SG OASF/Barweiler I
Weiterhin ungeschlagen, aber zwei Punkte verschenkt
SG OASF/Barweiler I – SV Remagen II 2:2 (2:0)
Adenau. Zur Barweiler Kirmes empfing die erste Mannschaft auf dem heimischen Rasenplatz den Aufsteiger aus Remagen, welcher mit zwei Niederlagen gegen stark einzuschätzende Teams keinen guten Saisonstart erwischt hatte. Ganz anders sah es bei den Platzherren aus, die mit sechs Punkten aus zwei Partien und dem Ahrtalderbysieg im Rücken aufliefen. Allerdings war man vor der Aufgabe gegen die Rheinstädter gewarnt, zumal gleich fünf Spieler ausfielen, die in der Vorwoche noch in der Startelf gestanden hatten.
Die neu formierte Oberahrtaler Mannschaft tat sich zunächst etwas schwer, ins Spiel zu kommen, bis man sich nach etwa 10 Minuten gefunden hatte. Anschließend drückten die Gastgeber der Partie ihren Stempel auf. Zur ersten hochkarätigen Chance kam es, als Max Niggemann mit einem Steilpass von der linken Außenbahn Luka Cläsgens in den Strafraum schickte, der im folgenden Eins-gegen-eins am Gästetorwart scheiterte. Wenig später wurde Fabian Hideg wohl genau auf der Strafraumlinie zu Fall gebracht, Schiedsrichter Frank Loosen hatte das Foul jedoch knapp außerhalb des Sechzehners gesehen und entschied somit auf Freistoß. Dieser konnte zunächst vom SVR abgewehrt werden, allerdings kam Justin Fries aus dem Rückraum zum Nachschuss und nagelte den Ball per Direktabnahme an den Pfosten. Bei der nächsten Aktion spielte Leon Rollmann einen punktgenauen Diagonalpass über das halbe Feld in den Lauf von Luka Cläsgens, welcher den folgenden Linksschuss knapp am Tor vorbeisetzte. Nach 20 Minuten durften die anwesenden Zuschauer endlich den verdienten Führungstreffer für die Heimmannschaft bejubeln. Nach schönem Zusammenspiel mit Marius Karst und David Weber wurde Justin Fries in Schussposition gebracht und konnte mit einem herrlichen Schlenzer aus 25 Metern in den Winkel das 1:0 erzielen. Etwa 10 weitere Minuten vergingen, bis Justin Fries sich über die rechte Seite in den Strafraum tankte und einen scharfen Querpass vors Tor spielte. Den Stockfehler eines Verteidigers nutzte Luka Cläsgens, indem er die Kugel aus kurzer Distanz zum 2:0 über die Linie drücken konnte. Insgesamt spielte man eine sehr dominante, engagierte und spielfreudige erste Halbzeit mit einigen guten Kombinationen und ließ bis auf eine Halbchance nach einem Konter keine Abschlüsse für den Gegner zu.
Unnötige Ballverluste führten zum Ausgleich
Umso ärgerlicher war es dann, was unmittelbar nach dem Wiederanpfiff geschah. Nach einem unnötigen Ballverlust im Mittelfeld leistete sich ein OASF-Verteidiger beim Versuch, den folgenden Pass in die Spitze zu kontrollieren, rechts im eigenen Strafraum einen einfachen wie vermeidbaren Stockfehler, der zur perfekten Vorlage für den Gästestürmer Turgut Levent wurde, welcher anschließend souverän zum 2:1 einnetzte. Somit wurde ein bereits stark angeschlagener Gegner wieder stark gemacht. Dies sollte sich auch in der Folge nicht ändern. Es war ein gewaltiger Bruch im Oberahrtaler Spiel erkennbar. Unnötige Fehlpässe und Ballverluste häuften sich, die Zweikampfquote sank bedenklich und auch von einer geordneten Staffelung war nicht wirklich zu sprechen. Auch wurde den Gästen, gerade im Mittelfeld, viel zu viel Platz gelassen. So war es nicht verwunderlich, dass in der gesamten zweiten Halbzeit keine einzige nennenswerte Torchance bei den Offensiv-„Bemühungen“ zu verzeichnen war, auch wenn ein paar Mal in den Strafraum vorgedrungen werden konnte, die Angriffe dann aber nicht gut und entschlossen genug zu Ende gespielt wurden. Dennoch schien es lange Zeit so, dass die minimalistische Spielweise der Hausherren von Erfolg gekrönt sein würde, denn der Gegner konnte weitestgehend vom eigenen Strafraum fern gehalten werden und strahlte wenig bis keine Torgefahr aus. In der 82. Minute sollte der eingeschaltete Verwaltungsmodus dennoch bestraft werden, und das auf bezeichnende Weise. Eine an sich vollkommen harmlose Freistoßflanke von Levent segelte aus 40 Metern in hohem Bogen in den Strafraum, bevor sich Philipp Cläsgens leider verschätzte, den Ball unterlief und das Leder somit nur noch hinter sich einschlagen sehen konnte. Bis zum Schluss konnte der Schalter bei den OASF-Spielern nicht mehr entscheidend umgelegt werden, sodass die Begegnung mehr oder weniger dem Ende entgegen plätscherte, bevor der Endstand feststand, mit dem zur Pause wohl die allerwenigsten gerechnet hätten.
Fazit:
„Erste Halbzeit hui, zweite Halbzeit pfui“ – selten gab es zwei derart unterschiedliche Vorstellungen in einem Spiel der SG OASF/Barweiler zu sehen. Sämtliche guten Eindrücke aus den ersten 45 Minuten waren mit Wiederanpfiff wie weggeblasen. Es ist schwierig festzustellen, woran es lag, dass ein derart krasser Einbruch zustande kam, mit dem Ausfall zahlreicher Stammspieler ist es jedenfalls nicht zu erklären, schließlich hatte die Mannschaft im ersten Spielabschnitt einwandfrei funktioniert. Spätestens nach dem Anschlusstreffer hätten die Sinne wieder geschärft sein und müssen. Dass die beiden Gegentore durch absolute Geschenke fielen und Remagen ohne tatkräftige Oberahrtaler Unterstützung wohl kaum einen Treffer erzielt hätte, macht das Unentschieden umso bitterer. Man kann nur hoffen, dass die Spieler umgehend ihre Lehren aus dieser Partie ziehen – dass sich übermäßiges Verwalten und beschränkter Einsatzwille gegen jeden Gegner rächen – und in den nächsten Spielen nicht nur phasenweise, sondern über die volle Distanz mit maximalem Engagement agieren.
