Ausstellung im stationären Hospiz im Ahrtal
Wasser, Ahr, Lebensfluss
Beate Niepel und Dietmar Simsheuser zeigen Skulpturen und Fotografie. Vernissage mit Dr. Heinz Rütz am Dienstag, 17. September
Bad Neuenahr. Da ist das Wasser. Wohl nichts steht mehr für das Leben. Und da sind der Fluss, die Ahr, und die Quellen in und um Bad Neuenahr-Ahrweiler, die die Region prägen, in der auch das stationäre Hospiz im Ahrtal liegt. In der Einrichtung, in der für viele das Leben nochmal neu und anders erlebt wird und in der es für viele auch zu Ende geht, eröffnet am Dienstag, 17. September, um 18 Uhr die Ausstellung „Lebensfluss“. Alle Bürger sind dazu willkommen.
Erstmals zeigen dazu die beiden Kreisstädter Beate Niepel und Dietmar Simsheuser ihre Werke. Außerdem hält der Dahlemer Dr. Heinz Rütz einen Vortrag zum Thema „Der geheimnisvolle Lebenszyklus der Unterwasserwelt in unserer Ahr“.
Im Wasser ist Bewegung, ist Leben, ist Dynamik aber auch Ruhe. All das spiegeln die Werke der beiden bildenden Künstler wieder. Beate Niepel zeigt unter anderem vier korrespondierende Serpentinskulpturen, die Ruhe und Aktion, Entspannung und Befreiung darstellen, abstrakt und realistisch. Fast alle Strukturen zeigen den Kontrast vom rohen bis zum bearbeiteten Stein und unterstreichen so Prozesshaftes. In Alabaster hat sie das Element Wasser umgesetzt. Ihre Außenskulpturen aus Sand- und Tuffstein haben realistischen Charakter. Eine Botschaft wolle sie mit ihren Arbeiten bewusst nicht vermitteln, sagt die in Bad Neuenahr geborene und lebende Künstlerin, die Kunst und Kulturpädagogik studiert hat und Dozentin in der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbildung ist: „Ich sende keine Botschaften. Ich möchte vielmehr Menschen zum Nachdenken anregen, aber sie sollen sich zunächst erfreuen an den Exponaten. Was jeder dabei denkt, ist Sache des Einzelnen.“
Fasziniert vom Element Wasser ist auch Dietmar Simsheuser: „Man kann es eigentlich nicht sehen. Wer Wasser in die Hand nimmt, guckt zunächst durch. Wasser lässt sich schwer fassen.“ Simsheuser „fasst“ es mittels Lang- und Kurzzeitbelichtung in mal mehr dokumentarischen oder mehr kreativen und abstrakten Aufnahmen. Wasserwirbel im Nettetal und Stromschnellen der Ahr im Langfigtal repräsentieren Dynamik. Aber auch Farben, die Wasser nicht blau sondern pink oder rot zeigen, und Strukturen wie schmelzendes Eis am Nohner Wasserfall oder eine Wellenzunge auf der Nordsee gehören zu den 50 Leinwanddrucken, die allesamt das gleiche Format haben. Der Maschinenbauingenieur, der seit seiner Jugend fotografiert, auch als Dozent bei der Kreisvolkshochschule tätig war und Vorsitzender des Foto-Clubs Bad Godesberg ist, verwirrt, verfremdet, spielt mit Wirkungen, macht sichtbar, was man so nicht sieht.
Eine dritte Komponente steuert der Dahlemer Heinz Rütz bei. Der promovierte Vermessungsingenieur ist seit mehr als 50 Jahren Fliegenfischer mit großem Interesse für die Natur in und um die Ahr. Deren Renaturierung und die Besonderheiten von Flora und Fauna am und im Fluss sind genauso seine Themen wie der Lebenszyklus: „Wir wollen ihn nicht wahrnehmen, können uns aber nicht dagegen wehren“.
Die Vernissage zur Ausstellung „Lebensfluss“ beginnt am Dienstag, 17. September, um 18 Uhr im stationären Hospiz im Ahrtal, Dorotheenweg 6, in Bad Neuenahr. Die Ausstellung ist voraussichtlich bis zum Jahresende immer montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung unter Tel.: (0 26 41) 91 87 50 zu besichtigen.
