SV Rot-Weiß Queckenberg gegen den FC Flerzheim II
Pierre Watty macht das Dutzend voll
Queckenberg. Nach dem Abpfiff der Partie SV Rot-Weiß Queckenberg gegen den FC Flerzheim II hatte der emsige Schreiberling ein ausgekugeltes Handgelenk aufgrund der vielen Einträge auf seinem Notizblöckchen. Ewald Lienen, der Vater aller Zettelwirtschaft der deutschen Trainergilde, wäre wahrscheinlich neidisch geworden auf diese ansehnliche Papyrusrolle. Folgende Eckpunkte können der wissbegierigen Leserschaft präsentiert werden:
Mit 6:0 feierte der RWQ seinen höchsten Heimsieg seit dem 23. März 2014. Damals wurde mit dem selben Ergebnis der FC Tannenbusch in die ewigen Fußballjagdgründe geballert. Das einzige Tor vor dem Pausentee schädelte Ring nach einer Bures-Ecke in die FC-Maschen (09.). Die Tinte für den Führungstreffer war noch nicht ganz trocken, als abermals zur Feder gegriffen wurde. Denn Teufelskralle P. Watty wischte einen Elfmeter um den linken Pfosten und hielt damit seinen Kasten blütenrein. Der zweite Durchgang konnte getrost als Bures-Festspiele betitelt werden. Innerhalb von neun Minuten schnürte der Regisseur einen lupenreinen Hattrick (65., 68., 74.). In der jüngeren Geschichtsschreibung konnte der Chronist einen solchen Eintrag in den Statistiken nicht ausfindig machen. Zunächst profitierte die Pferdelunge von einem genialen Ring-Zuspiel, der instinktiv das Spielgerät auf die an der Strafraumgrenze lauernde Torfabrik durchsteckte. Das 3:0 wurde wunderschön heraus gespielt: von Sturm jagte mit einem langen Ball aus dem eigenen Halbfeld Wappenschmidt gen Eckfahne, und der kleine Wiesel sah Bures am Fünfmeterraum, welcher dort die butterweiche Flanke genüsslich zur Glückseligkeit verwertete. Der nun in einen wahren Rausch verfallene Torejunkie krönte den Zwischenspurt unnachahmlich zum 4:0, indem er aus ca. 25 Metern den rechten Hammer auspackte und ein volles Pfund mit 120 Stundenkilometern in den linken Gambel zementierte. Nun war der Drops zwar reichlich gelutscht, doch die rot-weißen hatten noch immer Spaß am Fußball und waren süchtig nach Toren. Nachdem eine Flerzheimer Hand im eigenen Strafraum im Spiel war, legte sich Cipera die Pille auf dem ominösen Punkt zurecht und verwandelte eiskalt (80.). Nur 180 Sekunden später war es Publikumsliebling Wappenschmidt vergönnt, den Schlusspunkt setzen zu dürfen. Dabei wurde er mustergültig und uneigennützig von Ring, nach feiner Bures-Vorarbeit, in Szene gesetzt. Schließlich feierte Pierre Watty seinen zwölften Karriere-Shutout im RWQ-Trikot, wozu er mit einem gehaltenen Elfmeter und einer Glanzparade wesentlich beitrug.
Trainer mahnte zur Besonnenheit
Trotz all dieser berechtigten Jubelarien mahnte Trainerfuchs Döring zu Besonnenheit. Denn seinem geübten Adlerauge sind einige Baustellen nicht verborgen geblieben. Zum einen musste man vor allem im ersten Durchgang mit der Chancenverwertung hadern, als mehrere hundertprozentige zu fahrlässig ausgelassen wurden. Zum anderen beschlich einen während der ersten zehn Minuten nach Wiederanpfiff das ungute Gefühl, dass sich die Kerle von der Madbach eine verlängerte Halbzeitpause gönnen wollten. In dieser Phase war es vor allem Kaya zu verdanken, dass die Watty-Burg von Feindbeschuss nahezu verschont blieb. Der türkische Koloss erahnte beinah jede Spieleröffnung und erstickte die Angriffsbemühungen meist weit weg von der rot-weißen Gefahrenzone. Sollte dann doch mal das Bällchen durchgesteckt werden, räumten von Sturm und Uygur gnadenlos ab. Einmal allerdings musste der Feuerkopf im RWQ-Kasten nochmals seine Go-Go-Gadgeto-Arme ausfahren und sich extrem lang machen, um das aufkeimende Hoffnungspflänzchen der Gäste zu auszumerzen.
Anschließende Saisoneröffnungsfeier
So konnte die anschließende Saisoneröffnungsfeier mit reichlich Gerstensaft und Leckereien vom Holzkohlegrill begangen werden. Wenn dann am Mittwoch die angesprochenen Sandkörnchen aus dem Queckenberger Getriebe herausgeblasen werden, kann der RWQ am 9. September mit stolzer Brust zur dritten Vertretung des SV Wormersdorf reisen. Ab 10.30 Uhr wartet dort jedoch eine spielstarke Wundertüte auf die Voreifel-Buben.
Aufstellung: P. Watty – Wappenschmidt, Uygur, Breuer – von Sturm, Cipera, Kaya, Bures, Döring, Becker – Ring
Verstärkung: Savas, Keshikashvili, Arlt
Eiserne Reserve: Fahrenbruch, Joerger, Claßen, Declair, Münch
