gäste die Kerle von der Madbach wohl lieber nicht auf diese Weise reizen sollen. Waren die Gastgeber schon bis zu diesem Zeitpunkt leicht feldüberlegen, so legte die komplette Lohaus-Truppe jetzt noch eine, wenn nicht sogar zwei Schippen drauf. Dabei erinnerten die mannschaftliche Geschlossenheit und der Charakter des RWQ fast schon an die legendären Musketiere. Nicht nur, dass man deren Leitspruch „Einer für alle – Alle für einen“ eindrucksvoll in die Tat umsetzte, auch spielerisch schlugen die Rot-Weißen eine extrem feine, scharfschneidige Klinge, die der eleganten Degenführung der mittelalterlichen Elitesoldaten in nichts nach stand. Nach langem, schier endlos erscheinendem Warten, erlöste Mebei mit einem fulminanten 25-Meter-Kracher unters Gebälk all seine Kameraden, Trainer, Betreuer und Anhänger und beendete den mittlerweile 292 Minuten andauernden Torefluch des RWQ. Auch die restlichen zehn Minuten gestaltete der Gastgeber sehr offensiv und drängte noch vor dem Halbzeitpfiff auf den Führungstreffer. Da jedoch auch die Adendorfer mit Entlastungskontern gefährlich aufwarteten, blieb es zum Pausentee bei einem gerechten Unentschieden. Im zweiten Durchgang verwöhnten die Madbacher Muskeltiere ihre Zuschauer weiter mit Angriffswucht und Spielfreude. Einen der immer feiner vorgetragenen Spielzüge über Sommer und Commer schweißte Klimaszewski zur viel umjubelten Führung in des Gegners Maschen (54.) ein. Davon geschockt, konnte der Gast nur noch selten Gefahr verbreiten und wurde so immer mehr zum Spielball der Einheimischen. Von all den gut herausgespielten Chancen, die sich der RWQ wahrscheinlich für die restlichen beiden Auswärtspartien dieses Jahres aufheben wollte, sei nochmals der Mittelfeldhüne Mebei erwähnt, als das Leder, von seinem Schädel abgesendet, krachend vom Innenpfosten zurück auf Linie sprang und von da dem völlig perplexen Schlussmann in die Arme fiel. Kurz vor Ultimo machte schließlich Marathonmann Geimer den berühmten Deckel drauf, als er eine Klemm-Klimaszewski-Kombination sehenswert zum Endstand veredelte (85.). Zumindest sind jetzt erst einmal sowohl der Tore- als auch der Punktefluch gebannt. Damit konnten wenigstens die schwärzesten Rauchwolken über dem Mount Queck vertrieben werden. Allerdings wäre es sowohl dem akribisch arbeitenden Übungsleiter Lohaus als auch der sympathischen Truppe wirklich von Herzen zu gönnen, dass das Spieljahr 2016 positiv beendet wird. Ein Pünktchen am nächsten Wochenende in Wachtberg könnte da sehr hilfreich sein. Anstoß ist bereits um 10:30 Uhr. Aufstellung: Weinand – Czernik, Declair, Jentsch, Becker – Geimer, Mebei, Klemm, Kusche, Commer – Klimaszewski. Verstärkung: Leifer, Müller, Sommer. Eiserne Reserve: Kappe, Steinberger, Jakobs, Arlt, Rau.
