Lokalsport | 14.03.2018

SV Rot-Weiß Queckenberg

Zu spät erwacht

SV RW Queckenberg – SV 06 Beuel IV 1:2

Rheinbach. Zum verspäteten Rückrundenauftakt pilgerte eine kleine Hundertschaft auf den heiligen Fußballtempelberg. Als der SV Rot-Weiß Queckenberg den SV Beuel 06 IV empfing, hatte man das Gefühl, dass die treue Anhängerschaft in der Winterpause quasi auf Fußballentzug geschickt wurde. Nun wollten viele ihre unheilbare Sucht nach Toren, Siegen oder vielleicht auch nur nach einer Currywurst befriedigen. So platzte der Zuschauerbereich beinah aus allen Nähten.

Nachdem die Queckies in den beiden ersten Auswärtsspielen 2018 für mächtig Trommelwirbel sorgten und mit jeweils fünf Einschlägen die gegnerischen Tore zu Schießbuden degradierten, wollte man sich daheim vor den eigenen Fans ebenfalls in bester Trefferlaune präsentieren.

Doch wahrscheinlich hatte man sich mit den guten Vorsätzen etwas zu sehr unter Druck gesetzt, zumal man auch die bittere 0:7-Hinspielniederlage ausradieren wollte. Die rot-weiße Fangemeinde hatte jedenfalls das Gefühl, dass die Beine zu schwer waren, dass der Kopf nicht frei war für die schönste Nebensache der Welt. Zu lethargisch und zu behäbig schleppten sich die Bures-Buben im ersten Durchgang über das Geläuf. Irgendwie fanden die Gastgeber nicht in ihren so gefürchteten Angriffsrausch der letzten Partien.

Ausgleich brachte keine Sicherheit

Einzig Keshikashvili gefiel auf der linken Außenbahn. Der kleine Wirbelwind wuselte über den Platz, war an allen Ecken und Enden zu finden. So fanden die wenigen gefährlichen Momente meist in seinem konsequenten, erbarmungslosen Forechecking ihren Ursprung. Auch der Ausgleich zum 1:1 wurde durch sein gutes Spielverständnis eingeleitet. Nachdem er seinen Gegenspieler übertölpelt und Bures auf Reisen geschickt hatte, zimmerte dieser eine Flanke von rechts auf Klimaszewski, der dankbar abstaubte (16.).

Eine Minute zuvor gelang den Gästen im Anschluss an eine Ecke der Führungstreffer. Der postwendende Ausgleich gab den Spielern von der Madbach leider nicht die erhoffte Sicherheit. Obwohl man jetzt mit deutlich offenerem Visier versuchte, sich in das Spiel hineinzukämpfen, krampfte es doch allenthalben beim RWQ.

Nach 30 Minuten erhöhten die nach wie vor agileren Beueler auf 2:1. Wobei man sagen muss, dass der Schütze von seinem 20-Meter-Traumgeschoss unter den Querbalken noch lange schwärmen wird. Mit der Führung begnügten sich die Nullsechser, und so ganz allmählich schwamm sich der RWQ frei. Kurz vor dem Pausentee versprang Rücker unglücklich der Ball an der Sechzehnerkante.

Druck erhöht

In der Pause appellierte Bures nochmals an die Kämpferqualitäten seiner Jungs. Mit noch mehr Leidenschaft und Engagement sollte der Spielstand doch noch gedreht werden. Zwar erhöhte sich der Druck nach wie vor mit der Beschleunigung einer Dampfwalze.

Doch je mehr dieser rot-weiße Dunstschwaden schnaubende Koloss ins Rollen kam, desto spürbarer wackelte nun die Erde im Gästebereich. Vor allem Rücker und Leifer schalteten jetzt vom dritten direkt in den sechsten Gang. Dabei erwies sich Letzterer trotz seiner 1,65 Meter als unüberwindbarer König der Lüfte und verlor kein einziges Kopfballduell. Spätestens mit der Einwechslung von A. Watty heulte die Angriffsmaschine sirenenartig auf, und es schlug mehrmals rechts und links vom Beuel-Gehäuse gefährlich ein. Leider verpasste man jedoch den so wichtigen Treffer ins Schwarze. Als sogar ein berechtigter Elfer nur hörbar das Beueler Torgestänge nachbeben ließ, spürte man leichte Resignation im RWQ-Lager. Allerdings sei an dieser Stelle erwähnt, dass der Gast kurz vor Ultimo einen ebensolchen nur an den Pfosten setzte.

Verdienter Sieger

Aufgrund der etwas verschlafenen ersten Halbzeit durfte sich Beuel als verdienter Sieger auf die Schultern klopfen. Allerdings wissen die Queckenberger, dass sie sich an diesem Tage selbst in die Suppe gespuckt hatten. Doch abseits des Platzes konnte man trotzdem viele lachende Gesichter registrieren, teilweise mit dicken Freudentränen in den Augen; schließlich durfte man Vereinsurgestein Heinrich Kessel nach über fünf Monaten Abwesenheit endlich wieder herzlich willkommen heißen und seine nach wie vor fest zupackende Hand schütteln.

Aufgrund des Rückzuges des Godesberger FV III wird nun die 14-tägige Spielpause genutzt, um die Messer nochmals ordentlich zu wetzen, denn am 25. März bläst man ab 15 Uhr gegen Rot Weiß Merl III daheim erneut zur Attacke.

Aufstellung: P. Watty – Leifer, Declair, von Sturm – Wappenschmidt, Klemm, Rücker, Uygur, Bures, Keshikashvili – Klimaszewski. Verstärkung: Jentsch, Mücklich, A. Watty Eiserne Reserve: Fahrenbruch.

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