Lokalsport | 08.06.2018

Mike Rockenfeller aus Neuwied wurde in Ungarn elfter und vierter in den DTM Rennen

„Natürlich wäre ich gerne auf`s Podium gefahren“

Das Überholen ist auf der Rennstrecke mit vielen engen Passagen schwierig. - DEB -

Neuwied/Budapest. Das erste Auslandsgastspiel in der populärsten Tourenwagenserie DTM (Deutsche Tourenwagen Masters) fand auf dem ungarischen Hungaroring nahe der Hauptstadt Budapest statt. Auf der 4,381 km langen Rennstrecke mit ihren 14 Kurven und vielen engen Passagen war das Überholen sehr schwierig. „Flacher Teller“ ist die Bezeichnung des Kurses, weil in einem Tal gelegen, somit kam die Topografie der Strecke den Fans sehr entgegen, weil 80 Prozent der Rennaction für die DTM Fans einsehbar war. Und die bekamen, vor allen Dingen im zweiten Rennen am Sonntag, ein spektakuläres Rennen zu sehen, aber der Reihe nach. „Der Hungaroring ist sehr schwierig zu fahren, das Fahrzeug muss sehr gut abgestimmt sein und die Performance muss stimmen. Überholen ist hier extrem schwierig, außer auf der langen Start-Zielgeraden,“ so Rockenfeller.

Performance war das richtige Wort, denn die stimmte im ersten Qualifying an Rockenfellers Boliden überhaupt nicht, sonst wäre der schnelle Mann aus Neuwied nicht von ganz hinten ins Rennen gegangen. Polemann war der Formel 1 erfahrene Schotte Paul di Resta auf seinem AMG Mercedes Boliden vor Nico Müller im Audi RS5 und dem Österreicher Lucas Auer auf Mercedes. 55 Minuten plus eine Runde, das ist die Renndistanz, die zu absolvieren war. Alle 18 Piloten kamen gut vom Start weg und schon nach wenigen Runden kamen die ersten Fahrer zum Pflichtboxenstopp, um Reifen aufziehen zu lassen. Bei hochsommerlichen Temperaturen kam der in Führung liegende di Resta in Runde neun an die Box und musste Markenkollege Lucas Auer vorbeiziehen lassen, weil die neuen Reifen an di Restas Auto noch nicht die optimale Temperatur hatten.

Im 22. Umlauf drehte der Schotte den Spieß um und setzte sich wieder an die Spitze des Feldes, nur 0,587 Sekunden vor Auer. Den dritten Platz sicherte sich der Schweizer Nico Müller auf Audi. Und was machte Mike Rockenfeller? Der war mit den Startreifen immer noch im Rennen und durch die vielen Boxenstopps der DTM Kollegen ging es Platz um Platz nach vorne. Man stelle sich vor, mit den alten Reifen war er ebenso flott unterwegs wie die Kollegen, die schon neue Pneus an der Box hatten aufziehen lassen. Sogar Rockenfellers Teamkollege, der Franzose Loic Duval, führte das Rennen, Rockenfeller war zweiter und das ca. 24 Minuten vor dem Rennende. Beide Audi RS 5 Piloten starteten ja für das Audi Sport Team Phoenix und Teamchef Ernst Moser wird nicht schlecht gestaunt haben.

Platz 11 trotz guter Boxenstoppzeit

Doch die spannende Frage stellte sich, wann kommen Duval und Rockenfeller zu ihrem Pflichtstopp? Als dann in Runde 25 Robin Frijns an die Box fuhr, hieß der neue Leader Mike Rockenfeller, der auf den alten Reifen immer noch genug Gummi hatte und schnell unterwegs war. Dann, es läuft die 28. Rennrunde, biegt der Neuwieder in die Boxenstraße ein, um seinen Pflichtstopp zu absolvieren. In einer sehr guten Boxenstoppzeit des Teams reiht er sich wieder ins Rennen ein als Elfter. Er versucht alles, um in die Punkte zu fahren, doch am Ende blieb es bei Platz 11. „Es fehlte uns heute ein bissschen die Performance, natürlich wäre ich noch in die Punkte gefahren, aber es hat nicht sollen sein.“ Und der Motorsportchef von Audi Dieter Gass zeigte sich ganz zufrieden vom Rennausgang: „Es war ein sauberes Rennen unserer Piloten mit verschiedenen Strategien. Schade, dass es der Mike am Ende nicht mehr geschafft hat in die Top Ten zu kommen, sonst wären alle unsere Fahrer in die Punkte gekommen.“

Dass es auch anders geht, bewies der 34-Jährige dann im zweiten Lauf am Sonntag, der ebenfalls über die Distanz von 55 Minuten plus einer Runde ging. Allerdings was das zweite Qualifying anging, passte es wieder nicht so richtig zusammen und Mike Rockenfeller musste von Platz 16 ins Rennen gehen. Man muss aber auch sagen, dass die 18 DTM Akteure innerhalb von 1,2-1,5 Sekunden ganz eng zusammenlagen. Alle 18 DTM Piloten, Polesetter war Lucas Auer vor dem Formel 1 erfahrenen Pascal Wehrlein und dem Sieger vom Samstag Paul di Resta, alle auf Mercedes Boliden unterwegs, kamen gut vom Start weg.

Regenschauer sorgte für Chaos

Schon in der ersten Runde kam Rockenfeller zum Boxenstopp. Doch was jetzt passierte, das war krass. Ein deftiger Regenschauer brachte das auf Slicks startende DTM Feld durcheinander und sorgte für Chaos. Vor allen Dingen an den Boxen, denn die Autos ,die zum Regenreifenwechsel an die Box kamen, rutschten und so passierte es, dass auch zwei Mechaniker und ein Steward von den Autos schwer verletzt wurden. Das Rennen wurde abgebrochen und nach einer Pause von 35 Minuten hinter dem Savetycar neu gestartet.

Da die Fahrbahn nach Ende des Regenschauers auf dem warmen Asphalt relativ schnell abtrocknete, konnten die DTM Piloten wieder auf Slicks in das restliche Rennen gehen. Rockenfeller lag zu dem Zeitpunkt auf Rang neun und macht weiter Boden gut, hat so gute Chancen, viele Punkte aus Ungarn mitzunehmen. Es waren noch elf Minuten zu fahren, wann kommen die ersten vier Fahrer Juncadella, Wehrlein, Müller und Green an die Box? Rockenfeller kämpfte den Schweden Joel Erikson nieder und baute den Vorsprung auf ihn aus. Nach dem Stopp von Juncadella folgte der von Nico Müller und von Jamie Green.

Es war richtig spannend, Mike Rockenfeller war jetzt schon vierter und machte Druck auf BMW Fahrer Philipp Eng, es führte Marco Wittmann, der die Führung bis ins Ziel nicht mehr hergab. Zweiter wurde Timo Glock, ebenfalls BMW vor Philipp Eng auf BMW. Bester Audipilot wurde Mike Rockenfeller, der am Ende happy war: „In erster Linie muss ich sagen, dass ich an dem Wochenende in Ungarn mit einem blauen Auge davon gekommen bin, was die Punkte angeht. Wir hatten eine einigermaßen gute Pace, leider waren die BMW`s alle um mich rum, natürlich wär ich gerne auf das Podium gefahren, ich hab alles gegeben am Ende, es hat halt in den letzten zwei, drei Runden nicht gereicht. Das Rennen war chaotisch mit den Unfällen, die schlimm aussahen. Ich wünsche den verletzten Mechanikern gute Besserung. Das Ergebnis ist heute schon ein bisschen zweitrangig“.

Dem Audi Sport Team Phoenix von Mike Rockenfeller und Loic Duval gelang der schnellste Boxenstopp des gesamten Wochenendes mit einer Zeit von 30, 746 Sekunden. Das wurde mit 25 Punkten für die Gesamtwertung beim „Best Pit Stop“ Award der Firma Hankook gewertet.

Mit 34 Punkten rangiert der Neuwieder auf dem neunten Platz. Erster in der DTM Tabelle ist Timo Glock mit 90 Zählern vor Gary Paffett mit 79 Punkten. Man darf gespannt sein auf das nächste DTM Rennen, dass im Fränkischen Monaco auf dem Nürnberger Norisring (Stadtkurs) stattfindet.

DEB

Boxenstoppzeiten können ausschlaggebend sein.

Boxenstoppzeiten können ausschlaggebend sein. Foto: Hoch Zwei / Juergen Tap

Mike Rockenfeller.

Mike Rockenfeller.

Das Überholen ist auf der Rennstrecke mit vielen engen Passagen schwierig. Fotos: - DEB - Foto: Hoch Zwei / Juergen Tap

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