Megamarsch 2019
Von Köln nach Nettersheim
4. Auflage Megamarsch von Köln nach Nettersheim
Rheinbach. 1721 Teilnehmer starteten zu einem der anspruchvollsten Märschen im Bundesgebiet. Mit am Start auch Reinhard Schweinheim aus Oberdrees zusammen mit seiner Schwester Elisabeth Schweinheim.
Traumhaftschöne und gleichzeitig herausfordernde 100 km müssen in 24 Stunden zu Fuß zurückgelegt werden.
Als Strecke diente der Römerkanalwanderweg von Köln nach Nettersheim, der insgesamt 115 km lang ist. Startpunkt war am Parkplatz Heider Bergsee in Brühl.
Von dort ging es über den Villerücken durch das Vorgebirge nach Buschhoven und weiter über Lüftelberg, Rheinbach zur Lapper Mühle und Hardtburg nach Kreuzweinarten, Lessenich, Breitenbenden, Vussem, Eiserfey, Klausbrunnen, Keldenich, Sötenich, Urft zum Ziel nach Nettersheim.
Da es in der Nacht in den Wäldern stockfinster ist, gilt dort volle Aufmerksamkeit um nicht den falschen Abzweig zu erwischen, sonst verlängert sich so der Marsch noch um einige Kilometer.
Nach 10 Stunden meldeten sich die ersten Zipperlein. Jeder Langstreckenwanderer kennt das, und die Frage lautet nur: Welcher Schmerz verschwindet wieder so leise wie er gekommen ist und welcher quält mich ab jetzt?
Bei Sonnenaufgang erstrahlt die Eifler Hügellandschaft im Morgentau. Die Glocken der Dorfkirchen begrüßten den Sonntagmorgen.
Nach ca. 80 km fühlt man sich langsam am Ende. Wie gut, dass hier die Frühstückstation am Klausbrunnen bei Kallmuth auf einen wartet, denn der Körper signalisiert jetzt: „Quäl mich nicht immer weiter, gib mir eine Pause.“ Nach dem aufbauenden Frühstück mit Kaffee, Tee, Brötchen, Bananen, Äpfel, saure Gurken, Salzgebäck, Müsliriegel und allerhand Vitaminbomben ging es auf zur letzten Etappe.
Die ersten Spaziergänger begegneten einem am Sonntagmorgen, denen das Outfit und der Gesichtsausdruck bei den letzten hier auftretenden quälenden Steigungen ein Rätsel aufgab. Jetzt galt es, den inneren Schweinhund zu bekämpfen, und mit Ehrgeiz und eisernem Willen die letzte Hürde zu nehmen. Um 13:30 Uhr erreichten Reinhard und Elisabeth Schwinheim den ausgerollten roten Teppich im Zieleinlauf und im Kopf breiteten sich gewaltige Mengen an Glücksgefühlen aus.
Zur Belohnung gab es viel Applaus, Urkunde und den Megamarsch Orden sowie alkoholfreie Getränke einer großen Brauerei so viel man trinken wollte oder konnte.
Bei herrlichem Spätsommerwetter ist es jedes Jahr aufs Neue ein tolles Erlebnis mit vielen schönen Eindrücken, Erinnerungen, Gesprächen mit Wegbegleitern und ein Genuss der Sinne durch die herrliche Kulturlandschaft mit ihren vielen Burgen, Mühlen, historischen Gebäuden, den Aufschlüssen des Römerkanals und die Schönheit von Gottes Natur zu erleben.
Wer mehr über diesen einzigartigen und faszinierenden Wanderweg erfahren möchte, kann sich zukünftig in Rheinbach im Römerkanal-Informationszentrum informieren, dass am Samstag, 28. September zwischen 11 und 17 Uhr der Öffentlichkeit vorgestellt wird.
