Lokalsport | 26.08.2019

DJK-Triathlon Andernach beim Breisgau-Triathlon, der zugleich Meisterschaft im Triathlon über die Mitteldistanz war

Triathleten bezwingen Hitze, Wind und steile Weinberge

Holger Nickolaus und Torsten Drommel erreichten jeweils eine Platzierung innerhalb der Top 10

Holger Nickolaus und Torsten Drommel (v.l.) glücklich im Ziel.Foto: privat

Malterdingen/Breisgau. Anlässlich der 29. Auflage des Mitteldistanz-Klassikers in Baden-Württemberg starteten auch die beiden erfahrenen DJK-Triathleten Holger Nickolaus und Torsten Drommel zu ihrem „jährlichen Kräftemessen“. Die beiden Freunde hatten sich den „BreisgauMän“ ausgesucht, weil dieser besonders schöne, schwere Strecken und eine sehr gute Organisation bietet.

Im Vorjahr hat der Holger noch einen deutlichen Rückstand bei der „Hölle von Q“ hinnehmen müssen und war somit hoch motiviert, den Rückstand 2019 deutlich zu reduzieren und eventuell sogar seinem Vereinskameraden deutlich auf die Pelle zu rücken. Dementsprechend hatte Holger sein Training intensiviert und auch „heimlich“ ein paar Extra-Trainingseinheiten durchgeführt.

Beherztes Tempo vorgelegt

Zusammen mit knapp 300 weiteren Athleten starteten die beiden um 10 Uhr auf eine zwei Kilometer lange Schwimm-Strecke im landschaftlich schön gelegenen Müller-See im benachbarten Riedel. Torsten Drommel hatte sich taktisch klug hinter Holger Nickolaus positioniert und wollte in seinem Wasserschatten versuchen, so lange wie möglich mitzuschwimmen. Doch Holger legte ein derart beherztes Tempo vor, dass er sich bereits nach gut 150 Metern von Torsten „verabschiedet“ hatte. Beide hielten sich aus dem Getümmel an den Wende-Bojen heraus und schwammen ihr eigenes Tempo. Drommel erreichte nach für ihn guten 33 Minuten die erste Wechselzone. Diese hatte Nickolaus bereits zwei Minuten zuvor mit einem tollen 31min-Swimsplit erreicht.

Beide wechselten rasch, wobei Torsten Drommel noch einige Sekunden mit einem Wettkampfrichter wegen des Helmaufsetzens diskutieren musste und erst dann die Verfolgung von Holger Nickolaus auf dem Rad aufnehmen konnte. Drommel legte ein hohes Tempo vor, denn er wusste, dass er auf Nickolaus einen Vorsprung herausfahren musste, um beim abschließenden Halbmarathon den Vorsprung verteidigen zu können. Zunächst ging es circa fünf Kilometer flach auf ein Zuführungsstück zur anschließenden dreimal zu fahrenden Radrunde. Diese hatte eine Länge von circa 24 Kilometern und war mit einem langen und einem etwas kürzeren Anstieg gespickt, wobei Letzterer eine technisch sehr anspruchsvolle, enge Abfahrtsstrecke mit zahlreichen Kurven durch ein Weingebiet aufwies.

Die beiden Triathleten fuhren mit hohen Tempo durch die Ortschaft Malterdingen und erreichten den ersten Anstieg, hier merken beide, dass sie einen eher „gebrauchten“ Tag erwischt hatten. Holger Nickolaus hatte nach eigenem Bekunden quasi Pudding in den Beinen und bei Torsten Drommel machte schon am ersten Berg der rechte Oberschenkel nicht mehr mit. Es deuteten sich Krämpfe an, sodass er nicht mit vollem Druck pedalieren konnte. Dennoch schaffte er es am ersten Anstieg, an seinem Vereinskollegen vorbeizufahren. Danach ging es durch ein lang gezogenes Waldstück mit Höchstgeschwindigkeit in Richtung zweiten Anstieg.

Salztabletten gegen Krämpfe

Hier versorgte sich Torsten Drommel mit mitgeführten Salztabletten, um den Krampfansätzen seines Oberschenkels entgegenzuwirken. Auch Holger Nickolaus kämpfte sich mit hohem Tempo zu den Weinbergen. Nachdem Drommel einige Konkurrenten überholt hatte, stürzte er sich in die technisch anspruchsvolle Abfahrt entlang der Weinreben, überholte einen Konkurrenten und steuerte gerade die zweite, technisch diffizile leicht nach außen hin abfallende Kurve an, als er ein Bremsquietschen hinter sich vernahm und schon den Kopf einzog, wohl wissend, dass sich sein gerade überholter Konkurrent wohl verbremst hatte. Dieser schoss nur wenige Zentimeter an Torstens Vorderrad vorbei, konnte sich abfangen, bremste dann fast bis zum Stillstand und entschuldigte sich bei ihm. Voll mit Adrenalin gepumpt fuhr Torsten Drommel die Abfahrt weiter und war nunmehr hellwach.

Holger Nickolaus spulte routiniert sein Tempo ab, konnte es aber kaum vermeiden, von einigen Konkurrenten überholt zu werden, da er nicht wirklich Druck aufs Pedal bringen konnte. Beiden DJKlern blies dann zudem ein sehr starker Gegenwind auf der abschließenden Flachpassage der ersten Runde entgegen. An Höchstgeschwindigkeit war nicht zu denken, es hieß Kopf runter und treten, was die Beine noch hergaben. So spulten beide Runde um Runde ab, Drommel versorgte sich mit Salztabletten, Nickolaus führte energiereiche Getränke zu sich und beide betrieben mehr oder minder Schadensbegrenzung. Durch die enorme Hitze nahmen beide DJKler auch an jeder Verpflegungsstation Wasserflaschen auf, um sich abzukühlen.

Langer Hitze-Halbmarathon

Gegen Ende der Radstrecke wussten die beiden, dass es ein sehr langer Hitze-Halbmarathon werden würde. Nachdem Torsten Drommel seine Laufschuhe angezogen hatte, startete er bei über 30°C den ersten flachen Teil der zu laufenden Zehn-Kilometer-Runde. Holger Nickolaus hatte sich klug über die Radstrecke gekämpft und konnte bereits etwa 15 Minuten später auf die Halbmarathonstrecke starten. An den Verpflegungspunkten ging es mehr oder minder darum, den Körper einigermaßen herunterzukühlen und ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Drommel merkte bereits nach wenigen Laufkilometern, dass er extrem aufpassen musste, um nicht zu überhitzen. Nach dem Wendepunkt konnte er den Vorsprung auf Nickolaus einigermaßen abschätzen und wusste, dass er sich keinen großen Fehler leisten durfte.

Holger Nickolaus lief relativ locker und entspannt ein hohes Tempo von deutlich unter fünf Minuten pro Kilometer und machte Boden gut. Er sammelte nicht nur Konkurrent um Konkurrent ein, sondern reduzierte auch den Vorsprung von Torsten Drommel mit jedem Kilometer. Nach der ersten Laufrunde hatte er bereits circa drei Minuten aufgeholt. Besonderheit und Herzstück der Laufstrecke war hierbei eine Weinbergpassage mit einem lang gezogenen Anstieg, der in einem finalen, fiesen Steilstück endete, welches Torsten Drommel in der ersten Runde versuchte hochzulaufen, um oben jedoch festzustellen, dass sein Körper das nicht mehr hergab. Holger Nickolaus entschied sich schlauerweise, die Bergpassage anzulaufen und dann zügig hinauf zu gehen, um die Pulswerte nicht zu hoch steigen zu lassen. Er teilte sich seine Kräfte optimal ein und konnte auch in der zweiten Laufrunde sein Tempo hochhalten. Selbst die gestarteten Profi-Triathleten vermochten den Halbmarathon „nur“ knapp unter oder über 1:30h zu beenden. Somit war die Laufzeit von 1:46h, die Holger Nickolaus an den Tag legte, mehr als beachtlich.

Alle Kräfte mobilisiert

Zwei Kilometer vor dem Ziel schaltete Torsten Drommel erstmals auf die Gesamtwettkampfzeit seiner GPS-Uhr und realisierte, dass er sein Ziel, ein SUB5-Finish zu erreichen, nur dann würde erreichen können, wenn er jetzt „All in“ gehen würde. Dies tat er auch, nahm an der letzten VP noch mal einen großen Schluck Cola und mobilisiert alle seine Kräfte. Er konnte noch einmal deutlich unter fünf Minuten pro Kilometer beschleunigen und erreichte freudestrahlend nach 4.59:09h das Ziel.

Bereits gut zehn Minuten später erreichte auch Holger Nickolaus freudestrahlend das Ziel – mit einer hervorragenden Endzeit von 5:09:45h und einem famosen Lauf hatte er das Feld noch einmal richtig aufgemischt. Beide DJKler erreichten eine Top-10-Platzierung in der AK50, Torsten Drommel vierter und Holger Nickolaus Gesamtsiebter.

Anschließend versorgten sich beide ausgiebig im Verpflegungsbereich, ließen das Rennen noch einmal Revue passieren und traten gut gelaunt die Heimreise an. Für sie hatte sich die Reise ins Breisgau mehr als gelohnt.

Holger Nickolaus und Torsten Drommel (v.l.) glücklich im Ziel.Foto: privat

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