Lokalsport | 09.06.2016

Box-Union Weißenthurm e.V.

Viel gelernt beim Turnier in Luxemburg

Zu allem entschlossen: Daniel Abay.

Weißenthurm. Die Athleten der Weißenthurmer Box-Union konnten erstmals internationale Erfahrungen sammeln: sie waren der Einladung des Central Boxing Club Luxemburg gefolgt, um sich in der Hauptstadt mit luxemburgischen und französischen Athleten zu messen. Man wusste, dass dies keine leichte Aufgabe werden würde, und hatte sich daher intensiv vorbereitet. Den Anfang machte an diesem Abend Daniel Abay gegen den Luxemburger Pedro Couto. Der jüngste der Weißenthurmer Boxer stand zum ersten Mal im Ring. Das ließ er jedoch nicht merken und zeigte eine gute Leistung. Er setzte einige schöne Treffer und steckte ankommende Schläge gut weg. Bis zur Mitte der zweiten Runde sahen die Zuschauer einen ausgeglichenen Kampf und feuerten die 13-jährigen Kombattanten begeistert an. Dann jedoch wurden die Kämpfer zusehends müder, hatten sich die Kräfte aufgrund der fehlenden Erfahrung wohl nicht optimal eingeteilt. Daniel ließ mehrfach die Deckung fallen und kassierte unnötige Treffer. In der dritten Runde brach der Ringrichter den Kampf überraschend frühzeitig ab. Daniel hatte sich zwar zuletzt unterlegen gezeigt, aber sicher nicht wehrlos, so dass seine Trainer diese Entscheidung nicht nachvollziehen konnten. Daniel sei am Ende zwar schwächer gewesen, hätte die Runde aber durchaus noch zu Ende bringen können. Natürlich gilt es, die Gesundheit der jungen Sportler zu schützen, aber hier habe es der Ringrichter wohl etwas zu gut gemeint. Trotz der Niederlage sind sie stolz auf ihren Jüngsten, er habe das richtig gut gemacht und sie wissen, dass er großes Potential habe, so Trainer Serge Wunder. Im zweiten Kampf mit Weißenthurmer Beteiligung präsentierte sich Christina Nickenig als hartnäckige Gegnerin. Sie bekam die 17-jährige Lokalmatadorin Marcia da Luz vor die Fäuste. Bereits in der ersten Runde ging es hart zur Sache und die beiden Faustkämpferinnen schenkten sich nichts. Da Luz nutzte ihre deutlich größere Reichweite geschickt aus, musste aber dennoch zahlreiche Körpertreffer einstecken. Diese Treffer waren es, die ihr in der zweiten Runde die Luft nahmen, so dass diese Runde an die angriffslustige Weißenthurmerin ging. Diese hatte sich aber in der zweiten Runde zu sehr verausgabt und konnte das Niveau in der dritten Runde nicht mehr halten. Nun war es die Luxemburgerin, die die Runde dominierte und zwei heftige Kopftreffer gaben gegen Ende der dritten Runde den Ausschlag: Punktsieg für die luxemburgische Boxerin. Gleich im Anschluss stand Ali Abay für die Box-Union im Seilgeviert. Er hatte vier Wochen zuvor in Düsseldorf debütiert und freute sich auf seinen Einsatz.

Beim Wiegen dann der Schreck:

Alis Gegner, Zaki Tofan vom CBC Luxemburg hatte zugenommen und war damit weit jenseits der geltenden Gewichtsgrenzen. Hinzu kam, dass sein Trainer gestand, dass Tofan zwar keine offiziellen Kämpfe habe, dies aber nicht sehr glaubhaft sei. Tofan sei als Flüchtling ohne Unterlagen hergekommen und so müsse man sich auf sein Wort verlassen. Nach längerer Beratung stimmte man dem Kampf dennoch zu. Alis Trainer hatten ein besonders wachsames Auge und gaben den Kampf aus Sicherheitsgründen bereits nach 30 Sekunden auf. „Alis Gegner präsentierte sich als ringerfahrener Mann und konnte seine überlegene Physis, sein höheres Gewicht, optimal einsetzen. Um keine Verletzung zu riskieren, haben wir unseren Athleten aus dem Kampf genommen“, so Trainer Serge Wunder. „Auch bezüglich seines Jahrgangs darf man Zweifel haben. Tofan wirkte deutlich älter“, fügt Christina Nickenig hinzu. „In der Flüchtlingsfrage besteht dringend Handlungsbedarf. Immer wieder treten Flüchtlinge bei Wettkämpfen an, die älter zu sein scheinen als sie behaupten und die vermutlich auch deutlich mehr Kämpfe gemacht haben, als sie zugeben. Das verfälscht die Ergebnisse und gefährdet die Gesundheit insbesondere unserer unerfahrenen Athleten. Wir fordern schon länger, dass Flüchtlinge vor der Ausstellung eines Startausweises in Leistungszentren getestet und in die entsprechende Leistungsklasse eingestuft werden. Wir hoffen auf eine baldige Umsetzung durch die Entscheider in den zuständigen Gremien“, erklärt die Trainerin weiter. Zunächst blieb jedoch keine Zeit, sich lange über den aufgegebenen Kampf zu ärgern, denn schon war es Zeit für den Weißenthurmer Wladut Elvis Voican, den Ring zu betreten. Er sah sich Mirzet Skrijelj vom BC Rumelange gegenüber. Elvis hatte sich bereits im Vorfeld viel vorgenommen und musste zu Hause in den Trainingskämpfen mitunter gebremst werden, da er zu verbissen zu Werke ging. Nach den vorangegangenen drei Niederlagen seiner Vereinskameraden wollte er nun ein Ausrufezeichen setzen und einen klaren Sieg einfahren. „Dieser selbst auferlegte Druck wurde ihm zum Verhängnis. Er war völlig verkrampft und daher zu steif, um mit dem leichteren und flinken Skrijelj fertig zu werden“, so sein Trainer Serge Wunder. Skrijelj gelangen immer wieder blitzschnelle Angriffe, die Elvis nur selten abkontern konnte. Enttäuscht von seiner eigenen Leistung war er schließlich erleichtert, als der Referee den Kampf gegen Ende der zweiten Runde abbrach. Der letzte Boxer, der für die Box-Union antrat, war der 21-jährige Lars Kelm, der ebenfalls zum ersten Mal im Ring stand. Er sollte sich mit Dominique Bremer vom BC Rumelange duellieren. Lars machte seine Sache gut, zeigte sich beweglich und griff beherzt an. Doch sein Gegner war stark und hielt dagegen. Die Zuschauer sahen einen ausgeglichenen und fairen Kampf. Bremer schlug deutlich häufiger, dafür aber recht ungenau, und scheiterte meist an Lars‘ Deckung. Lars hingegen beobachtete seinen Gegner genau, fand die Lücken in der Deckung und nutzte sie gezielt aus. Leider zeigte er sich im Vergleich zu seinem Kontrahenten zu passiv, was die Kampfrichter wohl dazu bewog, dem Luxemburger Boxer den knappen Punktsieg zuzusprechen.

Es geht weiter

Die nächste Probe für die Weißenthurmer Boxstaffel wartet am 18. Juni beim Wesseling-Cup. Gemäß dem Motto: „Nach dem Kampf ist vor dem Kampf“ bereiten sich die Wettkämpfer bereits jetzt intensiv auf dieses Turnier vor und freuen sich schon darauf, schon so bald wieder im Ring zu stehen und zu zeigen, dass sie mehr können. Nähere Infos zu Aktivitäten und Training der Weißenthurmer Boxer gibt es im Internet unter www.boxunion.de.

Christina Nickenig (blaue Ecke) gegen Marcia da Luz (rote Ecke). privat

Christina Nickenig (blaue Ecke) gegen Marcia da Luz (rote Ecke). Fotos: privat

Zu allem entschlossen: Daniel Abay.

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