Neuwieder nach der Tour de France und der WM zurück in der Heimat
Oberbürgermeister empfängt Radprofi Max Walscheid
Neuwied. Ein Neuwieder Radprofi bei der Tour de France? Was selbst hartgesottene Radsportfans nie zu Träumen vermocht hätten, schaffte Max Walscheid. Der 27-Jährige aus Niederbieber startete kürzlich bei der Frankreichrundfahrt und sprintete bei der Schlussetappe auf der Champs Elysee auf Platz zehn. Eigentlich hatte Oberbürgermeister Jan Einig Max Walscheid schon früher zu einem Empfang eingeladen. Aber dann kam der Anruf vom Bundestrainer. Also ging es für den Radprofi im Dienste des südafrikanischen Teams NTT nach der Tour zunächst weiter zur Radweltmeisterschaft. In Imola ging Max Walscheid im Einzelzeitfahren an den Start. Entsprechend würdig wurde der Neuwieder, der aktuell mit seiner Freundin in Heidelberg lebt, empfangen. In der Schalterhalle der Sparkasse Neuwied luden Hausherr und Vorstand Thomas Paffenholz sowie Oberbürgermeister Jan Einig Max Walscheid zum Eintrag ins Gästebuch der Stadt Neuwied ein. Ebenfalls Landrat Achim Hallerbach und zahlreiche Vertreter der Radsportfamilie beglückwünschten Max Walscheid zur Teilnahme am bedeutendsten Radrennen der Welt. Besonders freuten sich die Vertreter des velo-Clubs, dem der Neuwieder seit Jugendzeiten treu geblieben ist. „Ich hätte mir denken können dass wir uns irgendwann wiedersehen“, schmunzelte Thomas Paffenholz als er daran erinnerte, dass Max Walscheid 2012, als bislang einziger Neuwieder, den Deichstadt-Cup gewinnen konnte. Der Sparkassen Vorstand rief außerdem Max Walscheids Sieg beim Münsterland-Giro (2018) in Erinnerung, einem der bedeutendsten deutschen Eintagesrennen. Auch Oberbürgermeister Jan Einig zeigte sich glänzend auf den Gast vorbereitet, als er dem Neuwieder seine Achtung aussprach, nach dem schlimmen Trainingssturz von 2016 wieder zurückgekommen zu sein. Damals war ein Auto frontal in die Trainingsgruppe von Max Walscheid gefahren. „Solche Vorbilder sind klasse für unsere Jugend“, konstatierte der Oberbürgermeister. Im anschließenden Interview verriet der Neuwieder den Anwesenden die Faszination der Tour der France aus Fahrersicht. Ebenfalls wie er sich auf die Rennen vorbereitet: „Radprofi ist ein Job an 24 Stunden an sieben Tagen die Woche“, so Max Walscheid. Das beginne bei der Ernährung und höre beim Schlaf auf. Apropos Ernährung: Auf Restaurantbesuche verzichtet der Profi während der Corona Zeit. Eine Infektion würde für ihn das vorzeitige Saisonende bedeuten. Ohnehin verlief diese Rennsaison komplett anders als üblich. Mehrere Monate pausierte der Rennzirkus. Gleich nach dem Empfang in der Heimat ging es für Max Walscheid, übrigens Neuwieder Sportler des Jahres 2018, zu einer Rundfahrt in die Niederlande. Zuhause ist er die wenigste Zeit des Jahres. Ansonsten jettet er um die Welt. Mehr als 13 Siege verbuchte er als Profi, ging in Australien, den USA, den Golfstaaten, in Asien und allen Teilen Europas an den Start. Jährlich 25.000 bis 30.000 Kilometer sitzt Max Walscheid im Renn- und Trainingssattel. Dies ständig unter medizinischer Beobachtung des Teamarztes. Das Training ist wissenschaftlich ausgeklügelt. Kaum vierzig Schläge misst der Ruhepuls des Profis. Abschließend bedankte sich Oberbürgermeister Jan Einig dafür, dass Max Walscheid so vielen Neuwiedern die Tour de France spannend wie nie machte. Am 25. Oktober werden die Radsportfans ihrem Max wieder die Daumen drückten. „Da gehe ich äußerst zuversichtlich an die Start“, verrät Max im Hinblick auf das legendäre Paris-Roubaix, seinem letzten Rennen in 2020.
FF
Weil er sich um Neuwied verdient gemacht hat, lud OB Jan Einig Max Walscheid zum Empfang. Der Radprofi durfte sich ins Buch der Stadt Neuwied eintragen.
