Termine | 28.10.2022, 12:17 Uhr

Ein Weg vorbei an Stolpersteinen bis zur Neueinweihung des Dr.-Sigmund-Wolf-Platzes

Gedenken an jüdisches Leben in Linz

Am Mittwoch, 9. November

Linz. Der Ökumene-Ausschuss Linz und die Stadt Linz laden alle Bürger zu einer feierlichen Gedenkstunde am Mittwoch, 9. November von 19 bis 20 Uhr ein. Erste Hinweise auf jüdisches Leben in Linz gab es schon 1220. Im 18. Jahrhundert blühte die jüdische Gemeinde in Linz auf. 1851 wurde eine neue Synagoge mit Platz für 250 Personen eingeweiht, 1854 der Friedhof „Am Wolfsacker“ geschaffen. 1933 war die jüdische Gemeinde in Linz weitgehend integriert und geachtet.

Anlässlich der Reichspogromnacht wurde 1938 die Linzer Synagoge entweiht und geschändet. 1941 wurden die wenigen noch in Linz verbliebenen Juden gezwungen, ihre Häuser zu räumen und in zwei sogenannte Judenhäuser zu ziehen, wo sie auf engstem Raum zusammengepfercht waren. 1942 erfolgte ihre Deportation, teils mit unbekanntem Ziel, teils nach Theresienstadt und Auschwitz. Niemand von ihnen kehrte lebend zurück. (Quelle: Stadtarchiv) Der Ökumene-Ausschuss Linz wird entlang einer kleinen Auswahl der erst im Februar verlegten Stolpersteine, einem „Judenhaus“ und der ehemaligen Synagoge führen. Mit Psalm, Musik und Gedenken an jüdisches Leben in der Stadt. Der 350 Meter lange Rundgang wird an der Servitessenkirche enden, wo der neue Dr.-Sigmund-Wolf-Platz durch Stadtbürgermeister Dr. Hans Georg Faust feierlich eröffnet wird.

Stadtarchivarin Andrea Rönz wird zu jüdischem Leben in Linz erzählen, Ruth Zimmermann jiddisch-musikalisch untermalen. Wolf war einer der bekanntesten Juden in Linz, bei dem Wohltätigkeit großgeschrieben wurde und der als „Arzt der Armen“ galt. Auch oder besonders er war vor den Übergriffen der Nationalsozialisten seit der Machtübernahme nicht sicher und wurde mit seiner Familie schon früh deportiert. Treffpunkt und Start für die Gedenkveranstaltung ist um 19 Uhr am Katharinenhof, Grabentor 1, in Linz.

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