VLN-Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring
Sieg für Manthey Racing beim VLN-Saisonhighlight
Nürburgring. Mit einem Starterfeld von 167 Fahrzeugen meldete sich am vergangenen Samstag die VLN-Langstreckenmeisterschaft aus ihrer Sommerpause zurück. Sechs Wochen lang hatten sich die Nordschleifen-Fans gedulden müssen, bevor das Grün der Startampel um Punkt 12 Uhr das Feld zum Saisonhighlight auf die 6-Stunden-Reise schickte.
Dabei erlebten die zahlreichen Zuschauer nicht nur ein fulminantes und von Wetterkapriolen geprägtes Rennen, sondern auch die Premiere des Mercedes-AMG GT4. Der neue Rennbolide der Sternenmarke sollte dabei unter Wettbewerbsbedingungen seinen letzten Feinschliff vor der Auslieferung an die Kundenteams zum Ende des Jahres erhalten. Bei anfangs noch sommerlichen Bedingungen bewegten sich die Top-10-Fahrzeuge in Sekundenabständen um die Strecke, bevor kurz vor Ende des ersten Renndrittels der erste Regen auf die Eifelstrecke niederprasselte und den bis dahin ruhigen Tagesverlauf der Teamstrategen beendete. Bei einem ständigen Wechsel von Regen auf Sonnenschein und wechselnden Bedingungen an den verschiedenen Streckenabschnitten galt es fortan für Fahrer und Team, die zu erwartenden Situationen richtig einzuschätzen. Am besten gelang dies den Lokalmatadoren von Manthey Racing. Die Porsche-Werksfahrer Romain Dumas (Schweiz), Kevin Estre und Mathieu Jaminet (beide Frankreich) überquerten im Manthey Porsche 911 GT3 mit 3:18 Minuten Vorsprung auf den zweitplatzierten Falken-Porsche als Sieger die Ziellinie. Den Erfolg für das FalkenTeam verbuchten die beiden Österreicher Martin Ragginger und Klaus Bachler.
Das Podium komplettierte der Phoenix-Audi R8 LMS von Peter Terting (Erftstadt) und Frank Stippler (Bad Münstereifel). Das Team, das ebenso wie Manthey nur einen Steinwurf weit vom Nürburgring in Meuspath zu Hause ist und zeitweise ebenfalls in Führung lag, hatte sich bei der Reifenwahl allerdings einmal verpokert. Bei schnell abtrocknender Strecke hatte man auf feuchtere Bedingungen gehofft und so auf trockener Strecke wertvolle Zeit verloren.
Hinter dem Spitzentrio verpasste das Haribo Racing Team mit dem Mercedes-AMG GT3 das Podium am Ende um nur 11,448 Sekunden. Fünfte wurden Norbert Siedler (Österreich) und Alexander Müller (Schweiz) im Frikadelli-Porsche. Unglücklich verlief dagegen das Rennen für den zweiten Frikadelli-Porsche von Sabine Schmitz, Klaus Abbelen und Andreas Ziegler. Schon in der ersten Kurve nach dem Start wurde Andreas Ziegler von einem Konkurrenten im Heck getroffen. Zwar konnte die Boxencrew den Schaden am Porsche 911 GT3 R noch beheben, doch als Klaus Abbelen das Cockpit von Sabine Schmitz übernommen hatte, setzte erneut starker Regen ein. Im Bereich Bergwerk rutschte der Teamchef von der Strecke und beschädigte sich dabei den Kühler so, dass er den Porsche in der Box abstellen musste. Auf Position sechs platzierte sich mit dem Mercedes-AMG GT3 von Black Falcon ein weiteres Auto eines lokalen Teams unter den Top Ten. Seine Rennpremiere beendete der neue Mercedes-AMG GT4 mit einem Klassensieg. Fabian Hamprecht (Schweiz) und Mike Stursberg Wermelskirchen) sicherten sich dabei den Sieg in der Klasse SP-X.
Zum ersten Mal in der laufenden Saison ging der amtierende Meister in der Porsche Cayman GT4 Trophy Marc Hennerici (Mayen) in dieser Klasse wieder an den Start. Dass er den Cayman immer noch meisterlich beherrschte, demonstrierte Hennerici bereits im Zeittraining, als er den Teichmann Porsche auf die erste Startposition in der Klasse pilotierte. Auch im Rennen zeigte Hennerici weiter sein Können und übergab den Porsche auf Position 2 an seinen Teamkollegen; diesem wurden jedoch die feuchten Fahrbahnbedingungen zum Verhängnis. Bei nasser Strecke rutsche er auf ein vor ihm abbremsendes Fahrzeug und beschädigte sich dabei den Kühler so stark, dass er den Porsche vorzeitig abstellen musste.
Mit den Positionen zwei und drei in dieser Klasse konnten die zwei weiteren Porsche der Adenauer Mannschaft dem Team dennoch einen erfolgreichen Renntag bescheren.
Kein Geburtstagsgeschenk in Form einer guten Platzierung konnten die Piloten des Eifelblitz Thomas Jäger (Österreich) und Rudi Adams (Nohn) ihrem Teamchef Johannes Scheid machen. Die Besatzung des BMW M235i lag zwar souverän in Führung, wurde dann aber von einem Teilnehmer unverschuldet in die Leitschienen katapultiert. „Für uns ist das sehr ärgerlich. Wir geben alles, investieren viel Kraft, Zeit, Geld und dann wird man so aus dem Rennen gerissen. Weil es den Anschein macht, dass einzelne Fahrer der Sache nicht gewachsen sind,“ kommentierte ein verärgerter Thomas Jäger den Unfall. Auch die Podiums-Dauerbrenner in der VLN TCR-Klasse Benjamin Leuchter (Duisburg) und Andreas Gülden (Reifferscheid) erreichten mit ihrem Golf GTI TCR zum ersten Mal in der Saison nicht das Ziel. Nach Platz 41 im Qualifying fiel der VW Golf GTI TCR nach zehn Runden aus.
Bereits in zwei Wochen geht die VLN-Langstreckenmeisterschaft Nürburgring in die nächste Runde. Am 2. September steht das 40. RCM DMV-Grenzlandrennen auf dem Programm und führt über die gewohnte Distanz von vier Stunden.
BURG
Der Phoenix-Audi R8 LMS noch auf Position 1, gefolgt vom später siegreichen Manthey Porsche 911 GT3.
Auch die Podiums-Daueraspiranten in der VLN TCR-Klasse Benjamin Leuchter und Andreas Gülden erreichten mit dem VW Golf GTI TCR nicht das Ziel.
Für den BMW M235i von Scheid Hornet Motorsport endete das Rennen vorzeitig in den Leitschienen.
