Lokalsport | 29.10.2018

Fußball-Rheinlandliga, 15. Spieltag

Spät brach es über die Gäste herein

SG Eintracht Mendig/Bell - SV Windhagen 3:0 (0:0)

Der Anfang vom Ende: Pierre Mohr (weißes Trikot) hatte den Ball an Torhüter Thomas Kosiolek vorbei ins eigene Netz gelenkt. Im Hintergrund jubeln (v. l.) Marcel Berg, John Rausch und Mustafa Madanoglu.SK

Mendig. Aufatmen an der Brauerstraße: Mit dem am Ende souveränen 3:0 (0:0) über einen enttäuschenden SV Windhagen hat Fußball-Rheinlandligist SG Eintracht Mendig/Bell am 15. Spieltag nach den beiden Niederlagen gegen den FSV Salmrohr (im Rheinlandpokal und in der Meisterschaft) wieder die Kurve bekommen.

Durch den auch in dieser Höhe verdienten Sieg, rückte die Mannschaft immerhin auf den achten Tabellenplatz und konnte den Abstand zur Abstiegsregion weiter vergrößern. Kurz vor dem Anpfiff gab es zunächst einmal eine Schweigeminute.

Die 165 Zuschauer auf dem Kunstrasenplatz gedachten Jürgen Mittler, dem langjährigen Abteilungsleiter, Trainer und Spieler von TuS Grün-Weiß Mendig und der SG Mendig/Bell, der im Alter von 61 Jahren überraschend gestorben war. Die Gastgeber waren im Gedenken an Mittler, „ein wunderbarer Mensch und eine große Persönlichkeit“, so Stadionsprecher Hermann Krings, mit Trauerflor aufgelaufen.

Anfangs nur Magerkost

Bei nasskalten Temperaturen bekamen die Besucher im ersten Abschnitt lediglich Magerkost geboten. Die Gäste beschränkten sich darauf, in der Defensive gut zu stehen und die Null zu halten. Offensivaktionen blieben völlig aus. Die Kombinierten besaßen zwar viel mehr Ballbesitz, nennenswerte Möglichkeiten waren aber nicht zu verzeichnen, mal abgesehen von einer Halbchance für Joachim Akwapay (12.).

Die gefürchteten Diagonalbälle von Kapitän Florian Schlich, der am Spieltag 30 Jahre alt wurde, fanden zu selten einen Abnehmer. Nach Wiederanpfiff (bei aufgrund der Winterzeit schon eingeschaltetem Flutlicht) erhöhten die Gastgeber das Tempo, immer wieder angetrieben von Niklas Heinemann, der schon nach 39 Minuten für Philipp Geisen (Verdacht auf Nasenbeinbruch) eingewechselt worden war. Akwapay scheiterte in der 63. Minute mit einem spektakulären Fallrückzieher am starken SV-Schlussmann Thomas Osiolek.

Der Käse war gegessen

Machtlos war der Torhüter allerdings acht Minuten später, als Pierre Mohr eine Hereingabe des agilen Marcel Berg ins eigene Netz lenkte.

Auf Vorlage von Berg erhöhte Routinier John Rausch nur acht Minuten später mit einem platzierten Schuss ins linke Eck auf 2:0, der Käse war gegessen. Drei Minuten vor dem Abpfiff schraubte Björn Gilles in Abstaubermanier das Resultat noch weiter in die Höhe. 70 Minuten lang war der SV Windhagen, immerhin seit fünf Spielen unbesiegt, ein ekliger Gegner gewesen, danach brach es über die Gäste herein. „Unterm Strich ist die Niederlage völlig verdient, wir können uns nicht beschweren. Wir hatten über 90 Minuten keinen Zugriff und auch in den Zweikämpfen keine gute Quote“, räumte SV-Trainer Jürgen Hülder in der Pressekonferenz ein. Bis zum 1:0 habe sein Team in der Defensive gut gestanden. Schade sei gewesen, dass seine Mannschaft in Unterzahl diesen ersten Treffer hinnehmen musste, da Dennis Daun an der Seitenlinie behandelt werden musste.

„Wir hatten schon vor, im zentralen Mittelfeld Bälle zu erobern und Nadelstiche zu setzen“, so Hülder. „Ein 0:0, und dann feiern wir die Nacht durch, davon konnte keine Rede sein. Nur in der Schlussphase haben wir ansatzweise gezeigt, was wir können.“

Zufrieden äußerte sich Hülders Gegenüber. „In der zweiten Halbzeit war das eine gute Leistung von uns, weil Windhagen schwierig zu bespielen war. Balltechnisch gesehen waren auch die ersten 45 Minuten ordentlich“, freute sich SG-Trainer Cornel Hirt. „Bei den jungen Spielern wie Milan Rawert, Björn Gilles oder Mustafa Madanoglu ist eine Entwicklung zu sehen, darauf lege ich mein Hauptaugenmerk. Von daher kann ich die Unruhe im Umfeld nach den beiden Niederlagen gegen Salmrohr überhaupt nicht verstehen. Ich bin nah an der Mannschaft dran, wir haben darüber gesprochen, auch für sie ist diese Kritik ein Unding.“

Von einem Sechs-Punkte-Spiel gegen den SV Windhagen wollte Hirt aber nichts wissen: „Klar, es war ein Spieltag, wo sich die Vereine in der Tabelle trennen. Im Hinblick auf das Derby in Andernach war dieser Erfolg sehr wichtig. Es ist zwar nur das kleine Derby, aber es hat schon eine gewisse Brisanz, keine Frage. Wir wollen es ganz einfach genießen.“

SG Eintracht Mendig/Bell: Jan Heinemann, Milan Rawert, Florian Schlich, Kodai Stalph, Björn Gilles, Philipp Geisen (39. Niklas Heinemann), Manuel Oster, Marcel Berg (90. Lars Bohm), John Rausch (90. Anh Tuan Pham), Mustafa Madanoglu, Joachim Akwapay.

SV Windhagen: Thomas Kosiolek, Fabio Ruan Ferreira-Böcker, Stephan Krist, Pierre Mohr, Volker Berghoff (90. + 2 Sebastian Alt), Endrit Baftija, Alexander Alt, Tobias Blumenthal (62. Christopher Alt), Dennis Daun (72. Fjodor Traut), Johannes Rahn, Gökhan Akcakoca.

Schiedsrichter: Matthias Vogel (Wallmenroth).

Zuschauer: 165.

Vorschau

Nächste Aufgabe für die SG Eintracht Mendig/Bell: am Samstag, 3. November, um 17.30 Uhr bei der SG 99 Andernach.

Nächste Aufgabe für den SV Windhagen: am Samstag, 3. November, um 17 Uhr gegen den FSV Salmrohr.

Der SV Windhagen (r. Johannes Rahn) konnte die Mendiger Defensive (l. Torhüter Jan Heinemann, in der Mitte Manuel Oster) nur selten in Verlegenheit bringen.

Der SV Windhagen (r. Johannes Rahn) konnte die Mendiger Defensive (l. Torhüter Jan Heinemann, in der Mitte Manuel Oster) nur selten in Verlegenheit bringen.

Sekundenbruchteile später wird John Rausch (r.) die Vorlage von Marcel Berg mit dem 2:0 abschließen.

Sekundenbruchteile später wird John Rausch (r.) die Vorlage von Marcel Berg mit dem 2:0 abschließen.

Der Anfang vom Ende: Pierre Mohr (weißes Trikot) hatte den Ball an Torhüter Thomas Kosiolek vorbei ins eigene Netz gelenkt. Im Hintergrund jubeln (v. l.) Marcel Berg, John Rausch und Mustafa Madanoglu.Fotos: SK

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