33. Internationales Seniorentennis-Turnier des TC Blau-Weiß Bad Breisig
Seniorentennis auf höchstem Niveau
Bad Breisig. Über 160 Tennisspielerinnen und -spieler der Altersklassen (AK) 50 bis 85 gastierten in der vergangenen Woche auf der Tennisanlage des TC Blau-Weiß Bad Breisig. Anlass hierfür war das 33. Internationale Seniorentennis-Turnier, das der Verein in diesem Jahr wieder abhalten konnte. Vom 7. bis zum 13. August kämpften die Spieler, darunter Männer und Frauen aus der Weltspitze des Seniorentennissports, auf den sieben Außenplätzen vor insgesamt rund 600 Zuschauern um den Turniersieg im Einzel-, Doppel- und Mixed-Wettbewerb. Veranstaltet wird das Turnier seit dem Jahr 1988. Seither hat es sich längst als Fixpunkt im Turnierkalender der Tennissenioren etabliert, nicht zuletzt wegen der Weltranglistenpunkte, um die in Bad Breisig gespielt wird. So konnte das Turnier auch in diesem Jahr ein internationales Teilnehmerfeld aus über einem Dutzend Nationen – vertreten waren der europäische Raum, aber auch Länder wie Brasilien, Australien oder Indien – sowie zahlreiche Spieler aus den Top 25 der Weltrangliste in die Quellenstadt locken. Zum Kreis der Teilnehmer gehörte unter anderem die Nummer 1 der Weltrangliste in der AK 85, Herbert Althaus (GER), der im vergangenen Oktober bei den Mannschaftsweltmeisterschaften auf Mallorca mit dem deutschen Team den Weltmeistertitel geholt hat. Bei den Damen 65 nahm etwa die ehemalige Weltmeisterin und aktuelle Weltranglistenzweite Carolyn Nichols (USA) teil.
Sportliche Überraschungen
Auf der Tennisanlage in der Brunnenstraße wurden die Zuschauer dann aber Zeuge gleich mehrerer Überraschungserfolge des einen oder anderen Underdogs. Während Carolyn Nichols das Turnier mit einem souveränen 6:0, 6:0-Finalsieg über Jutta Labenski (GER) klar für sich entscheiden konnte und auch Herbert Althaus in seiner Altersklasse im Round Robin-Format vor seinen Kontrahenten landete, verlor bei den Männern 50 die Nummer 26 der Weltrangliste, Michael Austen, das Finalmatch gegen seinen deutschen Landsmann Mathias Huning (Weltranglistenplatz 129) mit 4:6, 2:6. Ähnlich erging es Achim Gass, Weltranglistenzweiter in der AK 60, der sich im finalen Match der Nummer 35 der Weltrangliste Rüdiger Vogel (beide Deutschland) mit 0:6, 5:7 geschlagen geben musste.
Nach dem letzten Finalspiel konnte Turnierdirektor Jürgen Gill aus sportlicher Sicht ein hochzufriedenes Fazit ziehen: „Besonders bei den Endspielen am Freitag und Samstag haben wir wirklich tolles Tennis gesehen“, resümiert er. Auch die Resonanz vonseiten der Turnierteilnehmer sei positiv ausgefallen. Spieler des Turniers war für Gill eindeutig Bart Theelen, Sieger der AK 55 nach einem beeindruckenden 6:0, 6:2-Finalsieg über den deutschen Rene Sturm. „Der ist eine Granate hoch drei, er hat auf alles eine Antwort. Der ist wirklich überragend“, rühmt Gill den Niederländer.
Organisatorische Hürden
Im Vorfeld hatten dem Turnierdirektor allerdings einige Punkte Kopfzerbrechen bereitet. Die Teilnehmerzahl lag in diesem Jahr weit unter jener der vergangenen Turniere. Gill führt dies zum einen auf die Corona-Pandemie sowie die gestiegenen Kosten für Sprit und Übernachtungen zurück. „Viele haben sich dann überlegt, dass sie sich eine Teilnahme nicht leisten können“, erläutert Gill. Zum anderen spielten dabei aber auch zwei konkurrierende Veranstaltungen, die parallel zu dem Turnier stattfanden, eine Rolle: Die Deutschen Meisterschaften der Jungsenioren in Worms, derentwegen die AK 40 und 45 nicht in Bad Breisig antraten und das Turnier einen Tag kürzer als geplant ausfiel, sowie das Düsseldorf Senior Open, bei dem ebenfalls Spieler aus den AK 40 bis 75 teilnehmen konnten. „Wir waren zunächst unentschlossen, ob wir das Turnier überhaupt durchführen sollen, ob wir finanziell gesehen sozusagen mit einem blauen Auge davonkommen“, erklärt Gill. Der erfolgreiche Verlauf des diesjährigen Turniers ebenso wie positive Signale vonseiten des Deutschen Tennis Bundes, der dem Turnierdirektor zufolge „durch die Blume“ zugesagt hat, den Turnierkalender im folgenden Jahr für die Bad Breisiger wieder vorteilhafter zu gestalten, stimmen Jürgen Gill jedoch positiv: „Wir machen das auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder – dann auch wieder mit den 40ern und 45ern.“
Die Sieger des Turniers
Herren Einzel AK 50: Mathias Huning (GER); AK 55: Bart Theelen (NL); AK 60: Rüdiger Vogel (GER); AK 65: Klaus Liebthal (GER); AK 70: Herbert Köhler (GER); AK 75: Zdenek Suchomel (CZE); AK 80: Ed Sasker (NL); AK 85: Herbert Althaus (GER)
Damen Einzel AK 55: Jolanta Bojko (GER); AK 60: Gabriela Jarecki (GER); AK 65: Carolyn Nichols (USA); AK 70: Elisabeth Weyel-Albrecht (GER); AK 75: Barbara Von Ende (GER); AK 80: Christel Knapp (GER)
Herren Doppel AK 70: Joachim Meier (GER)/Wolfgang Metzner (GER); AK 85: Horst Kleinmichel (GER)/Hans Müller (GER)
Damen Doppel AK 65: Margreth Beyer (GER)/Carolyn Nichols (USA); AK 75: Susy Burggraf (SUI)/Petro Kruger (ZA); AK 80: Burga Becker (GER)/Irmgard Gerlatzka (GER)
Mixed Doppel AK 60: Karlen Theeuwes (NL)/Jacob Panman (NL); AK 70: Gabriele Meier (GER)/Joachim Meier (GER); AK 75: Christel Karottki (GER)/Rolf Willrich (GER).
Die Elite des Seniorentennis – hier die Nummer 1 der Weltrangliste in der AK 85 Herbert Althaus – kämpfte um Turniersieg und Weltranglistenpunkte. Foto: SN
Sechs Tage lang herrschte reges Treiben auf den Tennisplätzen des TC Blau-Weiß Bad Breisig. Foto: SN
