SV Rot Weiß Queckenberg
Rot Weißer Offenbarungseid in Überzahl
Auch der Rückstand von 0:1 zur Halbzeit holte die Einheimischen nicht aus ihrem Dämmerzustand zurück
Queckenberg. Noch lange nach dem Abpfiff konnte man in den versteinerten Mienen des Trainers, der Fans, Verantwortlichen und sogar einiger Spieler völlige Ratlosigkeit und Unverständnis über die eigene gezeigte Leistung ablesen. Denn wie man nach den zuletzt guten Auftritten gegen Rheindorf und in Swisttal innerhalb von nur sieben Tagen das Fußballspielen verlernen kann, bleibt allen Beteiligten und Augenzeugen ein Rätsel. Dabei gastierte mit dem Bonner Fußball Club Azadi 09 nicht unbedingt der ganz harte Brocken am Eichener Weg. Doch abgesehen von den ersten fünfzehn Minuten, in denen die Queckies zweimal völlig frei stehend aus fünf Metern Torentfernung das Kunststück fertig brachten, den Gästekeeper anzuschießen beziehungsweise Doppelpass mit der Querlatte zu üben, lieferten alle Feldspieler eine erschreckend schwache Leistung ab. Man verlor sich in endlosem, unansehnlichem Zweikampfgeplänkel, aus dem man zumeist nur als zweiter Sieger hervorging. Zudem vergeudeten die Rot Weißen ihre Energie mit unangebrachter Schiedsrichterkritik und vernachlässigten dafür jegliches Umschaltspiel, egal in welche Richtung. Gerade in diesem Punkt konnten sich die Männer aus der Bundesstadt immer wieder ihren Vorteil erarbeiten und ließen folgerichtig in der 25. Spielminute per Fernschuss Schmieder keine Chance.
Der sich vergeblich streckende Torwart zeigte als einziger an diesem Tage eine ansprechende Leistung, wurde jedoch von seinen Vorderleuten allzu oft im Stich gelassen. Da auch der Rückstand die Einheimischen nicht aus ihrem Dämmerzustand ins Leben zurückholte, ging man mit diesem 0:1 in die Kabinen. Wer dann an Besserung im Spiel des RWQ glaubte, wurde von den seinen jedoch bitter enttäuscht. Obwohl die Bonner ab der 65. Spielminute nach begangener Tätlichkeit das Spiel in Unterzahl zu Ende bringen mussten, war von einem Vorteil der Queckenberger kaum etwas zu spüren, angesichts der mangelnden Laufbereitschaft. Blutleer und kraftlos fügte man sich in sein Schicksal und gönnte dem Gegner weitere Treffer (70./72). Als in der 80. Minute einer der wenigen Torschüsse von der Latte auf die Grundlinie klatschte, wehte zwar ein Hauch von Wembley über den Mount Queck. Doch der Referee benötigte keine technischen Hilfsmittel, entschied zu Recht auf weiterspielen, und so zauberte dieser Moment höchstens eine eisige Gänsehaut auf die Rücken der Zuschauer. So empfand wohl ein jeder den Schlusspfiff als eine Erlösung. Hoffentlich bleibt den Männern von der Madbach und deren Anhang eine Fortsetzung erspart. Aufstellung: Schmieder - Haas, Abeling, Becker - Klemm, Nordt - Geimer, Mundorf, Raffino, Wyrzykowsky - Gümüs; Verstärkung: Rücker, Pesch; Eiserne Reserve: Kolvenbach, Declair.
