Vortrag in der Dorfakademie Hambuch
Zwischen Pluralismus, Fanatismus und Identität
Hambuch. „Wie viel Religion ist verträglich im Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kulturen und Nationen?“ Das 21. Jahrhundert leidet unter religiösem Fanatismus, deren Anhänger ausschließlich ihre eigenen religiösen Überzeugungen, ihre ganz spezifische Art von Religiosität als gottgefällig und damit als legitim ansehen und bereit sind, ihre eigene Sichtweise gegebenenfalls mit Gewalt durchzusetzen.
In dieser Situation sehen viele den Standpunkt eines neutralen Beobachters als das Ideal an. Eine postmoderne Kultur verneint eine solche Einstellung. Für sie geschieht jede Beobachtung aus einer persönlichen Perspektive des Betrachters. Auf den Glauben übertragen heißt das: es gibt keinen Nicht-Glauben. Jeder glaubt an irgendetwas. Jeder hat eine mehr oder weniger bewusste „Lebensphilosophie“ oder „Weltanschauung“. Glaube bedeutet, dass der Mensch sein Herz an „etwas“ hängt (Fowler 1991). Das kann ein transzendenter Wert oder eine transzendente Macht sein, muss es aber nicht. Das führt zu Frage, ob dann alles gleichgültig ist, wenn alles gleich gültig ist. Die Weltanschauung eines Menschen ist verbunden mit zentralen Fragen seines Daseins. Die Antworten sind ihrem Wesen nach mit einem Absolutheitsanspruch verbunden. Das macht es äußerst schwierig, tolerant miteinander umzugehen. Wie können Menschen verschiedenen Glaubens miteinander friedlich leben, ohne sich selber untreu zu werden? Das ist eine der drängenden Fragen in der globalisierten Welt.
Vortrag am 28. September
Am Mittwoch, 28. September, um 19.30 Uhr referiert Veronika Rass,Pastoralreferentin Katholische Erwachsenenbildung Dekanat Cochem, bei der Dorfakademie Hambuch. Veranstaltet wird dieser Abend in Zusammenarbeit mit der Pfarreiengemeinschaft Kaisersesch.Nähere Infos: www.dekanat-cochem.de.
