Andernacher Rennfahrer Raphael Klingmann fuhr die 47. Auflage des 24 Stundenrennens auf dem Nürburgring
„Wir rollen schön durch und räumen das Feld von hinten auf“
Nürburg. Das ADAC Total 24 Stundenrennen auf einem Teil der Grand Prix Strecke und der Nürburgring-Nordschleife ist ein Mythos und das härteste Langstreckenrennen rund um die Uhr weltweit. Eine Legende, mit einem Asphaltband von 25,378 Kilometer Länge und vom Start zum Ziel mit 290 Metern Höhenunterschied. Sage und schreibe 87 Links- und Rechtskurven machen dieses Geschlängel für jeden Rennfahrer zur Herausforderung. Es ist keine hohle Phrase, dieses Rennen als „Superlative“ zu bezeichnen, denn 4000 Kilometer Renndistanz sowie gefühlte 200 mal Bergaufpassagen und jede Menge Beschleunigungsphasen – eine Herausforderung für jeden Rennfahrer und sein Arbeitsgerät.
Einer dieser Nordschleifenbezwinger ist Raphael Klingmann aus Andernach-Kell, der mit einem VW Golf 3 16V für das Racingteam Scharky um Teamchef Frank Hess am Start war. Klingmanns Fahrerkollegen hießen Ralph Liesenfeld aus Münstermaifeld, David Schneider aus Siegen und Achim Ewenz aus Neustadt an der Wied im Westerwald. In der starken Klasse SP3 setzte das erfolgreiche Team aus Kaifenheim ihren VW dreier Golf ein, um ein gutes Ergebnis zu erzielen.
Insgesamt boten die Kaifenheimer aber noch zwei weitere VW Rennwagen auf, die in einer TCR Version und einem verbesserten Tourenwagen in den Klassen SP 3T und TCR ins Rennen gingen. Aber zurück zum dreier Golf von Klingmann, Ewenz, Schneider und Liesenfeld. Dazu Klingmann: „Wir wollen mit unserem Auto heil ins Ziel kommen, unser Rennen fahren, die Nacht heil überstehen auf der Nordschleife und natürlich vom Defektteufel verschont bleiben.“
160 Boliden vom 550 PS starken GT3 Rennwagen bis zum Tourenrennwagen, in über 20 Klassen wurde um jeden Meter gekämpft. Am Samstagnachmittag ging es für alle Teilnehmer in das Abenteuer „Grüne Hölle“. Dazu Teamchef Frank Hess: „Wir hatten noch nie einen Ausfall beim legendären 24 Stundenrennen und ich hoffe, das bleibt auch bei der 47. Auflage des Klassikers so.“
Vom Start weg rollte die Mannschaft mit dem Dreier Golf und der Startnummer 156 in Ihre Nordschleifenrunden und hatte im Verlauf etwas Pech mit der Technik, denn im Bereich des Streckenabschnitts Fuchsröhre hat bei David Schneiders Einsatz die Antriebswelle versagt . „Wir mußten mit dem Anhänger nach Breitscheid fahren, um das Auto aufzuladen. In der Box angekommen, wurde die neue Antriebswelle eingebaut und – als wenn das noch nicht genug gewesen wäre– wurde auch noch ein Radlager ausgewechselt. Die Reparatur mit An- und Abfahrt hat uns über zweieinhalb Stunden gekostet. Trotzdem, wir gehen wieder in die Rennschlacht und wollen unbedingt durchs Ziel am Ende des Rennens“, so Raphael Klingmann.
Auch am Sonntagvormittag kam der VW Golf wieder an die Box, doch es ging weiter. Das Ergebnis war zweitrangig, denn jetzt zählte nur das Ankommen. „Sicher, die vielen Reparaturpausen haben uns zeitlich stark zurückgeworfen, doch nach dieser 24-Stunden-Schlacht ins Ziel zu kommen, ist auch ein Erfolg“, so Klingmann. Insgesamt war es ein doch ein schönes Wochenende für das Kaifenheimer Team, das die Marke VW sehr gut vertrat beim 24 Stundenrennen auf dem Nürburgring 2019.
Raphael Klingmann aus Andernach-Kell war mit einem VW Golf 3 16V für das Racingteam Scharky am Start.
