Künstlerhaus Schloss Balmoral in Bad Ems
Ausstellungseröffnung “Made in Balmoral“
Bad Ems. In der ersten Ausstellung der Stipendiaten 2016 im “Made in Balmoral“ sind Arbeiten von Danja Erni, Rayeon Kim und David Semper zu sehen. Die beiden Künstlerinnen und der Künstler leben und arbeiten seit Juni für drei Monate im Schloss Balmoral. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt der künstlerischen Arbeit im Medium Zeichnung. Dabei versteht sich Zeichnung nicht ausschließlich als „Grafit auf Papier“, sondern es werden die vielfältigen formalen und konzeptuellen Möglichkeiten der Gattung ausgelotet. Danja Erni, Rayeon Kim und David Semper zeigen Werke, die während ihrer Zeit in Bad Ems entstanden sind.
Ausstellungsort und -dauer
Ausstellungsort: „Made in Balmoral“, Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 20. August bis 6. November - Öffnungszeiten: Samstag, 20., und Sonntag, 21. August, 14 bis 17 Uhr, sowie Montag bis Freitag nach Vereinbarung.
Vorstellung der Künstler
Die künstlerische Praxis von Danja Erni (*1977 in Baden, Schweiz, lebt und arbeitet in Berlin) bewegt sich an der Schnittstelle von Kunst, Vermittlung und Forschung. In kollaborativen Projekten untersucht sie Wissensformen sowie Methoden zu deren Aneignung und Vermittlung. Während ihres Stipendiums hat sie einen offenen Zeichenstammtisch initiiert, an dem verschiedene Personen aus Bad Ems und der Region teilgenommen haben. Bei diesen Begegnungen diente das kollektive und individuelle Zeichnen der Notation und dem Austausch von persönlichen Erzählungen und Erinnerungen sowie von Geschichten über den Ort und seine Bewohner.
Rayeon Kim (*1989 in Seoul, lebt und arbeitet in Seoul), Austauschstipendiatin aus Südkorea, beschäftigt sich in ihren Werken mit Urbanisierung, Gentrifizierung und Stadtentwicklung und deren wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Folgen. In Gemälden, Zeichnungen, Videos und Fotografien thematisiert Kim den sozioökonomischen Strukturwandel ihrer Heimatstadt Seoul und entwirft Ideen einer möglichen Umgestaltung und Umnutzung landschaftlicher und urbaner Räume. Während ihres Stipendiums erkundete Kim die Umgebung rund um Bad Ems und knüpft dabei an frühere Projekte an, in denen sie sich mit einheimischen Pflanzen sowie mit dem öffentlichen Raum als temporärem Ausstellungsraum beschäftigt.
David Semper (*1980 in Wuppertal, lebt und arbeitet in Neuss) setzt sich in seinen Arbeiten mit vorgefundenen Räumen und Objekten auseinander und beschäftigt sich mit deren Geschichte, Funktion und materiellen Eigenschaften. In Bad Ems unternahm Semper Streifzüge durch seine unmittelbare Umgebung und eignete sich dabei unterschiedliche Dinge an, die ihm als Ausgangsmaterial dienen. Die Auseinandersetzung mit spezifischen Materialqualitäten wie Farbe, Form und Oberflächenstruktur bildet den Ausgangspunkt für seine künstlerischen Eingriffe, bei denen er Werkstoffe aus verschiedenen Verwendungsbereichen miteinander verknüpft. Dabei kommen Verfahrensweisen zum Einsatz, mit denen Semper traditionelle kunsthandwerkliche Techniken aufgreift. Auf raffinierte und eigensinnige Weise verbindet Semper in seinen Arbeiten Elemente der Zeichnung und Skulptur und unterläuft bewusst klassische Gattungsgrenzen.
