Lokalsport | 07.11.2018

SV Rot Weiß Queckenberg

Purpurfarbenes Elfenbein aus der Voreifel

Niederbachem. Der SV Rot Weiß Queckenberg hat in einem absolut rassigen, gutklassigen und teilweise hochdramatischen Spitzenspiel den SV Niederbachem III zunächst leichtfüßig bespielt, später dann knallhart bekämpft und zu guter Letzt, quasi auf dem Zahnfleisch kriechend, niedergerungen und somit die Spitzenposition wieder an sich gerissen. Die Rahmenbedingungen zu dem Knallerspiel der D-Klasse konnten besser kaum sein. Man hatte das Gefühl, die ganze Voreifel sei an diesem Tage auf den Mount Queck gepilgert. So wie in den ruhmreichen frühen 1980er Jahren, als der RWQ in der A-Liga seinen Gegnern die Leviten gelesen hatte, säumte beinah eine kleine Hundertschaft bei strahlendem Sonnenschein den Spielfeldrand.

In der ersten Halbzeit brannten die Döring-Bures-Buben ein wahres Fußballfeuerwerk ab und peitschten sich regelrecht in einen Fußballrausch voller Leidenschaft und Inbrunst. Man war den Gästen in allen Belangen überlegen und erstürmte die eigene Festung mit wehenden rot-weißen Angriffsfahnen. Bereits nach 16 Minuten erzielte Cipera per Fußspitze das erste Tor. Vorher hatte Klimaszewski einen Klemm-Einwurf raffiniert verlängert. Spätestens jetzt bebte der Fußballberg und schien in jedem Moment explodieren zu wollen. Zwar überließ man den extrem ballgewandten Gästen gern etwas mehr Ballbesitz, doch jeder Queckie spielte taktisch extrem diszipliniert und wusste ganz genau, wann er den Gegner wie beeinträchtigen konnte . Eindeutiger Beleg hierfür war die Entstehung des zweiten Treffers. Klemm sah Klimaszewski im gegnerischen Halbfeld lauern und bediente ihn mit einem 30-Meter-Traumpass. Dieser blieb eiskalt und schoß vom Strafraumeck per Außenrist das Leder gefühlvoll über den raushastenden Schlussmann unter das Lattenkreuz. Da war bereits eine halbe Stunde gespielt. Nur 180 Sekunden später erhöhte Bures gar auf 3:0, indem er eine millimetergenaue Klimaszewski-Flanke veredelte. Bis zum Halbzeitpfiff konnte man weiterhin eine strategische Meisterleistung des RWQ bestaunen. Zwar überließ man dem Gast beinah dreiviertel des Platzes, der eigene Kasten blieb allerdings sauber.

Halbzeit zwei konnte man getrost als rot-weißen Amoklauf bezeichnen. Zunächst schenkte abermals Bures noch das 4:0 ein, nach erneuter Klimaszewski-Hereingabe (47.). Das weckte jedoch die bereits tot geglaubten Angriffsgeister von Niederbachem. Bereits vier Minuten später verkürzten sie auf 4:1. Nun kämpften die Kerle von der Madbach tollkühn, resolut und unerschrocken um ihr Fußball-Leben. Uygur und Döring dirigierten ihre Spielkameraden. So mutierten Breuer, von Sturm und Klemm zu rot-weißen Defensivtitanen, die mit Leib und Leben ihr Reich verteidigten. Aber auch Becker und Wappenschmidt wuchsen nochmals über sich hinaus, selbst Cipera und Bures grätschten, wie es ein Sergio Ramos nicht besser hätte machen können. Leider war das 4:2 nach einer Stunde nicht zu verhindern und erhöhte die Herzfrequenz, nicht nur der etwas betagteren Zuschauer, nochmals beträchtlich. Befreiung gab es jetzt kaum noch, gönnten doch die Gäste dem RWQ kaum mehr Zeit zum Durchatmen. Aber spätestens an Claßen biss man sich die Zähne aus, der sich bei seiner Saisonpremiere zwischen den Pfosten in Galaform präsentierte und selbst hundertprozentige Torchancen wie selbstverständlich hielt. Einmal noch rannte Wappenschmidt rechts entlang, doch seine Flanke traf lediglich die Lattenoberkante. Das schlussendlich verdiente 4:3 in der 90. Minute hatte lediglich statistischen Wert.

Als nach gefühlten 20 Minuten Nachspielzeit Düllmann die Queckenberger Fußballseelen endlich erlöste, hechelten diesseits geschundene rot-weiße Körper in die Kabine, während jenseits bereits die Stubbikronkorken knallten. Die Jungs von der Madbach feierten im sechsten Heimspiel den sechsten Heimsieg, und das eigentlich rot-weiße Vereinswappen schimmerte voller Stolz purpurfarben und in Elfenbeinweiß an der Winand-Pütz-Halle. So ganz nebenbei korrigierten die Döring-Bures-Buben mit dieser Energieleistung auch wieder die etwas in Unordnung geratene Tabellenspitze. Als Liga-Primus reist man somit am 11. November nach Wachtberg. Dort spielt man bei der dritten Reserve auf, zur allerdings unüblichen Zeit ab 10:30 Uhr.

Aufstellung: Claßen, von Sturm, Uygur, Breuer, Wappenschmidt, Klemm, Döring, Bures, Cipera, Becker, Klimaszewski

Verstärkung: Fahrenbruch, Erol, Mücklich

Eiserne Reserve: P. Watty, Jörger, Savas.

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