Heckenbacher Kirchencafé
Kölner Mundart Duo begeisterte
Heckenbach. Könnte man gelebte Jahre, Temperament und Lebensfreude in Windstärke umrechnen, dann hätte der deutsche Wetterdienst für den 3. Sonntag im August über der Heckenbacher Kirche eine Sturmwarnung in Orkanstärke von 160 und mehr heraus geben müssen. Das bekannte Kölner Mundart Duo Monika Kampmann 78 und Ingrid Ittel Fernau 88, sonst eher auf allen angesagten Kölner Bühnen unterwegs, hatte sich aus der puren Begeisterung für das Heckenbacher Kirchencafe bereit erklärt, einen Gottesdienst mit ihren lebensfrohen, aber auch provokanten Liedern zu gestalten. Nach früher Anreise, meinte das Duo zu Frau Neißner, der Initiatorin des Kirchencafés: „Ja wer soll denn in dieser Einsamkeit all die vielen Kirchenbänke füllen? Oder machen wir doch Musik für Igel und Eichhörnchen?“ Wenig später wurden die Musikerinnen eines anderen belehrt, die Kirche füllte sich, ja noch bis über die letzten Bankplätze hinaus.
Dann stürmte aber auch schon die Musik, der beiden Frauen und es waren nicht nur die Klänge ihrer Gitarre und des Klaviers, was sich da so in kosmischer Harmonie durch die Seelen der Besucher bewegte, lääv, lääv, lääv lebe, lebe, und „jröß dich, Maria“ in jedem war da Musik, wie ein göttlicher Funke. Immer wieder brauste begeisterter Applaus wie freudiges Flügelschlagen weißer Tauben durch den hohen Raum. Viele der Besucher kannten sich, andere nicht, und doch, alle waren mit den Händen verbunden von Mensch zu Mensch, lachten miteinander. Albert Einstein hat einmal gesagt, „Das schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle.“ Da war dann die Ansprache von Frau Neißner eine Symbiose zur Musik dieser beiden Kölner Spatzen.
„Nach wie vor, das was Frau Neißner vorgetragen hat, kann ich nicht wirklich in Worte fassen. Da war diese tiefe berührende Verbindung mit den Zuhörern. Da war diese Stille, kaum hörte man das atmen der vielen Besucher. Sagt man nicht, Stille ist die Sprache Gottes? Nach der Andacht, im Kirchencafe` hörte ich noch eine Frau sagen: Noch nie habe ich die Kirche so licht und hell erlebt.“
Wilfried Freischem
