Lokalsport | 15.06.2016

Tolles Debüt für den Wöflick Montaplast Ford Mustang GT V8 beim ADAC Zurich 24h-Rennen Nürburgring

Premiere trotz heftigen Regens geglückt

104 gefahrenen Runden erbrachten 520 Euro für die Hilfsorganisation „Childrens Hope“

Das Privatteam Wölfling Racing mit dem Montaplast Mustang mit Namen „Sally“. MSC Adenau/Florian Hanf – www.n1927.de

Quiddelbach. Die 44. Auflage des ADAC Zurich 24h-Rennen hatte in diesem Jahr wieder alles zu bieten. Neben den heftigen Wetterkapriolen zu Beginn des Rennens und einem spannenden Kampf um den Gesamtsieg an der Spitze des Feldes, lieferten sich auch die Privatteams in ihren Klassen spannende Positionskämpfe. Für den vom Wölflick-Racing-Team im Frühjahr neu aufgebauten 2016 Ford Mustang GT V8 stand zunächst „Ankommen“ ganz oben auf der Liste. Schließlich betrat man beim Langstreckenklassiker mit dem publikumswirksamen Muscle Car aus den USA Neuland. Nach umfangreichen Umbauarbeiten vom Serienauto zum Rennwagen, trat das Team um Teamchef Stephan Wölflick beim ADAC Zurich 24h-Qualifikationsrennen zum ersten Härtetest unter Rennbedingung an. Mit Gesamtrang 45 und dem Klassensieg vom Qualifikationsrennen im Gepäck war man einigermaßen optimistisch für das 24h-Rennen.

Adenauer Racing Day

Das 24h-Rennen Wochenende fing für Wölflick mit dem Adenauer Racing Day an, der nach langer Unterbrechung wieder auf Marktplatz und Hauptstraße in der Innenstadt von Adenau durchgeführt wurde. Es war das erste Mal, dass das Quiddelbacher Team mit ihrem Rennfahrzeug zu der Veranstaltung eingeladen worden war. Das lag gewiss an der großen Attraktivität des schwarz-grünen Montaplast Mustang mit Namen „Sally“. Wo immer er auftritt, findet der V 8 Bolide schnell seine Bewunderer. Neben weiteren Rennfahrzeugen aus dem Starterfeld der 24h, ging es am späten Nachmittag hierfür mit „Sally“ von der Nordschleife über die öffentliche Bundesstraße nach Adenau. In der Startaufstellung am Samstag zeigte das gesamte Wölflick-Racing-Team Flagge für ein Spendenprojekt der Bergheimer Hilfsorganisation „Childrens Hope“. Diese private Initiative unterstützt mit Projekte und Aktivitäten zur Selbsthilfe in Machakos, etwa 80 Kilometer südlich von Nairobi. Ziel ist, den vielen dort von der AIDS-Seuche zu Waisen und Halbwaisen gemachten Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen und ihre weitere berufliche Ausbildung zu fördern. Das Wölflick-Racing-Team und die Fahrer Stephan Wölflick, Urs Bressan, Jürgen Gagstatter und Tobias Neuser unterstützten dieses Engagement mit fünf Euro pro Rennrunde. Letztendlich sind hierdurch bei 104 gefahrenen Runden stolze 520 Euro herausgekommen.

Unterbrechung des Rennens

Stephan Wölflick, der den Start in der zweiten Startergruppe absolvierte, konnte schnell einige Positionen gut machen. Nach nicht einmal einer Stunde Renndauer setzte über die Streckenabschnitte Aremberg bis hin zum Adenauer Forst heftiger Gewitterregen ein. Daraufhin rutschten zahlreiche Fahrzeuge mit ihren noch aufgezogenen Slicks von der Strecke. Einige schlugen in die Leitplanken ein, andere konnten sich noch gerade so aus der misslichen Lage retten. Wölflick hatte aber im richtigen Moment auf Regenreifen gewechselt und entging so dem großen Chaos. Indes setzte zusätzlich ein starker Hagelschauer ein, wobei zentimetergroße Hagelkörner die Strecke in eine Winterlandschaft verwandelten. Die Autos standen teilweise quer auf der Strecke und es bildete sich ein Rückstau von etwa 70 Autos. Darunter auch der Montaplast-Mustang, der auch diese Situation unbeschadet gemeistert hatte. Aufgrund der Situation auf der Strecke unterbrach Rennleiter Walter Hornung das Rennen mit der roten Flagge. Glücklicherweise wurde keiner der Piloten verletzt. Während der Rennunterbrechung lief die noch zu absolvierende Zeit weiter herunter, wobei die Teams ihre Autos reparieren beziehungsweise für den Restart vorbereiten konnten.

Erfreulicher Abschluss

Um 19 Uhr ging es dann für alle wieder in die Startaufstellung. Jürgen Gagstatter übernahm den Start, dem allerdings drei Einführungsrunden vorausgingen, da auf der Strecke noch relativ viel Wasser stand und es wieder zu Regnen begann. Die Fahrer kamen gut durch die Nacht und den darauf folgenden Morgen. Der Nebel, der sich am späten Abend auf die Strecke legte, erschwerte allen Fahrern gleichermaßen die Sicht, aber beeinträchtigte den Rennverlauf nicht. Zur Rennhälfte befand man sich dann schon auf Rang 66. Zweieinhalb Stunden vor Rennende, auf der 52. Position und Platz zwei der Klasse SP8 liegend, musste der Mustang allerdings aufgrund eines defekten Differenzials qualmend die Box ansteuern. Statt um den Klassensieg auf der Strecke zu kämpfen, kämpften jetzt die Mechaniker in der Box mit über 200 Grad Celsius heißen Metallteilen an der Hinterachse. Ein Wechsel des Differenzials unter diesen Bedingungen ist überaus anspruchsvoll. Die Wölflick Truppe schaffte es in nur 65 Minuten. Danach konnte „Sally“ wieder in das Renngeschehen eingreifen. Schlussfahrer Tobias Neuser beendete das Rennen auf der 66. Gesamtposition, mit 104 gefahrenen Runden und schlussendlich als bestes Ford-Fahrzeug. In der Klasse SP8 rutschte man durch die Reparatur allerdings auf den fünften Rang zurück. Trotz des kleinen Dämpfers gegen Rennende konnte man sich im Team Wölflick-Racing zu Recht über dieses Ergebnis freuen. Man war nicht nur „angekommen“, sondern man hat lange Zeit mit dem Mustang sogar um den Klassensieg kämpfen können. Auch die Erkenntnis, dass eine Top 50 Platzierung schon mit der ersten Ausbaustufe des Ford Mustang GT V 8 in Reichweite war, lässt für die Zukunft einiges von den Quiddelbacher Rennsport-Enthusiasten erwarten.

Der Montaplast Wölfling Ford Mustang auf der Strecke.

Der Montaplast Wölfling Ford Mustang auf der Strecke.

Das Privatteam Wölfling Racing mit dem Montaplast Mustang mit Namen „Sally“. Fotos: MSC Adenau/Florian Hanf – www.n1927.de

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