Lokalsport | 25.06.2019

Equipe France in der RSG Montabaur und dem RSV Oranien Nassau

Zu selten ging´s bergab bei der „Grande Region-Rundfahrt“

An der deutsch-französischen Grenze wurden 777.777 km im Rennradsattel gefeiert

Alle Radler an der Grenze bei Saarlouis nach Erreichen der 777.777 km.Foto: privat

Montabaur/Nassau. Bei kaum einer Situation im Leben freut man sich darüber, dass es bergab geht – außer beim Radfahren. So ging es auch den deutschen und französischen Akteuren der „Equipe France“ in den beiden Radsportvereinen RSG Montabaur und RSV Nassovia Nassau auf ihrer „Grande-Region-Rundfahrt“. Diese führte die grenzüberschreitenden Radler im Rennradsattel über 1.028 meist anspruchsvolle km mit 8.695 Höhenmetern durch fünf Länder und Regionen. Und das alles natürlich ohne ein zeitgemäßes E-Bike. Auch das sportliche Fazit der Tour fiel deshalb positiv aus: der Weg in die Zukunft der nicht mehr ganz so jungen Pedaleure vom Rennrad weiter zum E-Bike bis zum Rollator ist noch ein sehr weiter!

Nach ihrem jahrzehntelangen Einsatz für die deutsch-französische Freundschaft und ein friedliches Europa durchquerte die Equipe diesmal bei ihrer schon 52. Rundfahrt die Länder Wallonien, Lothringen, Luxemburg, Saarland und Rheinland-Pfalz. Es setzte eifriges Training voraus, um insbesondere die oft mörderischen Etappen durch die Ardennen zu bewältigen. Da musste bei meist hohen Temperaturen der ein oder andere Biergarten herhalten um die oft notwendige intensive Aufnahme isotonischer Getränke sicherzustellen. So konnte (natürlich nur nach dem jeweiligen Etappenende) nebenbei ein Beitrag zur Eindämmung der Überschussproduktion von Hopfengetränken durch selbstloses Vernichten derselben geleistet werden.

Nicht nur dadurch gelang den Silver-Ager-Bikern trefflich für acht Tage aus ihrem täglichen Einerlei auszubrechen. Aber es ging neben den Europa-Idealen und dem geliebten Radsport auch um die Freude am Leben, Spaß, Ironie und eben die Freundschaft unter Männern im Rennsattel. Einfach die gemeinsame Freude am nicht immer gemächlichen Dahingleiten aus eigener Körperkraft auf nicht immer guten Radwegen und Straßen.

Neben der geregelten Aufnahme von geeigneten Flüssigkeiten ist auch die Nahrungsaufnahme bei so einer Tour nicht zu unterschätzen. Tagsüber sorgten Dieter Lehmann und Stefan Wilhelmi als Fahrer der beiden Begleitfahrzeuge nicht nur für frisches Obst. Die Küchen der gebuchten Quartiere vom Jugendhof, über ein Hotel im Grünen oder in der Innenstadt bis zur mittelalterlichen Burg, mussten erfahren, wie hungrig und durstig Radler aus dem Westerwald und von der Lahn nach einem langen Tag im Sattel sind.

Viel Beachtung fanden die deutsch-französischen Radler auch bei den Medien, die schon vor dem Start umfassend über die bevorstehende Grande-Region-Rundfahrt und deren Hintergründe berichtet hatten. Höhepunkt war sicher ein Fernsehteam des Saarländischen Rundfunks, das die Equipe beim Aufenthalt in Saarlouis begleitete. Anlass dafür waren die letzten km bis zur angestrebten Schallmauer von 777.777 km, die in nunmehr über 40 Jahren für die deutsch-französische Freundschaft geradelt wurden. Da durfte ein Empfang im Rathaus durch Bürgermeisterin Marion Jost mit anschließender Stadtführung und einem zünftigen Abendessen in der Stadt nicht fehlen, die von Ludwig XIV als Festung gegründet wurde.

Schon der Start zur Rundfahrt vor der Zweigstelle des Hauptsponsors NASPA in Montabaur durch dessen Vorstandsvorsitzenden Günter Högner bei optimalem Wetter lies alle Radlerherzen höherschlagen. Bereits am Vortag hatte die Stadt Montabaur mit Stadtbürgermeisterin Gabi Wieland die Teilnehmenden im Rathaus empfangen und die Deutsch-Französische Gesellschaft Montabaur alle zu einem Aperitif in deren „Il de France“ begrüßt. Der Empfang eine Woche später am Ende der Rundfahrt vor dem Schloss in Nassau durch die Stadtspitzen der Lahnstadt und aus deren Partnerstadt Pontchateau war nicht weniger festlich. Dies gilt auch für ein abschließendes Mittagessen am Folgetag auf Einladung des RSV Oranien Nassau e.V.

So eine Rundfahrt ist deshalb nicht weniger schweißtreibend und anstrengend, weil die Radler für eine gute Sache auf der Piste sind. Das schweißt auch ein grenzüberschreitendes Team zusammen: da helfen die Schnelleren den Langsameren und beruhigen die Ausgeglichenen die Hektiker. Aber alle tragen etwas dazu bei, dass die gute Sache gelingen kann!

Dazu, dass dieses weiterhin funktioniert, will die Equipe auch in den kommenden Jahren etwas beitragen! So soll in 2020 eine weitere Etappenfahrt die beiden Partnerstädte Montabaur und Tonnerre in Burgund anlässlich der 50-Jahrfeier der Städtepartnerschaft miteinander verbinden. Wer Interesse hat, die Equipe bei diesen Vorhaben irgendwie zu unterstützen oder selbst auf dem Rennrad mitfahren will, kann zum monatlichen Radlerstammtisch der Equipen France im Gelbachtal kommen oder sich ab einem Alter von etwa 40 Jahren melden unter uli@kleinkunst-mons-tabor.de.

Alle Radler an der Grenze bei Saarlouis nach Erreichen der 777.777 km.Foto: privat

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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