Truck Grand Prix 2016
Rennsport im XXL-Format am Nürburgring
Nürburg. Mit dem 31. ADAC Truck Grand Prix stand kürzlich eines der absoluten Nürburgring-Highlights auf dem Programm. Die Veranstaltung in der Eifel bildet traditionell den Höhepunkt in der laufenden Saison zur FIA European Truck Racing Championship (ETRC). Zusätzlich zu den Rennen der Trucks boten die zwei einstündigen Läufe, der erstmals bei der Veranstaltung gastierenden Blancpain GT-Sprint-Serie, einen weiteren Leckerbissen für die an den drei Veranstaltungstagen angereisten 123.000 Motorsport-Fans. Abgerundet wurde auch in diesem Jahr das Mega-Event durch ein vielfältiges Showprogramm, der Industrieausstellung sowie dem schon legendären Country-Festival in der Müllenbachschleife.
Sieg im Qualifikationsrennen
Den Sieg im Qualifikationsrennen bei den Blancpain GT3 Boliden am Samstag sicherten sich, in einem 37 Fahrzeuge großen Starterfeld, Christopher Mies (Deutschland) und Enzo Ide (Belgien) im Audi R8 LNS vor dem MacLaren Duo Alvaro Parente (Portugal) und Rob Bell (Großbritannien). Das Podium komplettierten mit Renne Rast (Deutschland) und Will Stevens (Großbritannien) eine weitere Audi R8 LMS Besatzung. Beim zweiten Aufschlag der Blancpain GT-Sprint-Serie am Sonntag konnte sich McLaren für die Niederlage im Qualifikationsrennen bei Audi revanchieren. So gewannen das Hauptrennen Alvaro Parente und Rob Bell mit dem McLaren 650S. Rast und Stevens belegten den zweiten Rang. Den letzten Platz auf dem Podium sicherten sich Bernd Schneider (Deutschland) und Jules Szymkowiak (Niederlande) im Mercedes AMG GT3. Die Sieger des Vortages Mies und Ide wurden Vierte. Die beiden Fahrzeuge der Lokalmatadore von Phönix Racing aus Meuspath belegten im Hauptrennen die Plätze 15 und 22.
Läufe zur Truck EM
Bei den Läufen zur Truck EM ruhten die Hoffnungen der deutschen Fans neben den beiden, in den zurückliegenden Jahren erfolgreichen Piloten Gerd Körber (Rheinau) und dem dreifachen Europameister Jochen Hahn (Altensteig), in diesem Jahr auch auf Sascha Lenz aus Plaidt. Beim ersten Rennen am Samstag konnte Jochen Hahn den Erwartungen der Fans gerecht werden und feierte einen überragenden Start-Ziel-Sieg vor Adam Lacko (Tschechien) und Stephanie Halm (Ammerbuch). Sascha Lenz überquerte als Achter die Ziellinie. Sein Vater Heinz-Werner wurde wegen zu starker Rauchentwicklung seines Mercedes durch die Rennleitung aus dem Rennen genommen. Der zweite EM-Lauf musste nach einem Unfall in der ersten Runde zunächst unterbrochen werden. Nach dem Neustart ging Sascha Lenz in Führung und Stephanie Halm heftete sich an das Heck von Lenz, an dem Sie sich nach einigen Runden vorbeischieben konnte und die Führung bis ins Ziel nicht mehr abgab. Hinter der Ammerbucherin wurde Jochen Hahn Zweiter. Lenz fiel mit Bremsproblemen aus. Für die 32-jährige Stephanie Halm war es der zweite Sieg in einem Truck-EM-Rennen. Sie ist damit die einzige Frau, die sich bislang in die Siegerliste der EM eintragen konnte. Im Regen starte das erste Rennen am Sonntag, bei dem sich Jochen Hahn bis zur Mitte des Rennens gegen Adam Lacko durchsetzen konnte, musste danach den deutlich schnelleren Tschechen jedoch ziehen lassen. Lacko siegte am Ende vor Hahn und Norbert Kiss (Ungarn). Auch im letzten Rennen behauptete sich Adam Lacko vor Jochen Hahn, der erneut Platz zwei belegte. Stephanie Halm komplettiert mit Rang drei ein weiteres Mal das Podium.
Läufe zum ADAC-Mittelrhein Cup
In den beiden Läufen zum ADAC-Mittelrhein Cup, der zweiten Liga bei den Renn-Trucks, sahen die Zuschauer ebenfalls packende Duelle um jeden Zentimeter. Im ersten Rennen am Samstag siegte Ryan Smith vor Stuart Oliver (beide Großbritannien), nachdem das Rennen drei Runden vor Ende aufgrund eines ausgefallenen Fahrzeugs abgebrochen werden musste. Heinz-Werner Lenz aus Plaidt wurde Zehnter.
Der 58-jährige Plaidter war bei seinem 25. Start in der Eifel einer der wenigen Mercedes-Piloten im Feld. Und er hat auch den letzten Gesamtsieg für die Sterne in der Europameisterschaft 1999 eingefahren. Sohn Sascha wollte eigentlich auch im Mittelrhein Cup an den Start gehen. Allerdings konnte er wegen technischer Probleme nicht starten. Auch am Sonntag kam es nach wenigen Runden zum Rennabbruch. Nach dem Neustart schlug zur Freude der Fans die Stunde von Sascha Lenz, der von Position 27 bis auf Platz drei nach vorne fuhr. Der Sieg ging erneut an Ryan Smith vor David Jenkins (Großbritannien).
Musik und Fußball
Für viele der Zuschauer begann die schönste Zeit am Ring aber erst am Abend, nach dem die Motoren verstummten und sich das Geschehen von der Strecke und aus dem Fahrerlager in die Dunlop-Kehre der Müllenbachschleife verlagert hatte. Überall blinkte, hupte und funkelte es auf dem Weg bis zur Festivalbühne, wo in diesem Jahr am Freitagabend Meg Pfeiffer, Bobbin’B und Modern Earl für ausgelassene Stimmung sorgten. Für die Künstler am Samstagabend hieß es dann jedoch, sich das Interesse mit den Fans des Fußballs zu teilen. So rockten Ann Doka, Rob Ryan Road Show Band und das Truck-Grand-Prix-Urgestein Tom Astort mit einem Unentschieden gegen das Public Viewing auf einer Großbildleinwand im Ringboulevard. Ein Fan aus Bayern brachte es am Rande des Public Viewing vielleicht auf den Punkt, „Tom Astor ist jedes Jahr, die EM aber nur alle vier Jahre.“ Auch das wieder einmal spektakuläre Feuerwerk vermochte bei dem spannenden EM-Spielverlauf die Fans nicht von den Bildschirmen zu locken.
BURG
Ein Video zu diesem Thema finden Sie im Internet unter: www.blick-aktuell.tv Reinschauen lohnt! Viel Spaß.
