Lokalsport | 31.03.2023

Rheinland Motorsport e.V. bei Schneechaos auf dem Nürburgring erfolgreich

Wetterchaos und Rennabbruch

Vor dem Start. Foto: Rheinland Motorsport e.V.

Nürburgring. Am 25. März 2023 endete für das in Rheinbach ansässige Team Rheinland Motorsport e.V. die lange, aber sehr produktive Winterpause. Neben ihrer Teilnahme an diversen Charity-Aktionen, wuchs das Team massiv auf. Denn neben dem bekannten Nissan Sunny GTi, mit dem Teamchef Patrick Gierlich (Rheinbach) und sein Co-Pilot Ralf Schreiber (Schleiden) nun in ihre 3. Saison starten, brachte das Team einen weiteren Nissan an den Start.

Hierbei handelt es sich um einen 1994er Primera P10 2.0. RM, so die Kurzbezeichnung des Teams, stellt dieses Fahrzeug motorsportbegeisterten Neueinsteigern zur Verfügung, die sich in der GLP versuchen wollen, jedoch kein eigenes Fahrzeug für diesen Zweck besitzen. Im ersten Lauf zur Saison 2023 fanden so Ben Güldner (Hilberath) und Philipp Schoenenberg (Oberdrees) den Weg hinter das Lenkrad. Für beide war dies nicht nur ihr Debüt in der GLP, sondern ihre ersten Runden auf dem legendären Nürburgring überhaupt. Doch dies waren nicht die einzigen Debüts. Zum ersten Mal gelang es Rheinland Motorsport, sich in die Mannschaftswertung der GLP einzuschreiben. Für diese Mannschaftswertung komplettieren die Gruppe 2 weitere, neue Fahrzeugbesatzungen aus den eigenen Vereinsreihen. Die Brüder Tobias und Michael Porath (Meckenheim) auf ihrem Abarth 595 sowie Sven und Ramona Deuster (Meckenheim) auf ihrem VW Polo WRC gaben ebenfalls ihr Debüt in RCN Gleichmäßigkeitsprüfung. Durch die erstmaligen Teilnahmen ist es den Besatzungen des Primera, des Polo und des Abarth zusätzlich möglich, in der sogenannten „Rookie“-Jahreswertung an den Start zu gehen.

Nach der am Freitagabend erfolgten technischen Abnahme der Fahrzeuge, hatte die Mannschaft am Samstagmorgen die Ehre, das gesamte Starterfeld auf dem Weg in die Startaufstellung anzuführen und somit die erste „Pole-Position“ des Jahres einzunehmen. Die Besonderheit dieses 1. Laufes: Da dieser Lauf auf der NLS-Streckenvariante stattfand, also Nordschleife + Grand Prix-Strecke, erfolgte der Start gegen kurz nach 8 Uhr durch den Rennleiter Jürgen Seidel an der gleichen Start-Ziel-Linie, auf der bereits verschiedenste Läufe der Formel 1 und das große 24h-Rennen gestartet wurden.

Die erste Runde wurde von allen Teilnehmern erst einmal dafür genutzt um festzustellen, wie die Streckenverhältnisse sind. Denn der Eifelhimmel sorgte immer wieder für nasse Bedingungen, hielt die ganz große Überraschung jedoch noch zurück. Nach dem in Runde 2 die Zeiten gesetzt waren, gingen die Teams in Runde 3, der sogenannten 1.

Bestätigungsrunde. Hier muss die Zeit aus Runde 2 genau getroffen werden, jede Abweichung von der Zeit bedeutet Strafpunkte. Je mehr Strafpunkte man im Laufe der Veranstaltung sammelt, desto schlechter die Platzierung. Freute man sich im Bereich „Hatzenbach“ noch über eine langsam erscheinende, abtrocknende Ideallinie, wurde diese Hoffnung wenige Meter später regelrecht zerstört. Ähnlich wie bei dem 24h-Rennen 2016 riss plötzlich der Himmel auf und es begann schlagartig zu hageln, die Strecke verwandelte sich in eine Eisbahn.

Das Tempo wurde massiv gedrosselt. Gelbe Flaggen wurden von den Sportwarten aufgrund von Unfällen gezeigt. Zum Glück hat das Team im Vorfeld auf die richtige Bereifung gesetzt und hatte alle Autos, bis auf den Abarth, mit Regenreifen ausgestattet. Tobias und Michael hatten das Glück, mit dem semi-slick bereiften Auto, sich bereits hinter dem gröbsten Wetterchaos zu befinden und konnten sicher die Box ansteuern.

Nachdem im Bereich „Hohe Acht“ die Strecke so glatt wurde, dass um die 15 Fahrzeuge an der Steigung hängen blieben, entschied sich die Rennleitung zum Zeigen der roten Flagge und die GLP somit zu unterbrechen. Ein absolut richtiger Schritt in dieser Situation.

Nach etwa 45 Minuten Rennunterbrechung hatte sich das Wetter beruhigt, verunfallte Teilnehmer waren geborgen, zum Glück beschränkte sich hier alles nur auf Blechschäden, gab Jürgen Seidel nach einer kurzen Fahrerbesprechung das Rennen wieder frei. Die Ergebnisse aus den ersten Runden wurden annulliert, da die Differenzen zu groß waren und nahezu jeder über seine Maximalzeit kam. Wieder in der ersten Reihe startend, ging das Team auf die Strecke. Die Besatzung Gierlich/Schreiber im Sunny konnte nun ihre Routine ausspielen.

Schnell gewöhnten sie sich an die durch Dreck, Ölbindemittel und neuem Regen sehr schwierigen Streckenbegebenheiten, die neue Haltezone und den ungewöhnlichen Messpunkt der Rundenzeit. Mit lediglich 0,4 Strafpunkten (Zeitabweichung zur Setzrunde von 0,04 Sekunden) lagen sie nach der ersten Setzrunde bereits unter den TOP 10. Mit einer zweiten Setzrunde mit nur 0,8 Strafpunkten bestätigen sie dies und fuhren somit einen 7. Gesamtplatz ein bei 79 gewerteten Teilnehmern.

Die Rookies Deuster/Deuster brachten ihren VW Polo WRC nach diesem Wetterchaos auf dem 61. Platz Gesamt und auf Platz 13 in der Rookie-Wertung mit einer Punktezahl von 40,9 ins Fahrerlager zurück. Porath/Porath haben es geschafft, den Abarth 595 trotz ihrer Entscheidung auf Semi-Slicks zu starten, ebenfalls heil ins Ziel und beendeten ihren ersten Lauf auf einem guten 64. Gesamtrang und auf Platz 15 bei den Rookies mit 49,9 Punkten. Hier konnten sie von ihrer bereits bei vielen Runden im Touristenverkehr gemachten Erfahrungen profitieren und so kritischen Situationen aus dem Weg gehen.

Die beste Reifenwahl des gesamten Starterfeldes hatte mit großer Wahrscheinlichkeit die Besatzung des Primera. Güldner und Schoenenberg wurden auf Allwetterreifen auf die Strecke geschickt, was sich trotz eines kleinen Drehers im Bereich Eschbach doch als goldrichtig erwies. So war es auch ihnen möglich, die GLP schadenfrei zu beenden. Hier stand am Ende des Tages ein 77. Platz Gesamt, 23. Rookie und 212,8 Punkte auf dem Zettel.

Am 22. April 23 findet Lauf 2 statt. Dies im Rahmen des 24h Qualifikationsrennen 2023.

Rheinland Motorsport wird wieder dabei sein, dann hoffentlich bei beständigerem, besserem Wetter. Obwohl, ist dies in der Eifel überhaupt möglich?

Auf nasser Strecke war viel Feingefühl gefordert.  Foto: Holger Hüttig

Auf nasser Strecke war viel Feingefühl gefordert. Foto: Holger Hüttig

Vor dem Start. Foto: Rheinland Motorsport e.V.

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