Lokalsport | 29.03.2022

Verbandsliga Damen: Kein Sieger im Lokalderby

SGO „Bad Cats“ erkämpfen sich einen Punkt in Kuchenheim

HSG Euskirchen gg. SG Ollheim-Straßfeld 27:27 (15:12)

Ollheim-Straßfeld. Am vergangenen Samstag stand für die Verbandsliga-Handballerinnen der SG Ollheim-Straßfeld das Lokalderby und Nachholspiel auswärts bei der HSG Euskirchen auf dem Programm. Da man das Hinspiel in eigener Halle knapp und völlig unnötig mit 21:22 verloren hatte, wollte man sich dafür im Rückspiel revanchieren und mit einem Auswärtssieg zwei weitere wichtige Punkte für den Kampf um den Klassenerhalt einfahren.

Zu Beginn waren es aber zunächst die Gastgeberinnen, die immer wieder eine Führung vorlegten und nach dem 1:1, über 4:2 und 6:3 bis zur 14. Minute sogar auf 9:5 davonziehen konnten. Schon zu diesem Zeitpunkt hatten die SGO Damen einige gute Torchancen, darunter zwei Siebenmeter liegen gelassen, schafften es aber trotzdem bis zur 20.Minute drei Tore in Folge zu erzielen und dadurch auf 9:8 zu verkürzen. Der Ausgleich sollte aber vorerst nicht gelingen, sodass die HSG ihre knappe Führung bis zur Halbzeitpause behaupten konnte. Besonders ärgerlich, aber irgendwie auch sinnbildlich für den bisherigen Spielverlauf, war das Gegentor zum 15:12-Pausenstand sechs Sekunden vor dem Abpfiff der ersten Hälfte.

Trotz dieses 3-Tore Rückstandes war man sich aufseiten der Gäste bewusst, dass dieses Spiel noch lange nicht verloren war und dementsprechend sprach Trainer Dirk Kowalke seiner Mannschaft noch einmal Mut zu, wies aber darauf hin, was man in Hälfte zwei besser machen musste. Und diese Ansprache sollte Wirkung zeigen, denn tatsächlich legten die SGO Damen einen guten Start in die zweite Halbzeit hin und kamen schon nach knapp zwei Minuten zum 15:14-Anschlusstreffer. Auch in der Folge ließen sich die „Bad Cats“ von der HSG nicht mehr abschütteln und kamen nach einem zuvor gehaltenen Siebenmeter von Torhüterin Julia Brock in der 40. Minute endlich wieder zum Ausgleich (19:19). Kurz darauf kam man dann sogar zur ersten und einzigen eigenen Führung (19:20) und hatte sogar die Chance auf 19:21 zu erhöhen. Diese Chance ließ man jedoch ungenutzt und sah sich drei Minuten später nach einem 3:0-Lauf der HSG Euskirchen plötzlich wieder mit 22:20 im Hintertreffen. Diesem erneuten 2-Tore Rückstand liefen die Gäste dann bis zum Stand von 25:23 in der 54. Minute wieder hinterher, ehe ihnen viereinhalb Minuten vor dem Ende erneut der Ausgleich zum 25:25 gelang. Die Schlussminuten wurden nun zur Nervensache. Die Gastgeberinnen konnten noch zwei weitere Male zum 26:25 und 27:26 vorlegen, doch die SGO Damen glichen jeweils wieder aus. Nach dem Treffer zum 27:27 von SGO-Spielerin Renée Wagner, nahm HSG-Trainer Marcin Kruk 38 Sekunden vor dem Ende nochmal eine Auszeit, um den finalen Angriff seines Teams anzusagen. Aufseiten der Gäste war nun verteidigen angesagt und das funktionierte bis zwei Sekunden vor Schluss auch gut, ehe HSG-Spielmacherin Corinna Schmitz zum entscheidenden Wurf aus dem Rückraum ansetzte, den SGO-Torhüterin Julia Brock mit der Schlusssirene jedoch reaktionsschnell mit der linken Hand aus dem rechten Winkel holte. Die Freude über den Punktgewinn war bei den SGO Damen danach natürlich riesengroß und die junge Torhüterin wurde das Zentrum einer Jubeltraube.

Trainer Dirk Kowalke musste sich nach dem Spiel erstmal sammeln: „Es war das erwartet spannende und umkämpfte Derby vor einer heute wirklich tollen Kulisse. Da wir im Prinzip das ganze Spiel im Rückstand waren, müssen wir am Ende natürlich mit dem Punkt zufrieden sein. Die Mannschaft hat sich nie aufgegeben und hat 60 Minuten lang auf und neben dem Platz als Team gekämpft. Dafür kann ich den Mädels nur ein Kompliment aussprechen und ich denke, dass wir uns das Unentschieden insgesamt verdient haben. Der damit verbundene Punktgewinn war wichtig und könnte im Abstiegskampf noch ganz wertvoll werden. Nichtsdestotrotz war auch heute wieder mehr drin, doch wir haben im Angriff einfach zu viele gute Chancen liegen gelassen und hinten, insbesondere über die Rechtsaußenposition zu viele einfache Tore kassiert. Am Ende haben wir es unserer Torhüterin Julia zu verdanken, da sie den Punktgewinn mit einer tollen Parade festgehalten hat. Ein Sonderlob haben sich außerdem Jana Martens und Anika Milden verdient, die die Mannschaft in Abwehr und Angriff angeführt haben. Zudem waren Renée Wagner vom Siebenmeterpunkt und Miriam Frisch von Rechtsaußen heute sehr treffsicher und in der Abwehr hat besonders Anja Heimann erneut eine starke Leistung gezeigt. Jetzt kann sich die Mannschaft zwei Tage erholen, ehe wir uns am Dienstag im Training auf eine englische Woche mit den Spielen gegen Siebengebirge am Mittwoch und in Pulheim am nächsten Samstag vorbereiten müssen“.

Tore und Aufstellung der SGO Damen: J. Brock (TW), R. Wagner (12/9), M. Frisch (7), A. Milden (3), J. Martens (3), P. Frisch (1/1), O. Justus (1), L. Schneider, S. Hoffmann, A. Heimann, R. Brauer, J. Müller und J. Klug.

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